„Der Maschinenbau setzt weiter konsequent auf Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit, noch ausgehend vom Standort Deutschland“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. (Quelle: VDMA)
F&E-Aufwendungen tendenziell steigend
Handelspolitische Spannungen, ein Übermaß an Bürokratie und große Unsicherheiten belasten aktuell den Maschinen- und Anlagenbau. Dennoch rechnen die meisten Unternehmen für 2025 mit stabilen oder sogar leicht steigenden F&E-Aufwendungen. So gehen laut der VDMA-Umfrage 41 Prozent von einer stabilen Entwicklung der F&E-Aufwendungen im Inland aus, 37 % planen sogar mit steigenden Aufwendungen. Einen Rückgang erwarten lediglich 22 %. „Der Maschinenbau setzt weiter konsequent auf Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit, noch ausgehend vom Standort Deutschland“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Die eigene Leistungsstärke ist gerade in diesen Zeiten beachtlich, zumal die Unternehmen bis dato kaum staatliche F&E-Mittel erhalten, zuletzt rund 200 Millionen Euro im Jahr.“
Nutzung der Forschungszulage steigt weiter
Mittlerweile nutzt durchschnittlich jedes zweite Unternehmen (48 %) der Unternehmen die steuerliche Forschungsförderung. Das ist noch mal eine deutliche Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr, als der Anteil noch bei 37 % lag. Am stärksten machen mittelständische Unternehmen von dem Instrument Gebrauch. „Längst ist die Forschungszulage bei uns das Förderinstrument Nummer eins“, so H. Rauen. „Ein weiteres Optimieren und Ausweiten des Instruments hilft unserem Standort auch bei strategisch relevanten Technologien wie der Batteriezellfertigung.“ 9 von 10 Unternehmen nutzen die Mittel der Forschungszulage denn auch direkt wieder für die Finanzierung von F&E-Aktivitäten.
Bedrohliche Abhängigkeiten bei Schlüsseltechnologien
In zentralen Schlüsseltechnologien sehen die befragten Unternehmen aus dem Maschinenbau eine bedrohliche Abhängigkeit von außereuropäischen Staaten. Dies betrifft insbesondere Künstliche Intelligenz (86 %), Big Data (64 %), digitale Mobilitätstechnologien (53 %) und Mikroelektronik (49 %). „Viele Produktionstechnologien sind der Garant dafür, dass sich bei solchen Technologien Abhängigkeiten vermindern lassen und in Europa Wertschöpfung und zukunftsfeste Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt H. Rauen. „Gebot der Stunde sind Investitionen gerade dort, wo sie in einen technologisch souveränen und international wettbewerbsfähigen Innovationsraum einzahlen.“ Wichtige staatliche Stellschrauben sehen die Unternehmen in der Förderung von Wissenschaft, Grundlagenforschung, Bildung und europäischer Kooperation.
China ist Hauptwettbewerber
Die Umfrage zeigt, dass die meisten Unternehmen in Bezug auf Innovationskraft mittlerweile ihren Hauptwettbewerb in China sehen (65 %). In Deutschland verorten 53 % ihren Hauptwettbewerb, in den USA 25 %, was in erster Linie auf große Firmen zutrifft. Die meisten Befragten führen die Innovationsstärke chinesischer Unternehmen auf staatliche Unterstützungsmaßnahmen und Subventionen zurück (89 %) sowie auf eine geringere Bürokratielast (73 %). 51 % sehen im Abfluss von Wissen aus Europa einen Grund für die Entwicklung. „Das Vermeiden von ungewolltem Wissensabfluss aus der öffentlich finanzierten Forschung auf der Basis von Leitplanken gehört auf die politische Agenda“, fordert der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Als Maxime brauchen wir noch viel mehr ‚Research for Industry‘ für einen starken heimischen Innovationsraum“.