Service Robots Made in Berlin: v.l. Franziska Giffey, Petra Workerbot, Dr. Diana Rothe, Matthias Krinke, Matthias Nguyen Ba und Romi Workerbot (Quelle: pi4 Robotics)
Bei pi4 Robotics prägen Roboter den Arbeitsalltag stärker als in den meisten anderen Unternehmen. Nach eigenen Angaben besteht das Team zu einem erheblichen Teil aus robotischen Systemen, ergänzt durch menschliche Mitarbeitende. Diese ungewöhnliche Teamstruktur ist weniger als Provokation gedacht, sondern als praktischer Ansatz: Automatisierung dort einsetzen, wo sie sinnvoll ist – und Menschen dort, wo Entscheidungen, Kreativität und Verantwortung gefragt sind.
Die Roboter bei pi4 Robotics übernehmen keine reinen Demonstrationsaufgaben. Sie sind in reale Prozesse eingebunden und erledigen Tätigkeiten, die klassisch dem operativen Tagesgeschäft zugeordnet werden. Dazu zählen unter anderem Aufgaben am Empfang und im Telefondienst, Reinigungsarbeiten, Produktions- und Logistikprozesse, das Be- und Entladen von Maschinen sowie Sicherheitsfunktionen. Auch im Service, bei Veranstaltungen oder im Einzelhandel kommen robotische Systeme zum Einsatz. Selbst kommunikative Aufgaben wie Präsentationen, einfache Marketingaktivitäten oder die Erstellung standardisierter Inhalte werden teilweise automatisiert unterstützt.
Der zugrunde liegende Gedanke ist dabei klar abgegrenzt: Robotik soll menschliche Arbeit nicht ersetzen, sondern ergänzen. Während Roboter vor allem für wiederholbare, skalierbare und physisch oder organisatorisch aufwendige Tätigkeiten eingesetzt werden, bleiben Entwicklung, Gestaltung, Entscheidungsfindung und Verantwortung in menschlicher Hand. Automatisierung wird so als Werkzeug verstanden – nicht als Selbstzweck.
Das Unternehmen verfolgt diesen Ansatz bewusst außerhalb von Laborumgebungen oder Pilotprojekten. Der Betrieb findet unter realen Bedingungen statt, mit allen Anforderungen und Reibungen des Alltags. Ziel ist es, Robotik wirtschaftlich nutzbar zu machen, ohne sie mit überzogenen Zukunftsversprechen oder Schlagworten zu überladen. Der Standort in Berlin-Wedding steht damit exemplarisch für einen pragmatischen Zugang zur Automatisierung: nicht theoretisch, sondern praktisch erprobt. Wer über die Arbeitswelt von morgen spricht, kann hier beobachten, wie sie heute bereits organisiert wird.