Grafik VDMA Q1/2020

(Quelle: VDMA)

„In den ersten beiden Monaten dieses Jahres dürften sich die Auswirkungen der Corona-Krise mit Ausnahme der Ausfuhren nach China kaum in den Exportzahlen niedergeschlagen haben. Das hat sich im März schlagartig geändert“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Die EU-Entwicklung

In den ersten drei Monaten dieses Jahres lagen die Maschinenexporte aus Deutschland in die EU-27 nach Angaben des VDMA um 8,5 % unter ihrem Vorjahresniveau. Das Exportgeschäft mit den vom Corona-Virus stark betroffenen Ländern, wie Frankreich (-14,8 %), Italien (-16,1 %) und Spanien (-13,9 %), waren in diesem Zeitraum besonders rückläufig. Auch hier war der Rückgang im Januar und Februar noch recht moderat. Doch im März sind die deutschen Maschinenausfuhren nach Spanien, Italien und Frankreich um 25 % bis 33 % im Vorjahresvergleich gefallen. Knapp 15 % aller deutscher Maschinenexporte gehen allein in diese drei Länder.

„Die Exportrückgänge in die EU-Partnerländer könnten in den kommenden Berichtsmonaten zweistellig ausfallen, denn bereits im März verzeichneten die deutschen Maschinenbauer ein Minus von mehr als 21 % beim Export in die EU“, berichtet O. Wortmann. Mit einem Wachstum von mehr als 8 % im ersten Quartal 2020 stellen sich nach Angaben des Branchenverbands die deutschen Maschinenexporte nach Polen momentan noch gegen den Trend. Das osteuropäische Land hat sich in der Rangliste damit an Österreich, den Niederlanden und Italien vorbeigeschoben und belegt nun Platz 4 der wichtigsten Zielländer für Maschinenexporte aus Deutschland. Doch auch bei den Lieferungen nach Polen lag das März-Ergebnis zweistellig im Minus (-14,2 %).

Exporterwartungen für China und USA

Die beiden wichtigsten Einzelmärkte für die deutschen Maschinenexporteure, die Vereinigten Staaten und China, waren im ersten Quartal unterschiedlich stark von der Corona-Ausbreitung betroffen. Die Vereinigten Staaten konnten von Januar bis März ihren hohen Vorjahreswert sogar nochmals leicht um 0,5 % steigern. „Hier spielt sicher eine Rolle, dass Präsident Trump erst am 13. März den nationalen Notstand ausgerufen hat“, analysiert VDMA-Konjunkturexperte O. Wortmann. Das China-Geschäft nahm hingegen im ersten Quartal um 8,9 % ab. Allerdings wurde das Vorjahresniveau im März mit einem Rückgang von 1,1 % nur noch knapp verfehlt.

„Für die Zukunft rechnen wir auf den beiden größten Exportmärkten des Maschinenbaus mit einer gegenläufigen Entwicklung. Wir sehen leichte Entspannungstendenzen bei den Maschinenexporten nach China. Im Gegenzug hat sich das bis zum März noch positive Bild in den USA bereits deutlich eingetrübt. Auch aus unserer aktuellen Corona-Blitzumfrage geht hervor, dass die Nachfrage aus den USA abnehmen dürfte“, resümiert O. Wortmann.

VDMA (ih)

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