Geschäftsführer der Kübler Group (v. l.): Lothar W. Kübler, Gebhard F. Kübler und Martin Huth (Quelle: Kübler)

Wie die meisten Unternehmen der Branche spürt auch Kübler die Auswirkungen der Corona-Pandemie. So gibt das Geschäftsführungsteam Lothar und Gebhard Kübler, sowie Martin Huth an, bis Ende des ersten Quartals gut im Plan gelegen zu haben. Coronabedingt sei dann bereits im April ein deutlicher Rückgang im Auftragseingang zu spüren gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war die Produktion dank des hohen Auftragseingangs im ersten Quartal noch ausgelastet. Dieser „Auftragspuffer“ hielt bis Mitte Juni an. Seitdem hat das Unternehmen Kurzarbeit eingeführt und weitere Einsparungen durchgeführt.

Seit Ende August verzeichnet die Unternehmensgruppe wieder einen etwas ansteigenden Auftragseingang. "Im Moment können wir nur auf Sicht planen. Aktuell gehen wir davon aus, dass dank des guten ersten Quartals der Umsatzrückgang 2020  im Vergleich zum Vorjahr zwischen 5 % und 8 % beträgt. In China zieht das Geschäft seit einiger Zeit schon wieder klar an", so die GF. Der Exportanteil beträgt laut Kübler nach wie vor ca. 72%.

Kübler will seine Innovationsstrategie und Entwicklungsprojekte nahezu unverändert fortführen - allerdings mit geändertem Zeitplan. Als Innovationen 2020 werden IO-Link-Produkte, wie Drehgeber, Seilzuggeber und Anzeigen, eine neue Generation Industrial-Ethernet-Drehgeber als Industrie-4.0-ready, Weiterentwicklung der Schachtkopiersysteme „Ants“ für Aufzuüge sowie smarte lagerlose Drehgeber für Antriebe und Generatoren, angegeben.

Für 2021 plant Kübler wieder mit Wachstum. "Ob das Niveau von 2019 erreicht werden kann, ist im Moment noch offen", sagt G. Kübler. Eine Vielzahl von OEM-Projekten, gute Chancen durch die Neuheiten und ein motiviertes Vertriebsteam stimmen leicht zuversichtlich, unklar sei die Auswirkung einer zweiten Corona-Welle.

Weiter weist das Unternehmen darauf hin, aufgrund seiner vorausschauenden Planung im Einkauf und Disposition kaum Einschränkungen in der Supply Chain zu verzeichnen. "Kunden konnten bisher meist störungsfrei und kurzfristig beliefert werden", so die GF. Auch im indischen Werk sei man bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Der Preis dafür sei allerdings ein höherer Bestand von Bauteilen, denn Kübler fertigt auftragsbezogen. Auch an Programmen, wie 24one – dem Ein-Tages-Lieferservice von über 1 Mio. Varianten, werde festgehalten.

Antizyklisch hat Kübler laut M. Huth trotz Corona 2020 in den Vertriebsbereich DACH sowie das Branchenmanagement personell investiert, um gerüstet zu sein, wenn es wieder aufwärts geht. "Auch der starke Ausbau von digitalem Marketing und Online-Vertrieb hat den Kundengewinnungsprozess in kurzer Zeit weltweit stark positiv verändert. Ziel ist es, potenzielle Kunden ohne gewohnte Messen und persönlichen Besuche schnell zu erreichen", heißt es von Unternehmensseite. Digitale Messen, Chat-Funktionen, eine Kübler Online Academy und viele weitere Maßnahmen würden trotz Krise für eine Vielzahl von Kundenkommunikation und neuen Projekten bzw. Anfragen sorgen. 

Als Beispiel für ein virtuelles Event werden die Kübler Slip Ring Days genannt, die vom 20. bis 22. Oktober 2020 stattfinden. Hier werden unter anderem Standard-Schleifringe, kundenspezifische Lösungen, smarte Schleifringe mit integrierter Sensorik sowie Neuheiten aus diesem Bereich präsentiert.

Rückblick und Ausblick

Anlässlich des Jubiläums beleuchtet das Geschäftsführungsteam die letzten zehn Jahre genauer. In diesem Zeitraum hat sich die Kübler-Gruppe vergrößert: Von 280 zu 490 Mitarbeiter, fünf weitere Tochterunternehmen sowie das Engineering Solution Center in Berlin wurden gegründet, der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt. Ein Produktionswerk in Indien sowie ein Assembly Werk in den USA sind hinzugekommen, mehrere neue Geschäftsfelder wurden im Rahmen des „Innovation Marathon“ erschlossen und auch das globale Vertriebs- und Supportnetz wurde ausgebaut.
Mit Blick in die Zukunft möchte Kübler ein unabhängiges, finanziell solides Familienunternehmen bleiben. Der Fokus soll in den nächsten Jahren auf die Digitalisierung gelegt werden - sowohl im eigenen Unternehmen als auch gemeinsam mit Kunden. Weiterhin möchte Kübler als Technologiepartner fungieren und mit den Kunden gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen erarbeiten. In den kommenden Jahren soll der Umsatzanteil in nachhaltigen Branchen und Segmenten deutlich gesteigert werden. In diesem Zusammenhang werden Erneuerbare Energien, Abfallvermeidung, Energieeinsparung, nachhaltige Landwirtschaft, energiesparende Antriebe und mobile Assistenten genannt.

Kübler (ih)

Ähnliche Beiträge