Nils Herzberg, Spokesman for the board of the Open Industry 4.0 Alliance and Global Head of Strategic Partnerships for the Digital Supply Chain and Industry 4.0 bei SAP

Vor zwei Jahren ist die Open 4.0 Alliance auf der Hannover Messe offiziell an den Start gegangen. Mittlerweile sind fast 80 internationale Unternehmen Mitglied der Allianz. Der nun verkündeten Beitritt der großen Player Siemens und Microsoft wird als einer der wichtigsten Meilensteine der Allianz angegeben.

"Die Zusammenarbeit nimmt gehörig an Fahrt auf, eine neue Kollaborationsplattform steht nun bereit, ein Community-App-Store stellt Industrieanwendungen so komfortabel wie Consumer-Apps bereit – und auch die Zukunftspläne sind spannend", sagte Stefan Haagn, Open Industry 4.0 Alliance PR Lead HMI & Digelerate, auf der Pressekonferenz.

„Mit dem Beitritt zur Open Industry 4.0 Alliance bekunden zwei wichtige globale Akteure ihr Engagement für Offenheit in der Branche. Dies unterstreicht das attraktive Konzept unserer Allianz. Wir freuen uns über den Beitritt von Microsoft und Siemens und über die vielen Möglichkeiten, die sich dadurch für die Industrie eröffnen", sagte Nils Herzberg, Vorstandssprecher der Open Industry 4.0 Alliance und Global Head Strategic Partnerships for Digital Supply Chain and Industry 4.0 bei SAP. "Dies ist gerade in der heutigen Zeit von besonderer Relevanz, da die digitale Transformation rasch voranschreitet und Technologien, wie Edge Computing, KI und Blockchain neue Maßstäbe setzen, ist der Beitritt von Siemens und Microsoft besonders wertvoll. Die Open Industry 4.0 Alliance trägt gemeinsam dazu bei, diese Transformation evolutionär zu gestalten und mit konkreten, realitätsnahen Anwendungsfällen zu verankern.“ 

Gemeinsam Silo-Barrieren überwinden

Siemens treibt mit seinem Digital-Enterprise-Portfolio die digitale Transformation branchenübergreifend voran. Durch die Verknüpfung von Daten aus Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf zur Optimierung - über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Produktion hinweg. 

„Siemens-Technologie verändert den Alltag, und wir gestalten seit unserer Gründung industrielle Revolutionen. Durch Digitalisierung und Automatisierung treiben wir die digitale Transformation für unsere Kunden voran und helfen ihnen, bessere Entscheidungen zu treffen, indem wir Daten aus der physischen und virtuellen Welt miteinander verbinden", erklärte Stefan Gierse, Leiter Strategie & Technologie bei Siemens Digital Industries. 

Weiter gab er an: "Die Überwindung von Silo-Barrieren kann nur durch die Zusammenarbeit mit Partnern erreicht werden." Dabei bedürfe es zur Erreichung der nächsten industriellen Revolution eines leistungsfähigen Ökosystems. "Daher freuen wir uns, der Open Industry 4.0 Alliance beizutreten. Durch die Verbesserung der Interoperabilität legen wir gemeinsam den Grundstein für die Entwicklung neuer IoT-Anwendungen und Geschäftsmodelle, damit alle Anwender von Industrie 4.0 profitieren können“, so S. Gierse.

Offenheit im Fokus

Christoph Berlin, Partner Group Program Manager (Azure Industrial IoT/Manufacturing) bei Microsoft, wies darauf hin: "Microsoft hat in den letzten Jahrzehnten viel in Ökosysteme investiert. Offenheit ist dabei ein wichtiges Kriterium. Kunden brauchen bessere Interoperabitität zwischen einzelnen Lösungen.  Die Offenheit der Open Industry 4.0 Alliance kommt unseren Prinzipien sehr entgegen." 

Ziel von Microsoft ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen und interoperable Industrie-4.0-Lösungen im großen Maßstab bereitzustellen. "Unsere Beteiligung an der Open Industry 4.0 Alliance ergänzt unser langjähriges Engagement in Industrieallianzen, wie der OPC Foundation und der Open Manufacturing Platform“, sagte C. Berlin. Gemeinsam könne man Unternehmen dabei helfen, Silos und Produktivitätseinschränkungen in belastbare Abläufe und datengesteuerte, integrierte Lösungen für die gesamte Lieferkette zu verwandeln. So würden Hersteller durch den Einsatz von Cloud-, Edge- und KI-Funktionen über offene Standards in die Lage versetzt, die nächste Produktivitätsstufe zu erreichen, Kunden schneller unternehmerische Vorteile zu ermöglichen und agil auf sich ändernde Marktanforderungen zu reagieren.

Nächste gemeinsame Schritte 

Die Open Industry 4.0 Alliance hat es sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung in Werkshallen voranzutreiben und so Mehrwert zu schaffen. Seit Gründung der Allianz auf der Hannover Messe 2019 ist die Zahl der Mitglieder auf fast 80 Unternehmen angewachsen – von mittelständischen Industriezulieferern bis hin zu Weltkonzernen. "Microsoft und Siemens teilen das Engagement, bestehende Standards und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zu nutzen, um die Interoperabilität zu verbessern und die Einführung von Industrie-4.0-Anwendungen in digital integrierten globalen Lieferketten voranzutreiben", heißt es aus den Reihen der Allianz im Zusammenhang mit dem nun verkündeten Beitritt der beiden großen Player.

Inge Hübner

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