Bis 2021 soll die Zahl der Beschäftigten bei Balluff von weltweit 3.600 auf 3.200 reduziert werden – rund die Hälfte der Stellenstreichungen betrifft den Stammsitz in Neuhausen (Quelle: Balluff)

Bereits im vergangenen Jahr ging der Gesamtumsatz bei Balluff um 3,9 % auf 469 Mio. € zurück. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz um mehr als 7 %. Als Gründe für diese Entwicklung nennt die Geschäftsführung nicht nur die Auswirkungen der Corona-Krise, sondern auch die bereits im vergangenen Jahr spürbare wirtschaftliche Eintrübung in für Balluff wichtigen Industrien, wie der Automobilbranche oder dem Maschinen- und Anlagenbau, durch den tiefgreifenden strukturellen Wandel. Gleichzeitig erhöhte sich der Wettbewerbsdruck durch fallende Preise aufgrund weltweiter Überkapazitäten. Daher rechnet die Gruppe auch mit einem längeren Rückweg zum Umsatzniveau früherer Jahre.

„Wir haben es mit einer Kombination aus den Auswirkungen von Covid-19, einer längerfristigen konjunkturellen Schwächephase und einem tiefgreifenden strukturellen Wandel zu tun. Dem können wir nicht allein mit temporären Maßnahmen, wie Kurzarbeit oder tariflichen Einigungen zur Arbeitsplatzsicherung, begegnen. Deshalb müssen wir auf diese grundlegenden Veränderungen anders reagieren“, begründet die Geschäftsführerin Katrin Stegmaier-Hermle das Vorgehen. „Natürlich werden wir die Umstrukturierung gemeinsam mit dem Betriebsrat so sozialverträglich wie möglich gestalten. Aber wir sehen leider keinen anderen Weg, die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe für die Zukunft zu sichern.“

Langfristig sieht sich das Unternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen gut aufgestellt. Der Trend zu einer immer stärkeren Vernetzung der Automatisierungskomponenten und dem Industrial Internet of Things (IIoT) biete für Balluff weiterhin große Chancen, in der Zukunft weiterzuwachsen. Qualitativ hochwertige Sensoren werden zu zuverlässigen Datenquellen für vernetzte industriellen Fertigungen. „Unser bereits existierendes Portfolio bietet hierfür eine perfekte Basis, um in Zukunft Hardware mit Software zu Smartware zu verknüpfen und damit noch mehr nützliche Daten der Maschinen und Anlagen zur Verfügung zu stellen“, beschreibt Geschäftsführer Florian Hermle den künftigen Fokus des Unternehmens.

Balluff (ih)

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