Die richtige Integrationsstrategie für Gerätehersteller

Thomas Rauch, Chief Technology Officer (CTO) bei Hilscher: „Cybersecurity muss von Anfang an in die Architektur integriert werden – in Hardware, Software und Managementsysteme.“

Thomas Rauch, Chief Technology Officer (CTO) bei Hilscher: „Cybersecurity muss von Anfang an in die Architektur integriert werden – in Hardware, Software und Managementsysteme.“ (Quelle: Hilscher)

Beim comX 90 von Hilscher werden alle Kommunikationsaufgaben autonom im Modul ausgeführt. Das multiprotokollfähige Embedded- Modul vereint Hard- und Softwarekomponenten, die die Anforderungen der IEC 62443 abdecken.

Beim comX 90 von Hilscher werden alle Kommunikationsaufgaben autonom im Modul ausgeführt. Das multiprotokollfähige Embedded-Modul vereint Hard- und Softwarekomponenten, die die Anforderungen der IEC 62443 abdecken. (Quelle: Hilscher)

Vor diesem Hintergrund rückt die Frage der Integrationstiefe stärker in den Fokus. Embedded-Module besetzen die Zwischenposition zwischen tiefem SoC-Design-in und fertigen Kommunikationsbausteinen wie PC-Karten oder externen Lösungen. Gerade diese mittlere Integrationsstufe kann heute attraktiv sein: Sie hilft, Entwicklungsaufwand und Time-to-Market zu begrenzen, ohne dass Hersteller jede Protokoll- und Security-Funktion selbst vollständig neu entwickeln müssen. Zugleich ist ein Embedded-Modul nicht in jedem Fall die beste Wahl. Wer maximale Eigenkontrolle über die Architektur anstrebt, extreme Kostenskalierung realisieren will oder nur sehr einfache Kommunikationsanforderungen adressiert, kann je nach Anwendung mit anderen Integrationsansätzen besser fahren. Die Stärke von Embedded-Modulen liegt also nicht darin, immer die beste Lösung zu sein. Ihre Stärke liegt darin, unter steigenden Sicherheits-, Update- und Integrationsanforderungen für viele Gerätehersteller ein besonders belastbarer Kompromiss zu werden.

Praktische Umsetzung

Am Beispiel des comX 90, einer multiprotokollfähigen Kommunikationsschnittstelle des Industriekommunikationsspezialisten Hilscher aus Hattersheim, lässt sich zeigen, wie ein modernes Embedded-Modul auf diese veränderten Anforderungen antworten kann. Als kompakte Device-Lösung (vormals Slave) adressiert es genau den Bedarf vieler Gerätehersteller, industrielle Kommunikation zügig in bestehende Gerätearchitekturen zu integrieren, ohne sich in jeder Protokoll- und Sicherheitsfrage bis in die tiefste Ebene selbst spezialisieren zu müssen. Der Mehrwert solcher Module liegt damit nicht nur in der Konnektivität, sondern in der planbareren Beherrschung von Komplexität an einer Stelle, die für die Zukunftsfähigkeit des Produkts immer wichtiger wird.

Wenn Kommunikationsmodule zunehmend auch Träger höherer Integrations- und Sicherheitsanforderungen werden, dürfte sich diese Entwicklung in künftigen Modul-Generationen weiter fortsetzen. Ein rechtzeitiger Blick auf zukünftige Kommunikationstechnologien wie die neue netX-900-Generation von Controller-fähigen Netzwerkprozessoren (vormals Master) von Hilscher, kann deshalb sinnvoll sein. Nicht als Produktversprechen, sondern als Gradmesser dafür, wohin sich die Rolle industrieller Kommunikationsmodule entwickelt.

Konnektivität allein reicht nicht mehr aus

Industrielle Kommunikation wird heute neu bewertet, weil sie nicht mehr nur Datenübertragung organisiert, sondern zunehmend Sicherheit, Update-Fähigkeit und regulatorische Belastbarkeit mitträgt. Der CRA macht diesen Wandel nicht allein aus, aber er gibt ihm einen klaren zeitlichen und regulatorischen Rahmen: Produkte mit digitalen Elementen sollen über ihren Lebenszyklus hinweg sicher entworfen, gepflegt und bei Vorfällen organisatorisch beherrscht werden.

Damit verändert sich auch die Rolle von Kommunikationsmodulen. Sie sind nicht länger nur Integrationshelfer, sondern ein strategischer Bestandteil der Produktarchitektur. Wer industrielle Kommunikation heute entwickelt, entscheidet deshalb nicht mehr nur über Konnektivität, sondern über die zukünftige Sicherheits- und Regulierungsfähigkeit seines Produkts.

www.hilscher.com

Julius Abraham ist Marketing-Manager bei der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH
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