Explosionsgrafik des Frequenzumrichters Inveor MC1. (Quelle: Kostal)
Kostal möchte mit dem Ansatz „Build your own system“ Konstrukteure, Systemintegratoren oder Maschinenbauer ermutigen, nicht auf vorgefertigte Antriebssysteme zurückzugreifen, sondern sich ein eigenes System aus individuell konfigurierten Komponenten zu gestalten. Gemäß den Experten des Unternehmens "profitieren Kunden davon, dass Ihnen die gesamte Marktbandbreite an Motoren zur Verfügung steht. Sie können sich aus der Vielfalt des Angebots den für sie passenden Motor herauspicken, je nachdem welche Prioritäten hierbei im Vordergrund stehen: Kostenfaktor, Motortechnologie oder IE-Klasse. Ist der Motor einmal ausgewählt, kann man ihn mit einem Frequenzumrichter aus dem Kostal-Portfolio zu einem System verbinden. Das motormontierte Konzept garantiert eine mechanische Adaption auf nahezu jeden Motor am Markt." Die regelungstechnische Verbindung erfolgt vollautomatisch durch die Selfcom-Funktion im Frequenzumrichter: innerhalb kürzester Zeit kann der Frequenzumrichter den Motor mithilfe dieser Funktion vermessen und parametrieren.
Patentiertes Regelungsverfahren
Der MC1 ist das neueste Mitglied in der Inveor-Frequenzumrichter-Familie. Er ist mit dem patentierten Kostal-Regelungsverfahren ausgestattet, das eine performante Regelung aller Motorarten – unabhängig von Technologie, Hersteller oder IE-Klasse – sowie Überlasten bis zu 250 % ermöglichen soll. Die Regelung erfolgt nach Angaben des Unternehmens ohne einen Rotorlagegeber. Durch die direkte Verbindung mit dem Motor kann der Frequenzumrichter veränderte Schwingungen des Antriebssystems erfassen. Mit der integrierten Funktion des Vibration Monitorings können so Abweichungen vom Standard und ein fortschreitender Verschleiß oder drohender Ausfall rechtzeitig erkannt werden. Hierdurch wird ein einfacher Einstieg in die Predictive Maintenance ermöglicht.
Unterschiedliche Varianten
Der Inveor MC1 steht in unterschiedlichen Variantenausprägungen (MC101 bis MC104) zur Verfügung, die sich an den Anforderungen der verschiedenen Applikationen orientieren. Auf diese Art soll sichergestellt werden, dass der Anwender einen Frequenzumrichter erhält, der nur die Funktionen enthält, die tatsächlich auch benötigt werden. Unter anderem gibt es Varianten für Basisanwendungen, Pumpen/Lüfter und Maschinenbau. Die Variante MC104 ist insbesondere auf die Anforderungen in der Intralogistik zugeschnitten. So verfügt das Gerät über eine Haltebremsenansteuerung, einen internen Bremswiderstand, unterschiedliche Ethernet-Feldbusse und funktionale Sicherheitsfunktionen. Es ist so konstruiert, dass sowohl Installations- als auch Austauschzeiten in der Praxis minimiert werden: Anschlussmöglichkeiten von drei Seiten, komplett steckbare Anschlüsse sowie die automatisierte Inbetriebnahme ermöglichen ein einfaches Handling und eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Über einen microSD-Kartenslot kann bei einem Ausfall des Geräts die einfache Übernahme des Parametersatzes via microSD-Karte realisiert werden.
Minimierte Lagerhaltung
"Das modulare Konzept des Frequenzumrichters Inveor MC1 ermöglicht es, dass bestimmte Optionen wie Funktionale Sicherheit, Auswahl des Feldbus und Erweiterung der Ein-und Ausgänge über M12-Stecker sowie Relais nachträglich, erst beim Endkunden installiert oder konfiguriert werden können. Das sorgt für eine Reduzierung der Variantenvielfalt und damit eine deutlich geringere Lagerhaltung", so die Experten des Unternehmens. Smarte Bedienkonzepte wie ein optionaler Bluetooth-Stick sollen die komfortable Steuerung und Parametrierung per App ermöglichen. Der Inveor MC1 kann mit einer breiten Auswahl an Feldbusschnittstellen (u a. CANopen, Profinet, Ethercat) sowie MQTT ausgestattet werden. Darüber hinaus erreicht er mit seinem Aluminium-Gehäuse die Schutzart IP65.
SPS: Halle 3A, Stand 430