Schritt für Schritt zur transparenten Fertigung
Für das Pilotprojekt wählte der Digitalisierungsfachmann zusammen mit Kollegen aus IT, Instandhaltung und Automatisierung Anlagen aus, die einen guten Querschnitt bieten, „ein bunter Mix aus alten und neuen Anlagen, verschiedenen Schnittstellen sowie Feldbussen.“ Diese Anlagen wurden jeweils mit einem Industrial-Edge-Device ausgerüstet, das jeweilige Protokoll eingebunden und die Daten im Industrial-Edge-System erfasst, archiviert und ausgewertet. Die Ergebnisse stellt das System über die Industrial-Edge-App „Performance Insight“ in Dashboards zur Verfügung. Damit war das ursprüngliche Ziel erreicht: eine digitale Signalampel mit Kennzahlen zum Produktionsstatus. „Aber wir können eben noch viel mehr aus den Daten machen. Wenn wir zum Beispiel in der Übersicht signalisiert bekommen, dass die Verfügbarkeit der Anlage niedrig ist, rufen wir im Dashboard per Klick die untergeordneten Assets in der Anlage auf und sehen dann, dass zum Beispiel ein Kran eine Störung hat. Über einen weiteren Klick sehen wir, wann die Instandhaltung diese Störung beseitigt hat und wie dann die Anlage wieder angelaufen ist.“ Diese Informationen helfen dem Unternehmen, Engpässe in Prozessen zu beheben und Abläufe zu optimieren.
Unterstützung für heute und morgen
Die Produktionsdaten unterstützen zudem dabei, Investitionen besser zu planen und dadurch Kosten zu sparen. „Wir konnten an einer Anlage zeigen, dass wir für eine Erweiterung in der Produktion nicht wie geplant, eine zweite Krananlage in Betrieb nehmen müssen, sondern wir in der vorhandenen Krananlage genug Reserven haben, um die geforderte Kapazität zu erreichen.“ Dadurch haben sich die Investition in die Werkzeuge und Lösungen für die Datenauswertung schnell bezahlt gemacht, freut sich N. Schönauer, und er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Aktuell arbeiten wir daran, den restlichen Maschinenpark nach und nach in die Industrial-Edge-Plattform einzubinden. Im nächsten Schritt haben wir bereits Ideen, wie wir über Industrial Edge die Instandhaltung besser unterstützen können, zum Beispiel durch vorausschauende Instandhaltung mit Machine-Learning-Ansätzen“, so der Experte. „Das ist ja das Tolle: Wir haben eben nicht nur eine digitale Signalampel für den aktuellen Produktionsstatus, sondern eine Lösung, die echten Mehrwert bringt. Wir können die Investitionen besser planen, unsere Instandhaltung optimieren, Prozesse besser abstimmen – und wir haben mit Performance Insight eine Oberfläche, mit der man die Informationen einfach zur Verfügung stellen kann, damit unsere Teams nicht nur wissen, was sie machen müssen, sondern auch, warum“, fasst N. Schönauer zusammen.
Digitalisierung jetzt – auch für KMU
Das Beispiel von Vetter zeigt anschaulich, wie sich in kleinen Schritten Digitalisierungsprojekte einfach umsetzen lassen. Im Rahmen des staatlich geförderten „Kicks for Edge“-Programms von Siemens konnte der breit aufgestellte Maschinenpark mit unterschiedlichen Steuerungssystemen erfolgreich digitalisiert werden. Dieses Programm unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen mit einem einfachen und praxisnahen Zugang zu Industrial Edge sowie kostenlosen Starterpaketen, bestehend aus Siemens-Industrial-Edge-Hard- und -Software.

