Ex- und Importe der deutschen Elektro- und Digitalindustrie: Zuwächse im Europageschäft kompensieren zuletzt Rückgänge in China und USA. (Quelle: ZVEI)
Vor allem die Importe elektrotechnischer und elektronischer Waren nach Deutschland zeigten sich noch unbeeindruckt von den globalen Handelsunsicherheiten. Mit 20,8 Mrd. Euro übertrafen sie ihren Vorjahreswert im Juni um 8,5 %. In den gesamten ersten sechs Monaten dieses Jahres wuchsen sie fast genauso stark (+ 7,4 % auf 133,7 Mrd. €). „Unterstützt hat dabei sicher auch der starke Euro, der aus dem Ausland bezogene Vorleistungen und Waren in heimische Währung umgerechnet preiswerter macht“, so A. Gontermann. Die sektorspezifische Handelsbilanz fiel im ersten Halbjahr mit minus 6,3 Mrd. Euro entsprechend leicht defizitär aus.
Exportranking nach Ländern
„Trotz der Zoll-Kapriolen waren die USA im ersten Halbjahr 2025 das größte Abnehmerland deutscher Elektroexporte“, sagte A. Gontermann. Dorthin gingen in der ersten Jahreshälfte Elektrogüter im Wert von insgesamt 12,7 Mrd. Euro – ein Anstieg von 2,6 % zum Vorjahr. Im Juni verfehlten die Branchenausfuhren in die USA ihren Vorjahreswert allerdings um 3,9 % auf 2,0 Mrd. Euro – dies war der dritte Rückgang in Folge; noch blieb er allerdings vergleichsweise moderat.
China wurde im Ranking auf Platz zwei verdrängt. Die kumulierten Elektroexporte in die Volksrepublik reduzierten sich in den ersten sechs Monaten um 12,2 % auf 11,6 Mrd. Euro.
Auf den Plätzen drei bis fünf folgen im Abnehmerranking des ersten Halbjahrs 2025 die Niederlande, Frankreich und Polen. Die Branchenausfuhren in die Niederlande konnten in der ersten Jahreshälfte um 2,2 % auf 7,3 Mrd. Euro zulegen. Die Lieferungen nach Frankreich gaben leicht nach (- 1,4 % auf 7,2 Mrd. €), wohingegen die Elektroexporte nach Polen kräftig um 9,1 % auf 5,8 Mrd. Euro stiegen.
Die Plätze sechs bis zehn im Abnehmerranking gingen im ersten Halbjahr ausschließlich an europäische Länder. So nahm Italien den sechsten Rang ein – mit aufgenommenen Elektroexporten von 5,6 Mrd. Euro (+ 4,1 %). Dahinter folgte das Vereinigte Königreich, wohin die Lieferungen in den ersten sechs Monaten um 14,3 % auf 5,3 Mrd. Euro ansprangen. Elektrogüter im Wert von 5,1 Mrd. Euro wurden nach Tschechien verbracht (+ 5,7 %). Die Exporte ins benachbarte Österreich (Platz 9) lagen mit 5,0 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2025 um 4,5 % höher als ein Jahr zuvor. Jene ins zehntplatzierte Spanien übertrafen ihr Vorjahresniveau in der ersten Jahreshälfte um 15,9 % (4,8 Mrd. €).
Exporte nach Europa steigen
Die genannten Länder stehen auch stellvertretend für die bessere Entwicklung der Ausfuhren nach Europa in den ersten sechs Monaten (+4,7% auf 81,1 Mrd. €). „Das Geschäft mit dem europäischen Binnenmarkt war somit nicht nur im Juni, sondern im gesamten bisherigen Jahresverlauf dynamischer als das mit China und den USA“, sagte A. Gontermann.