Kombination mit 5G

Der neue 5G-Router Scalance MUM856-1 (Quelle: Siemens)

Nach Siemens-Erfahrung steigt nicht nur das allgemeine Inte­resse an Remote-Lösungen, sondern auch für Fernzugriffe über öffentliche 5G-Netze. Vor diesem Hintergrund wird das Unternehmen seine Scalance-Reihe um einen industriellen 5G-Router zur Anbindung von lokalen Industrieanwendungen an ein öffentliches 5G-Netz ergänzen. „Mit unserem Scalance MUM856-1 werden Industrieanwendungen, wie Maschinen, Steuerelemente und andere Geräte, über ein öffentliches 5G-Netz aus der Ferne erreichbar. Daraus resultiert eine einfache Fernwartung dieser Anwendungen, unter anderem mit den ­hohen Datenraten, die 5G bietet“, erklärt der Wireless-Experte. „In Kombination mit der neuen Sinema Remote Connect V3.0 ergeben sich daraus 5G-Remote-Control-Lösungen mit Zukunftssicherheit“, ist S. Rotmensen überzeugt.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die breite 5G-Abdeckung in Deutschland noch auf sich warten lässt. Deshalb setzt die aktuelle öffentliche 5G-Technik weitgehend auf 4G/LTE-Netzen auf, ist also nicht selbstständig (Not-Stand-Alone, NSA). Das bedeutet, dass bei diesen Netzwerken ein Teil des 4G-Netzes für die Geräteverwaltung genutzt wird: Das 5G-Spektrum und die Technologie werden lediglich zur Übertragung der Anwendungsdaten genutzt. Mit einer flächendeckenden Verfügbarkeit von 5G-Standalone-Netzwerken ist frühestens in einigen Jahren zu rechnen. Bei ihnen werden dann sowohl die Anwendungs- als auch die Netzwerkmanagementdaten mithilfe von 5G übertragen. 

Warum sollten Kunden dann schon jetzt auf 5G-Router umstellen? S. Rotmensen: „Mitte dieses Jahres erfolgt in Deutschland die Abschaltung des 3G-Netzes. Kunden, die demzufolge umsteigen müssen, sollten zukunftsorientiert denken und besser direkt auf die neue Technologie setzen: Während wir Handys in der Regel nach zwei bis drei Jahren durch neue Modelle ersetzen, haben Geräte, die in Industrieanwendungen zum Einsatz kommen, Laufzeiten von zehn Jahren und länger. Das heißt, wenn Kunden heute umsteigen, sind sie für die Zukunft gerüstet. Aus unserer Sicht macht der Zwischenschritt mit beispielsweise einer 4G-Lösung wenig Sinn, da der Kunde in einigen Jahren sowieso auf 5G-Technologie umsteigen wird.“ Ferner verweist er darauf, dass der Scalance MUM856-1 auch 4G unterstütze, sodass ein Betrieb auch bei Nichtvorhandensein eines 5G-Mobilfunknetzes sichergestellt sei. Darüber hinaus unterstütze das Gerät die Einbindung in ­lokale private 5G- Netze. 

Was den Aspekt der aktuell noch recht hohen Kosten für 5G-Geräte anbelangt, argumentiert er: „Letztendlich muss man die Gesamtkosten betrachten, die anfallen, wenn Kunden beispielsweise zunächst den Zwischenschritt auf 4G-Technologie gehen und erst später auf 5G switchen. Ich denke, hier bringt eine direkte Umstellung auf 5G Kostenvorteile mit sich.“
Was den Umstieg von zum Beispiel einem 3G- auf einen 5G-Router anbelangt, ist dieser nach Angaben von S. Rotmensen einfach umsetzbar: „Der alte Router wird gegen den neuen getauscht und in den 5G-Router eine neue SIM-Karte eingesetzt. Wir folgen also dem Plug-and-play-Prinzip.“ Mit Blick in die Zukunft fügt er an: „Unser Router wird mit einer späteren Hardwareversion auch eine eSIM on Board haben, also eine fest ­installierte digitale SIM-Karte. Mit dieser wird es möglich sein, einen Mobilfunktarif des Mobilfunkanbieters zu aktivieren, ohne auf eine physische Nano-SIM-Karte angewiesen zu sein. Da­raus ergibt sich weitere Flexibilität.“
 

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