Diskussion OMP

Der erste Auftritt der Open Manufacturing Platform (v. l.): Sven Hamann, SVP Bosch Connected Industry; Ralf Waltram, VP IT Systems Produktion und Logistik, BMW Group; Dr.-Ing. Michael Bolle, Mitglied des Vorstands, Bosch-Gruppe; Scott Guthrie, EVP Cloud & AI, Microsoft; Werner Balandat, Leiter Produktionsmanagement, ZF Friedrichshafen AG (Quelle: Microsoft)

Die Ausweitung der intelligenten Produktion führt zu Effizienz- und Produktivitätssteigerungen und bringt zugleich neue Herausforderungen mit sich. Innerhalb der Branche haben Legacy- und proprietäre Systeme zu Datensilos geführt, die betriebsweite Einblicke und eine Transformation erschweren. Als bekanntes Hindernis für die gesamte Industrie erfordert dies oft ein hohes Maß an Investitionen bei initial überschaubarem Mehrwert innerhalb einer einzelnen Organisation. Die OMP wurde konzipiert, genau hier anzusetzen. Hersteller und Zulieferer kommen zusammen, um gemeinsam Lösungen für diese nicht-differenzierenden Probleme zu identifizieren und zu entwickeln. Die Plattform bringt Experten aus dem gesamten Fertigungssektor zusammen – darunter diskrete und Prozessfertigung, Transport und Konsumgüter, Industrieanlagen und mehr.

„Unser Ziel ist es, skalierbare Innovationen in der Fertigung voranzutreiben, die Zeit bis zur Wertschöpfung zu verkürzen und die Produktionseffizienz zu steigern, indem wir auf der Grundlage eines Open-Community-Ansatzes gemeinsame Herausforderungen miteinander lösen“, sagte Jürgen Maidl, Leiter Logistik BMW Group Produktionsnetzwerk. „Die OMP hilft produzierenden Unternehmen dabei, das Potenzial ihrer Daten zu erschließen, industrielle Lösungen schneller und sicherer zu implementieren und vom Mitwirken der Industrie zu profitieren. Dabei werden gleichzeitig geistiges Eigentum und Wettbewerbsvorteile bewahrt, betriebliche Risiken gemindert und finanzielle Investitionen reduziert.“

Gemeinsame Datenmodelle und offene Technologiestandards

Die OMP agiert unter dem Dach der Joint Development Foundation (JDF). Die JDF ist Teil der Linux Foundation und bietet der OMP die Infrastruktur und den organisatorischen Rahmen zur Erstellung technischer Spezifikationen und zum Voranbringen offener Industriestandards. Die OMP unterstützt andere Allianzen, einschließlich der OPC Foundation und der Plattform Industrie 4.0, und nutzt bestehende Industriestandards, Open-Source-Referenzarchitekturen und gemeinsame Datenmodelle.

„Industrieweite Zusammenarbeit ist der Kern der OMP und ermöglicht es Fertigungsunternehmen und ihren Partnern entlang der Wertschöpfungskette, Angebote schneller auf den Markt zu bringen und wertschöpfend zu skalieren", sagte Scott Guthrie, Executive Vice President Cloud & AI bei Microsoft. „Die Lösungen der OMP werden veröffentlicht und mit der Community geteilt, unabhängig von der Technologie, dem Lösungsanbieter oder der Cloud-Plattform, die zum Einsatz kommen.“

Arbeitsgruppen adressieren allgemeingültige Herausforderungen

„Die aus Mitgliedern des gesamten Sektors zusammengesetzten Arbeitsgruppen bilden den organisatorischen Rahmen für die Zusammenarbeit und sind das Herzstück der OMP. Wir freuen uns, zu einem Zeitpunkt beizutreten, in dem wir unsere Produktionsstätten immer stärker vernetzen und nach innovativen Wegen suchen, die große Menge der dabei anfallenden Daten zu nutzen“, so Tassilo Festetics, Global Vice President of Solutions bei Anheuser-Busch Inbev. Die ersten Arbeitsgruppen der OMP konzentrieren sich auf Themen wie IoT-Konnektivität, semantische Datenmodelle, IIoT-Referenzarchitektur und zentrale Services für ATS (Autonome Transportsysteme). Zu den ersten Schwerpunktbereichen gehören:

IoT-Konnektivität: Das OMP Steering Committee unterstützt die Bestrebungen der Industrie, IoT-Geräte und -Anlagen mit der Cloud zu verbinden. Dies ist einer der ersten Schritte zur Digitalisierung von Produktionslinien und der Nutzung von Cloud-basierten industriellen IoT-Anwendungen. „Heute dreht sich alles um Analysen und Vorhersagen, aber ohne Daten keine Analyse und ohne Konnektivität keine Daten. Es ist leicht moderne Produktionsanlagen mit einer Cloud zu verbinden. Die Herausforderungen an die Interoperabilität steigen allerdings deutlich, wenn jahrzehntealte Maschinen und Anwendungen mit unterschiedlichen Standards und Schnittstellen integriert werden sollen. Die OMP-Arbeitsgruppe ‚IoT Connectivity‘ konzentriert sich daher darauf, industrietaugliche Edge- und Cloud-Funktionalitäten zu erarbeiten, die diese Einbindung erleichtern“, sagte Werner Balandat, Leiter Produktionsmanagement ZF Friedrichshafen AG.

Semantisches Datenmodell: Eine weitere OMP-Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die semantische Datenmodellierung: Maschinen- und Fertigungsdaten sind für Industrieunternehmen entscheidend für die Produktionsoptimierung mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI). Die Verwaltung von Daten in einem einheitlichen Format und über mehrere Quellen mit sich ständig weiterentwickelnder Semantik stellt jedoch eine echte Herausforderung dar. „Daten sind der Rohstoff für Industrie 4.0 und eine Grundvoraussetzung, die Produktion mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu optimieren. Innerhalb der OMP entwickeln wir nun ein semantisches Modell, das Daten verständlich aufbereitet und deren Beziehungen und Abhängigkeiten veranschaulicht. Benutzer erhalten so keine kryptischen, unverständlichen Zahlen und Zeichen mehr, sondern fertigungsrelevante Informationen mit dem nötigen Kontext. Diese semantische Datenstruktur sorgt für Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. KI-basierte Geschäftsmodelle im großen Maßstab werden so möglich“, erklärte Dr.-Ing. Michael Bolle, Mitglied des Vorstands, Bosch-Gruppe.

Das Steering Committee ermutigt Hersteller und Zulieferer aller Art, der Community beizutreten.

 

Microsoft (ih)

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