Abbildung zum Thema Industrie 4.0 von Sick

Auf der SPS 2019 in Nürnberg zeigt Sick das Handwerkszeug für die Industrie 4.0 (Quelle: Sick)

Mit 4.0 Now hat Sick auf der Hannover Messe einen Einblick in ihre eigene nach Industrie-4.0-Prinzipien aufgebaute Fabrik und die damit verbundenen Entwicklungen, wie dem I4.0 Cockpit oder Deep Learning, gegeben. Auf der SPS geht das Unternehmen einen Schritt weiter und präsentiert passendes Handwerkszeug für I 4.0.

Der Installed Base Manager ist eine App, mit der sich eingesetzte Sensoren und Maschinen einfach und schnell digitalisieren lassen. Egal ob Sensoren von Sick oder anderen Herstellern – in der App erhalten Nutzer einen transparenten Überblick über ihre Assets. Zusätzlich zur installierten Basis wird eine übersichtliche Darstellung der notwendigen Services und alle entscheidenden Dokumente, zum Beispiel Inspektionsberichte mit Livedaten, gegeben.

Diese Lösungen bieten nach Unternehmensangaben durch die Darstellung der Assets und die dazugehörigen Live-Daten eine neue Transparenz von Informationen und sind Voraussetzung für Industrie 4.0. Dank kontinuierlicher Zustandsüberwachung mit der Monitoring Box werden alle Ereignisse und Entwicklungen im Betrieb in Echtzeit übertragen. Treten Grenzwertüberschreitungen auf, werden Benachrichtigungen versendet und mithilfe des Dashboards verfolgt. Gespeichert lassen sich mit diesen historischen Daten Analysen durchführen, applikationsspezifische Vorhersagen treffen und unvorhergesehene Betriebszustände reduzieren sowie Prozesse optimieren. Mit vordefinierten und kundenindividuellen Algorithmen lassen sich Anlagenverfügbarkeit und Produktivität erhöhen.

Themenrouten und digitaler Zwilling

Sick liefert eine Vielzahl an Lösungen für die Logistik-, Prozess- und Fabrikautomation. Damit der Besucher hier den Überblick behält, hat er die Wahl zwischen vier Themenrouten, die ihn entlang der Highlights der Bereiche Industry 4.0, Mobile Applications, Safety und Robotics führen.  

Dabei soll Besuchern nahe gebracht werden, wie leicht sich heute schon Industrie-4.0-Prinzipien umsetzen lassen. Was sie oder ihn auf den Touren interessiert, kann direkt in der App Installed Base Manager  recherchiert und vor Ort auf dem eigenen Smartphone oder per Tablet erkundet werden. Dazu wird der  gesamte Stand als digitaler Zwilling vorgehalten, der alle relevanten Informationen für den Besucher digital bereithält. Dazu lädt der Besucher die App Installed Base Manager aus dem Appstore oder Googleplay herunter und meldet sich an. Der Nutzer entscheidet, über welche Produkte und Anwendungen er mehr erfahren möchte und klickt im Installed Base Manager, dem digitalen Zwilling des Messestands, auf das entsprechende Device.

Die erste Route bietet einen Überblick über die Industrie-4.0-Lösungen von Sick, darunter auch Softwareapplikationen basierend auf Deep-Learning-Algorithmen, deren kundenspezifische Anpassung für den Anwender Mehrwerte generiert. Vor allem Anwendungen mit bildverarbeitenden Sensoren und Kameras werden hier eingebunden. Das Konzept des durch künstliche Intelligenz spezialisierten Sensors lässt sich prinzipiell auch auf einfache Sensoren, wie induktive Näherungsschalter, Reflexions-Lichtschranken, Ultraschallsensoren und andere anwenden. Zusätzlich präsentiert das Unternehmen seine erste Lokalisierungstechnologie auf Basis von Ultrawide-Band. Diese ist einer der Schlüssel zu einer vernetzten Produktion und Logistik im Sinn von Industrie 4.0. Die Daten der Lokalisierung erzeugen hohe Transparenz und Verständnis aller produktiven Assets, Ladungsträger und Ladehilfsmittel. Ein weiteres Highlight auf der Route sind die Produktfamilien W16 und W26 mit Blue-Pilot. Diese Funktionalität ermöglicht eine sekundenschnelle Ausrichtung von Sensor und Reflektor sowie Sender und Empfänger dank innovativer LED-Anzeige. Bei den Lichttastern lässt sich der Sensor über ein Drück-Dreh-Element schnell und präzise einstellen, zeitaufwendiges Feinjustieren an reinen Drehelementen ist nicht mehr notwendig. Sensordaten werden im Kontext der Anwendung interpretiert und in eine prozessrelevante Information umgewandelt.

Auf der Route für mobile Applikationen finden die Besucher zum Beispiel den ersten sicherheitszertifizieren Scanner für den Außenbereich, den "outdoorScan3". Dieser ermöglicht die sichere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine auch außerhalb von Fertigungshallen. Damit eröffnet sich ein großes Potenzial zur Prozessautomatisierung und Effizienzsteigerung intralogistischer Produktionsprozesse; die Vision einer sich selbst steuernden Wertschöpfungskette im Sinn der Industrie 4.0 wird ein Stück weiter Realität. Der zweidimensionale Neigungssensor TMM88 verhindert unter anderem das Umkippen von Gabelstaplern oder Pistenbullys, wenn diese eine Steigung oder einen Abhang befahren. Die Sensoren sind in UV-beständigen Kunststoffgehäusen sowie in robusten Aluminiumgehäusen verfügbar.

Auf der Tour der Sicherheitssensorik punktet ein kleiner 2D-Sicherheitssenor: der "nanoScan3" ergänzt seit diesem Jahr offiziell das Portfolio von Sicherheits-Laserscannern. Technologisch lehnt er sich an den "microScan3" an. Mit seinen Abmessungen von 101 mm x 101 mm x 80 mm erschließt er sich platzkritische Applikationen. Hierzu gehören vor allem die mobile Intralogistik sowie die mobile Assistenz- und Servicerobotik mit autonomen Transportplattformen und Karts sowie kollaborierenden Robotern (Cobots).

Ein weiterer Trendbereich auf dem SPS-Messestand von Sick ist die Robotics-Route. Die Hightlights hier: das Sicherheitssystem "sBOT Speed UR" und das Body Positioning System BPS5400. Das BPS5400 bietet neue Freiheitsgrade im Karosseriebau. Im Gegensatz zu konventionellen Positioniersystemen basierend auf mechanischer Unterbauspanntechnik punktet die berührungslos arbeitende Komplettlösung nach Sick-Angaben mit mehr Flexibilität in der Fertigung, kürzeren Zykluszeiten, minimiertem Verschleiß sowie einem Höchstmaß an Energieeffizienz. Vor allem vor dem Hintergrund der Elektrifizierung von Fahrzeugen, die andere Plattformen benötigen, jedoch auf der gleichen Linie gefertigt werden, bietet das System mehr Flexibilität in der Produktion.

Das Sicherheitssystem "sBOT Speed" ist eine integrationsfertige Komplettlösung aus einem Sicherheits-Laserscanner S300 Mini und einer Sicherheitssteuerung Flexisoft. In kooperativen Roboteranwendungen, in denen sich Mensch und Maschine zu unterschiedlichen Zeitpunkten den gleichen Arbeitsraum teilen, kommt der "sBOT Speed" zum Einsatz und gewährleistet einen jederzeit sicheren Zugang zum Gefahrenbereich des Roboters.

SPS: Halle 7A, Stand 340

Sick (ih)

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