On-premise-Lösung ohne eigene Hardware

Bild 02: Funk-Sensoren detektieren Behälter zum Beispiel in E-Kanban-Regalen und senden die Signale über eine Sensor Bridge an die Unternehmens-IT. (Quelle: Steute Technologies)

Bild 03: Blick von oben: Long-Range-Sensoren erkennen freie Stellplätze in Materialsupermärkten. Gut zu sehen: das separate Batterie- und Funkmodul. (Quelle: Steute Technologies)

Bild 04: Bestandteil der Nachschubsteuerung: Lasersensoren erfassen zum Beispiel Behälter oder deren Füllstand. (Quelle: Steute Technologies)

Bild 05: Über robuste, speziell für diesen Einsatzfall entwickelte Funk-Sensoren können auch Bahnhöfe von Dollys in die automatisierte Nachschubversorgung integriert werden. (Quelle: Steute Technologies)
Das hier beschriebene Nexy-System des Steute-Geschäftsbereichs Leantec [1] kommt vor allem in der Automobilindustrie, aber auch in der Montage von Elektrokomponenten und Geräten der Medizintechnik zum Einsatz – und es wird kontinuierlich weiterentwickelt. Zu den neueren Optionen gehört eine „hardwarelose“ Sensor Bridge als Alternative zum bislang für den Betrieb erforderlichen Industrie-PC (Bild 6).
Diese hardwareunabhängige „Docker only“-Version der Sensor Bridge ist für Unternehmen interessant, die eine schlanke IT-Hardware mit möglichst wenigen Edge Devices und entsprechend geringem Administrationsaufwand wünschen. Sie können die Funktionalitäten von Nexy in vollem Umfang nutzen, ohne einen zusätzlichen Hardware-Baustein installieren und administrieren zu müssen. Das Image für die Sensor Bridge und die Konfiguration kann mit wenigen Befehlen auf dem Server des Anwenders eingerichtet werden. Und im Betrieb sorgt ein Dashboard für zusätzliche Transparenz im Informations- und Materialfluss.
„Zweckentfremdung“ ist erwünscht
Zu den Kennzeichen von Nexy gehört die Offenheit, was die Anwendungsmöglichkeiten betrifft. Neben C-Teilen gibt es in der (halb-)automatisierten Montage ja auch andere nicht bestandsgeführte Warengruppen, die montiert werden, und Verpackungen, die aus der Montagezone entsorgt werden müssen. Ein Pharmahersteller hat deshalb das Nexy System in einer ebenso kompakten wie komplexen Montagelinie für Injektions-Pens installiert. Die Funksensoren überwachen die Stellplätze sowohl 06 Die „On premise“-Version von Nexy kommt ohne zusätzlichen Hardware-Baustein – d. h. ohne Industrie-PC – aus. für Montageteile als auch für Leerbehälter. Die Logistiker in der Linie sind mit Tablets ausgerüstet, die als „Frontend“ von Nexy anschaulich visualisieren, welche Montagestationen mit Teilen zu versorgen und wo Leerverpackungen zu entsorgen sind. Hier dockt Nexy an die Visualisierung des Agilox-Flottenmanagements an, das sich gut um solche Aufgaben erweitern lässt.
Fazit: Ein praxisgerechtes Tool für die Produktionsoptimierung
Das Beispiel zeigt: Mit einem funkbasierten AMS steht den Anwendern eine praxisgerechte Lösung für die IT-gestützte und zugleich funkgestützte Produktionsoptimierung zur Verfügung. Insbesondere bei Montageprozessen bietet das Funknetzwerk Vorteile, weil es den Materialfluss von nicht bestandsgeführten Komponenten zeitnah und realistisch abbildet. So kann eine bedarfsgerechte Nachschubversorgung gewährleistet werden.
Neue Funkschaltgeräte-Baureihen auf der SPS
Zum Funkschaltgeräte-Programm von Steute gehören nicht nur die hier beschriebenen netzwerkfähigen Funksensoren, sondern auch Schaltgeräte für die kabellose Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Hier stellt Steute auf der SPS in Nürnberg u. a. zwei Neuheiten vor.
Eine neue Funkfußschalterbaureihe nutzt ein von Steute entwickeltes Funksystem auf Bluetooth-LE-Basis, das sich u. a. durch eine hohe Reichweite auszeichnet und unter den oft ungünstigen Bedingungen des Industriebetriebs (viele Abstrahlungen, Koexistenz mit anderen Funksystemen) eine hohe Übertragungssicherheit erreicht. Außerdem wurde – im Vergleich zur Vorgängerbaureihe – der Energieverbrauch um bis zu 50 % reduziert. Das ermöglicht lange Akku-Laufzeiten zwischen den Ladezyklen.
Bei den Funksensoren erweitert Steute das Programm um kompakte Induktivsensoren mit flexiblem Schaltpunkt dank digitaler Autokalibrierung. Das bedeutet: Die Sensoren passen ihren Schaltpunkt automatisch und dynamisch an das Umfeld an. Damit sind sie sowohl für bündigen als auch für nicht bündigen Einbau geeignet und können sich an zunehmende Verschmutzung (z. B. Späne bei Anwendungen in der Metallverarbeitung) anpassen (Bild 7).
Literatur
- Steute Technologies GmbH & Co. KG, Löhne: www.leantec.com, www.controltec.com

