Das Sieger-Team "The Remotiers" bejubelt zusammen mit Jury und Organisatoren den Gewinn des It's OWL Makeathons #horizonteOWL (Quelle: It's OWL)

„Beim It's OWL Makeathon haben über 200 Nachwuchskräfte gezeigt, wie viel Kreativität und Innovationskraft in ihnen steckt. Innerhalb von nur sechs Monaten entwickelte sich aus der Gewinneridee des ,ServiceNavigators' ein millionenschweres Forschungs- und Entwicklungsprojekt", sagt der Schirmherr des Projekts, Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. "Dass mit dem Prototyp noch in diesem Jahr gerechnet wird, zeigt eindrucksvoll, wie groß das Potenzial an klugen Köpfen und kreativen Ideen in der Wirtschaft ist. Das brauchen wir dringend, um die Industrie von morgen zu gestalten.“

Nur zwei Tage brauchten das Gewinnerteam für die Entwicklung der Idee beim It's OWL Makeathon. Weniger als ein Jahr später fällt nun der Startschuss für das besondere Projekt. Ein Jahr und 1 Mio. € Fördermittel stehen dem Team zur Verfügung, um aus der entstandenen Idee vom "ServiceNavigator" eine Softwarelösung zu entwickeln.

Der Nutzen für Unternehmen 

Die App wird als vor allem für den Maschinenbau interessant angegeben und soll das Servicegeschäft mit Kunden stärken. Dafür bietet sie ein automatisiertes Diagnosetool, das beim Auftreten eines Maschinenfehlers die Ursachenfindung und -behebung systematisiert.

Dank des Tools kann die App Servicetechniker dabei unterstützen, ihren Einsatz effizienter zu gestalten sowie ihr Wissen nachhaltig zu dokumentieren und zu klassifizieren. Für den Fall, dass Servicetechnikern, wie derzeit durch die Corona-Pandemie, zeitweise nicht verfügbar sind, hilft das Tool dem Betreiber auch zur Selbsthilfe.  

Von seiner Lösung verspricht sich das Projektteam eine bis zu fünf Mal schnellere Fehlerbehebung und einen messbaren Nutzen auf beiden Seiten, beim Maschinenbauer und -betreiber. Erste Expertengespräche räumen dem "ServiceNavigator" einen möglichen Effizienzgewinn von 50 % ein und dem Betreiber eine bis zu 10-%ige Steigerung seiner Maschinenverfügbarkeit. Für den Vertrieb der Lösung will das Team ein Start-up gründen.

Prototyp bis Ende 2021

„Wir können als Team sehr gut zusammenarbeiten und sind hoch motiviert. Bis Ende des Jahres werden wir einen Prototyp entwickeln, der für ausgewählte Maschinentypen die automatisierte Fehlerdiagnose und -behebung unterstützt“, sagt Sina Kämmerling von der Unity AG, die im Projekt mitarbeitet.

Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer It´s OWL Clustermanagement unterstreicht den innovativen Ansatz der Zusammenarbeit: „Das Projekt zeichnet sich durch einen ungewöhnlich schnellen Transfer zwischen Grundlagenforschung, Geschäftsmodellentwicklung und Gründung aus. Dabei wird ein akuter Handlungsbedarf aus der Industrie zugrunde gelegt. Aus der Idee wird eine für den Markt relevante Lösung entstehen.“

Im Fokus des Projekts, das bis Januar 2022 geht, steht die logische und technische Entwicklung des automatischen Diagnosetools, der Kernfunktionalität der Software. Parallel dazu setzt sich das Team mit der Entwicklung eines unterstützenden Geschäftsmodells auseinander. „Dabei sehen wir uns, ganz explizit, als Unterstützer der Service-Beziehung zwischen Hersteller und Betreiber“, sagt S. Kämmerling. Deshalb suche das Projekt auch Partnerschaften zu weiteren Maschinenbauern und Maschinenbetreibern, die sich Unterstützung und Mitgestaltung bei ihrem digitalen Serviceportfolio wünschen.

Neben S. Kämmerling arbeiten aus dem Siegerteam Caroline Junker (Fraunhofer IEM), Maximilian Bersch (GEA), Patrick Deutschmann (Fraunhofer ENAS) und Alexander Diedrich (Fraunhofer IOSB-INA) an dem Projekt mit. Die Unternehmen GEA (Oelde), Kraft Maschinenbau und WP Kemper (beide Rietberg) arbeiten als Pilotunternehmen im Projekt und werden bei der Co-Entwicklung und Validierung der Lösung unterstützen. Weiteres Expertenwissen bekommt das Projektteam von der Digitalisierungsberatung Unity Consulting & Innovation sowie dem Fraunhofer IEM, dem Fraunhofer IOSB-INA und dem Fraunhofer ENAS.

It's OWL (ih)

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