Siemens gibt die Digital-Native-CNC Sinumerik One als Kernelement für die digitale Transformation der Werkzeugmaschinenwelt an (Quelle: Siemens)

Die Covid-19-Pandemie hat das Tempo von Veränderungen in Märkten und damit einhergehenden Anforderungen aus Siemens-Sicht deutlich beschleunigt. Hinzu kommen die wachsende Individualisierung und der dringende Bedarf nach mehr Nachhaltigkeit. "Das lässt sich mithilfe von Digitalisierung und Automatisierung bewältigen. Die riesigen Datenmengen, die dabei entstehen, bringt Siemens in einem kontinuierlichen Kreislauf zwischen realer und digitaler Welt zusammen. So können Mitarbeitende in Industrieunternehmen passende Entscheidungen, die auf Daten basieren, treffen und schneller auf Trends und Veränderungen reagieren", heißt es von Unternehmensseite.

Show Case zeigt Nutzen auf

Wie ein schnelles Reagieren auf Trends funktioniert, will Siemens auf der EMO Milano und den Siemens Machine Tool Days anhand der 2019 in den Markt als Digital Native eingeführten CNC Sinumerik One demonstrieren. Im Mittelpunkt der Events steht eine Fertigungsanlage, die zwei mit Sinumerik One gesteuerte Maschinen zeigt: ein 5-Achs-Fräszentrum und eine Additive-Manufacturing-Maschine auf Roboterbasis. Mit diesen beiden Maschinen können zum Beispiel Zahnräder von Großgetrieben repariert werden, anstatt sie zu ersetzen. Eingesetzt werden derartige Großgetriebe in Bereichen wie der Windenergie, wo sie durch die enormen Reibungskräfte einem natürlichen Verschleiß unterliegen und deshalb in bestimmten Zeitintervallen ausgetauscht werden müssen. Siemens demonstriert auf der EMO Milano und den Siemens Machine Tool Days, wie die Zahnräder zunächst im Fräszentrum plan gefräst werden. Anschließend kommt ein Roboter zum Einsatz, der in additivem Fertigungsverfahren die Zähne wieder aufbaut. Der letzte Präzisionsschliff erfolgt am Ende wieder auf dem 5-Achs-Fräszentrum. "Durch die Reparatur anstelle der Neuproduktion werden nicht nur Materialressourcen eingespart, sondern auch ca. 60 % an Energie. Sinumerik One, die erste Digital Native CNC, repräsentiert das Kernelement für die digitale Transformation der Werkzeugmaschinenwelt. Dank des digitalen Zwillings via Create MyVirtual Machine konnten beide Maschinen parallel entwickelt, getestet und funktional abgenommen werden, lange bevor die reale Maschine in Betrieb genommen wurde. Maschinenbauende gelangen somit schneller zu einer besseren Maschine und Maschinenanwendende schneller zum richtigen Werkstück", heißt es in einer Pressemeldung.

Weiter verweisen die Siemens-Experten darauf: "Mithilfe von digitalen Zwillingen, wie beispielsweise bei Sinumerik One, und dem Einsatz von Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz oder industriellem Edge-Computing können Maschinenbauende und Anwendende entstehende Daten sammeln, analysieren, verstehen und somit sinnvoll nutzen. Dadurch können sie schnell und flexibel auf Herausforderungen reagieren, und ihre Produkte und Herstellungsprozesse an neue Bedarfe anpassen und Ressourcen sparen." 

Mit den neuen Sinumerik One MCPs möchte Siemens eine intuitive Maschinenbedienung auf den Markt bringen, die CNC-Anwendern mehr Komfort, Effizienz und Flexibilität bietet.

Höhere Flexibilität und innovative Technologie für die Maschinenbedienung

Außerdem tritt die Sinumerik One mit neuen Funktionen und Technologie-Updates auf. Eventteilnehmende haben unter anderem die Möglichkeit, die neuen Sinumerik One Machine Control Panels (MCP) in Aktion zu erleben. Mittels der intuitiven Maschinenbedienung sollen CNC-Anwender mehr Komfort, Effizienz und Flexibilität erhalten. "Das neue ergonomische Metalldesign im Blackline-plus-Design lässt sich in bestehende Bedienkonzepte integrieren und passt für 19-Zoll- bis 24-Zoll-Panels. Es ist somit individuell für kundenspezifische Anforderungen konfigurierbar", so die Experten. Darüber hinaus sollen neue Funktionalitäten das Bedienen erleichtern. So kombiniert der sogenannte Powerride den Override-Schalter mit dem NC-Startknopf für ein einfaches und effizientes Einrichten. Mit der integrierten LED-Skala im Powerride können IST-Werte von nun an visualisiert werden. Mit dem Powerride wird der Vorschub nach Satzende automatisch zurückgesetzt. Zudem gibt der Powerride haptisch durch kurze Vibration Rückmeldung, sobald ein definierter Grenzwert überschritten wird. Das Qwerty-Keyboard ist bei den MCP für die 22-Zoll- und 24-Zoll-Variante als Standard vorgesehen, sodass Anwendende dieser Varianten kein zusätzliches Keyboard mehr benötigen. Eine integrierte RGB-LED-Beleuchtung im Qwerty-Keyboard ermöglicht individualisierbare Farbkonzepte für einfaches Arbeiten. Das Sinumerik One MCP kann aufgrund seiner Robustheit in harter industrieller Umgebung verwendet werden. Seine Vorderseite entspricht der Schutzklasse IP65. 

Erweiterungen für Werkzeugmaschinen

Mit Industrial Edge bietet Siemens ein Konzept, bei dem sowohl Maschinenbauende als auch Anwendende je nach Bedarf die Vorteile der Datenverarbeitung mittels Edge beziehungsweise Cloud Computing nutzen können. Für die Echtzeitanalyse von Daten vor Ort in der Fertigung sowie deren intelligente Nutzung erweitert Siemens sein Portfolio auch im Bereich Edge-Computing für Werkzeugmaschinen. "Im Rahmen der EMO Milano und der Siemens Machine Tool Days 2021 wird mit den neuen Hardwarevarianten IPC 127E und IPC 427E die Skalierbarkeit der Edge-Hardware möglich sein. Außerdem wird Siemens weitere neue Applikationen für verschiedene Anwendungen launchen", gibt das Unternehmen einen Vorgeschmack.

Siemens (ih)

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