Matthias Schmidt, Co-Lead Technical Comitee Cyber Security der Open Industry 4.0 Alliance und Produktmanager Industrial Security bei IFM Solutions (Quelle: IFM)

Erpressung, Sabotage und Industriespionage sind die Hauptmotivation bei Angriffen auf Unternehmen und deren Infrastruktur. Am schwerwiegendsten sind Cyberangriffe auf Produktionsanlagen, die einen Produktionsstillstand auslösen. Dabei muss die Industrie muss einen Spagat schaffen: Einerseits erfordert die digitale Transformation die Öffnung der Produktions- und IT-Systeme, andererseits fehlt es an Wissen und Praxis zur Umsetzung von Standards und Routinen, um die via Internet nun zugänglichen Anlagen entsprechend zu schützen. Eine Studie der KPMG von 2020 zeigt, dass erst ein Viertel der weltweit befragten 16.000 Unternehmen ihre industriellen Kontrollsysteme aktiv verteidigen. 58 % der Unternehmen gaben überdies an, dass ihnen die Sicherheitskompetenz im Haus fehlt.

„Seit Veröffentlichung von Stuxnet in 2010 und der darauffolgenden Angriffe auf Produktionsanlagen und Komponentenhersteller in jüngster Vergangenheit ist klar, dass wir in Zukunft nicht ohne solide Absicherung von Industrieanlagen auskommen werden“, erklärt Matthias Schmidt Co-Lead Technical Comitee Cyber Security der Open Industry 4.0 Alliance und Produktmanager Industrial Security bei IFM Solutions. „In der Open Industry 4.0 Alliance geben wir den Mitgliedern jetzt eine Strategie an die Hand, wie sie die vorhandenen Security-Standards bei sich umsetzen können. Dabei bringen wir ISO-/IEC-Standards, Aufstellungen der Mitre zu Common Weaknesses, Empfehlungen der Cloud Security Alliance oder OWASP zur Cloud- und Appsicherheit sowie des First-Forums in einen strategischen Rahmen.“

„Die Alliance definiert vier Schichten, jeweils zwei in der Werkhalle und in der Cloud“, erklärt Dr. Stephan Theis, Co-Lead Cyber Security Group der Open Industry 4.0 Alliance und Geschäftsführer der Nekst One GmbH. „Cyber Security findet in allen Schichten statt. Eine reine Software-Applikation auf Basis eines Containers kann beispielsweise keine Sicherheitsfunktionalitäten der darunter und darüber liegenden Schichten enthalten oder garantieren. Die von uns definierte Full Stack Secure Solution Architecture umfasst deshalb alle Ebenen, angefangen beim Egde Computing und Connectivity in der Werkhalle bis zur Cloud mit der Open Operator Cloud Platform und Common Cloud Central. Mittels dieses Ansatzes bekommen die Mitglieder der Alliance eine fundierte und solide Grundlage, um das Prinzip ‚Security by Design‘ in ihren Produkten und Lösungen systematisch umsetzen und anbieten zu können.“

OT-Sicherheit 

Wo es der IT schon schwer fällt, mit der Entwicklung im Cybersicherheitsbereich Schritt zu halten, scheinen die Unternehmen bei der Operational Technology (OT) und mit der Sicherheit bei Industriekontrollsystemen (ICS; Industrial Control ICS) aus Sicht der Alliance überfordert. Das Whitepaper der Open Industry 4.0 Alliance zu „Industrial Cyber Security Design Principles” gliedert sich in folgende Inhalte:

  • Rollen der Beteiligten wie Provider von Apps, Connectivity und weiterer Technologie sowie Herstellern, Systemintegratoren und schließlich Endanwendern und Service Providern,
  • Security by Design über alle Schichten mit der Full Stack Secure Solution Architecture,
  • eine Tabelle zu den eingebundenen Standards und Best Practices anderer Cyber-Security-Organisationen
  • und einer Strukturierung der Anforderungen zur Security Compliance über die vier Schichten der Alliance von der Edge bis zur Cloud

Das Strategiepapier kann über folgenden Link herunter geladen werden: https://openindustry4.com/de/Your-Downloads.html

Open Industry 4.0 Alliance (ih)

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