Abbildung zum Thema Partnerschaft, Zusammenarbeit, Kooperation

(Quelle: Adobe Stock / Vittaya_25)

„Strategische Allianzen wie die Open Industry 4.0 Alliance sind mit Blick auf Initiativen von Verbänden oder Regierungen wichtiger denn je“, erklärt Nils Herzberg, Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance und Global Head Strategic Partnerships for Digital Supply Chain and Industry 4.0 bei SAP. „Während internationale Gremien die Industriestandards definieren, treibt unsere Allianz deren Umsetzung voran. Unsere Mitglieder implementieren zielgerichtet Teilmengen relevanter Standards in konkreten Projekten zum Nutzen ihrer Kunden – und stellen diese Best Practices anschließend den anderen Allianz-Mitgliedern zur Verfügung. Viele Mitglieder agieren global, kommen aber ursprünglich aus Europa. Jetzt richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Nahen Osten und China.“

Bilanz 2020

Mittlerweile treibt die Allianz die industrielle Digitalisierung in zwölf Arbeitsgruppen in verschiedenen Branchen zu technischen Fragen und für das Marketing voran. Ein Tech-Komitee konzentriert sich zudem auf ein App Directory, die „Gelben Seiten“ für Industrie-Apps, sowie extern auf die Entstehung eines übergreifenden App Stores, der von den Alliance-Mitgliedern unterstützt wird.

2020 fanden insgesamt 111 (meist virtuelle) Workshops statt, darunter 15 Tech-Kommittee Workshops und fünf Hackathons. Die Mitglieder der Allianz listen mittlerweile 159 Produkte und Dienstleistungen auf, die in den kommenden Monaten gemäß den Interoperabilitäts-Richtlinien der Open Industry 4.0 Alliance weiterentwickelt werden sollen. 

Vorhandene Standards nutzen

Die Open Industry 4.0 Alliance versteht sich als Umsetzungsgemeinschaft, die vorhandene Standards nutzen und in der Praxis miteinander verbinden will. Automatisierungssilos sollen aufgebrochen werden. Neben neuen Anlagen liegt das Augenmerk auch auf der Digitalisierung und Transformation von Brownfield-Anlagen.

„Unsere Mitgliedsunternehmen entsenden ihre Mitarbeiter auch in Standardisierungsgremien sowie weitere Konsortien und Vereinigungen, mit dem Ziel, die Digitalisierung der Industrie und die Vernetzung der gesamten Wirtschaft auf ein neues Niveau zu heben“, erklärt Gerd Hoppe, Corporate Management bei der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG und stellvertretender Vorstand der Allianz. „Die Open Industry 4.0 Alliance ist dabei im Umfeld der Gaia-X Foundation die Praktiker-Allianz.“

Als eine der wichtigsten Eigenschaften der Open Industry 4.0 Alliance wird das Asset Automatic Onboarding durch alle vier Architekturschichten unter Verwendung von Technologien der OPC Foundation, der Plattform Industrie 4.0 und der Freien Software Docker angeführt. Die Architekturschichten sind vor Ort die Open Edge Connectivity (Devices) und die Open Edge Computing Platform, in der Cloud dann die Open Operator Cloud Platform des Anlagenbetreibers und die Common Cloud Central als gemeinsame Plattform, deren wichtigste Komponenten die Repositories der Assets und Digital Twins sind.

„Auf der technologischen Ebene treiben wir unsere Arbeit in mehreren strategischen Richtungen voran. Zum Beispiel bauen wir auf der Webseite der Open Industry 4.0 Alliance ein Marktplatz-Verzeichnis auf, das Produkte und Services der Alliance-Mitglieder listet und diese mit ihnen verlinkt“, erklärt Hans-Jürgen Hilscher, CDO der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation und Chairman Technical Committee der Open Industry 4.0 Alliance. „Als Alliance begrüßen wir aber auch profit-orientierte Projekte der erweiterten Community, etwa das eines herstellerübergreifenden App-Stores. Der Fokus wird dabei auf Apps liegen, die auf der Alliance-konformen Open Edge Computing Platform laufen.“

Open Industry Alliance (ih)

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