Hofbräu München verkauft mehr als 50 % seiner Biere in Mehrwegfässern, sogenannte Kegs.

Bild 01: Hofbräu München verkauft mehr als 50 % seiner Biere in Mehrwegfässern, sogenannte Kegs. (Quelle: Hofbräu/Lars Wiedemann)

Die Geschichte des Münchner Hofbräuhauses reicht weit zurück: Gegründet wurde es am 27. September 1589 durch Herzog Wilhelm V. von Bayern, weil das Bier in München nicht den Ansprüchen seines Hofes genügte. Im Jahr 1602 legte Herzog Maximilian I. den Fokus auf die Weißbierproduktion und 1828 öffnete König Ludwig I. das Hofbräuhaus für die Öffentlichkeit. Damit wurde es endgültig zum beliebten Treffpunkt für Bürger, Künstler, Touristen und Vertreter aus der Politik. Seinen heutigen Standort am Platzl in der Münchner Altstadt bezog das Hofbräuhaus im Jahr 1607. 1896 bis 1897 fand die Neuerrichtung des Gebäudes, das heute als Gasthaus dient, im Stil der Neorenaissance statt. Seitdem ist es ein architektonisches Highlight der Innenstadt. Der eigentliche Braubetrieb wurde 1988 in ein modernes Werk in München-Riem verlagert.

Alte Fassabfüllung stößt an Grenzen

Mit dem Neubau der Brauerei am Standort Riem entstand auch eine Abfüllanlage für Mehrwegfässer, sogenannte Kegs (Bild 1). Trotz ständiger Erweiterung und Modernisierung kam es im Lauf der Zeit zu Kapazitätsengpässen. Auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wurde schwieriger. „Die Nutzungsdauer der alten Keg-Anlage war ausgeschöpft“, erzählt Silvio Di Tano, Leiter des Elektro-Teams von Hofbräu München. Hinzu kam, dass andere Fassformate wie Einwegfässer für den Export mit der bisherigen Anlage nur bedingt abgefüllt werden konnten. Weil Hofbräu München über 50 % seiner Biere in Kegs verkauft, ist das effiziente und wirtschaftliche Abfüllen von großer Bedeutung. Die Keg-Fässer für den kommerziellen Verkauf an Gastronomiebetriebe haben ein Fassungsvermögen von 20 l, 30 l oder 50 l.

Neue Anlage erfüllt aktuelle und Zukunftsanforderungen

Mit Planung, Aufbau und Inbetriebnahme der neuen Fassabfüllanlage beauftragte HB die Firma Albert Frey [1]. Das Unternehmen produziert seit mehr als 115 Jahren Anlagensysteme für Brauereien und die Getränkeindustrie. Es liefert komplette Prozessanlagen aus einer Hand. Mit der neuen Anlage konnte die Abfüllleistung in Riem von 240 auf 400 Fässer pro Stunde erhöht werden. Zudem hält sie noch Reserven für die künftige Steigerung der Abfüllkapazität vor. Auch die Umwelt profitiert: Im Vergleich zur alten Anlage konnten der Wasserbedarf auf etwa ⅓ gesenkt und der CO2-Fußabdruck annähernd halbiert werden. Insgesamt ist die Fassabfüllung somit effizienter und umweltfreundlicher.

Hofbräu München wurde nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) validiert. Dieses stellt sicher, dass alle Umweltaspekte von Energieverbrauch bis zu Abfall und Emissionen rechtssicher und transparent umgesetzt werden. HB gehört zu einer Gruppe von 26 EMAS-validierten Brauereien, von insgesamt 647 Brauereien in Bayern.

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