Maßnahmen und Ergebnisse am Standort Lahnau
Parallel zum datengetriebenen Monitoring setzt Janitza am Standort Lahnau auf eine Reihe technischer und organisatorischer Maßnahmen. Dazu zählen Photovoltaikanlagen, die Elektrifizierung des Fuhrparks, die Umstellung auf grünen Stickstoff, moderne Gebäudetechnik sowie ein Neubauprojekt mit starkem Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
Insgesamt investiert Janitza rund 30 Mio. € in sein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude. Geplant sind unter anderem Wärmepumpenversorgung, Tiefenbohrungen für die Wärmebereitstellung und PV zur Eigenstromerzeugung. „Wir stellen komplett auf eine Wärmepumpenversorgung für die Heizung um“, erklärt P. Steiß. „Dadurch reduzieren wir unseren Erdgasverbrauch um rund zwei Drittel.“
Weil Janitza bereits zu 100 % Ökostrom bezieht, ist die Kombination aus Elektrifizierung und Effizienzsteigerung für das Unternehmen ein wesentlicher Hebel auf dem Weg zur Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Ziel ist es, bis 2030 die Scope-1- und Scope-2-Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren und unvermeidbare Emissionen durch zertifizierte Klimaschutzprojekte auszugleichen.
Der Anteil der Eigenerzeugung durch Photovoltaik für den Gesamtstandort liegt heute bei etwa 11 % bis 12 %, abhängig von der Witterung. Das Logistikzentrum arbeitet bereits komplett autark. Auch bei den CO2-bezogenen Kennzahlen gibt es Fortschritte. „Bezogen auf jedes produzierte Gerät haben wir die Emissionen um rund 30 % reduziert“, nennt P. Steiß eine Zahl. „Pro Mitarbeiter erhalten wir eine Reduzierung von über 40 %.“
Hinzu kommen weitere Effekte: Der Anteil der E-Fahrzeuge liegt mittlerweile bei rund 20 %, der Stickstoffbezug wurde auf grünen Stickstoff umgestellt, und durch Energiemanagement sowie technische Optimierungen konnten zusätzliche Effizienzpotenziale erschlossen werden. Für den Gesamtbetrieb spricht P. Steiß von einer Energieeffizienzsteigerung von fast 10 % in den vergangenen Jahren.
„Unsere Maßnahmen sind wirksam. Unsere Systeme funktionieren wie gewünscht“, fasst er zusammen. Zugleich betont er, dass der Prozess kein Selbstläufer ist: „Es braucht Arbeit dahinter, motivierte Kolleginnen und Kollegen und eine transparente Kommunikation.“
KI als nächste Ausbaustufe
Für die Zukunft erwartet Janitza, dass KI die Analyse wachsender Datenmengen zunehmend unterstützt wird. Der erste Schritt bleibe zwar weiterhin die Transparenzschaffung. Danach gehe es jedoch immer stärker um Interpretation, Prognose und Predictive Maintenance. „Je größer die Datenbasis, desto schwieriger wird die Auswertung in Echtzeit und das Ziehen von Rückschlüssen“, sagt P. Steiß. „KI kann künftig Historien bewerten, Grenzwerte erkennen und mögliche Störfälle frühzeitig sichtbar machen. Dann liegt mein Fokus auf der Überprüfung: Habe ich wirklich ein Problem, was auf mich zukommt? Kann ich daraus proaktiv Maßnahmen ableiten?“
Auch mögliche Zielkonflikte zwischen KI, Rechenleistung und Nachhaltigkeit ordnet er nicht eindimensional ein. „Entscheidend ist der Blickwinkel auf vernetzte Systemen statt isolierter Lösungen, zum Beispiel durch die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren“, so P. Steiß.
Ein stetiger Prozess
Der Standort Lahnau zeigt damit, wie Janitza die eigenen Lösungen nicht nur vermarktet, sondern im eigenen industriellen Alltag erprobt und weiterentwickelt. Damit spricht das Unternehmen nicht abstrakt über Transparenz, Effizienz und CO2-Reduktion, sondern demonstriert sie im Zusammenspiel aus Produktion, Gebäudetechnik und Energiemanagement am eigenen Werk.
„Wir verfügen über einen immensen Datenschatz. Unsere Belegschaft lebt Energieeffizienz und schärft dieses Bewusstsein kontinuierlich. So optimieren wir das System Schritt für Schritt.“ Sein Fazit fällt entsprechend aus: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir dadurch unsere Resilienz stärken und die Zukunftsfähigkeit sowie Wettbewerbsfähigkeit von Janitza weiter verbessern.“

