Gunther Koschnick ist ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Automation (Quelle: ZVEI)

Anwender sollen durch die neue Nutzerorganisation von den frühen Einblicken in die Digitalisierung der Industrieprodukte profitieren. Dies reduziert Aufwand, Integrationszeit und -kosten in der eigenen Wertschöpfung.

Digitaler Zwilling als Kerntechnologie für Industrie 4.0 

Die Gründungsverbände verweisen darauf, dass der Digitale Zwilling im Industrie-4.0-Einsatz als Schnittstelle der physischen Industrieprodukte in die digitale Welt diene. Dadurch könne die durchgängige Datenverfügbarkeit entlang des gesamten Lebenszyklus ­ von der Produktplanung und Entwicklung über Produktion und Inbetriebnahme bis zur Nutzung und Recycling ­ abgebildet werden. Damit verbunden werden Potenziale für neue Geschäftsmodelle sowohl für kleine und mittelständische Fabrikausrüster als auch für große Endanwender beispielsweise aus der Fahrzeug- und Prozessindustrie gesehen.

Aufgaben und Ziele der Nutzerorganisation

Die neue Nutzerorganisation IDTA möchte aktives Technologiemanagement betreiben sowie die Interessen und die Investitionen der teilnehmenden Akteure koordinieren und stärken. Zum Vorsitzenden gewählt wurde Dr. Matthias Bölke von Schneider Electric. Stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Eigentümer von Asentics. „Die Exzellenz der deutschen und europäischen Industrie bei der Entwicklung industrieller Produkte ist weltweit anerkannt. Nun ist es an der Zeit, das digitale Ökosystem rund um diese Produkte weltweit mit dem gleichen Qualitätsanspruch zu gestalten“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

„Wir stehen vor der einmaligen Chance, durch den Schulterschluss von Maschinenbau und Elektroindustrie die digitale Wertschöpfung in der Industrie für die nächsten Jahrzehnte zu prägen. Und dies zum Nutzen nahezu aller Wirtschaftszweige, vom Produzenten bis hin zum Endanwender“, ergänzt Gunther Koschnick, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Automation. „Wir freuen uns, dass wir über VDMA und ZVEI eine neutrale, gleichwohl aber industrieorientierte global durchschlagsfähige Plattform erhalten, die die Kerntechnologie des Digitalen Zwillings für Industrie 4.0 als Open-Source-Lösung in die Welt tragen wird“, betont Frank Melzer, der als Leiter des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Industrie 4.0 die Vereinsgründung mitinitiiert hat.

Neben dem VDMA und ZVEI gehören zu den Gründungsmitgliedern ABB, Asentics, Bitkom, Bosch, Bosch Rexroth, Danfoss, Endress+Hauser, Festo, Homag, Kuka, Lenze, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, SAP, Schneider Electric, Schunk, Siemens, Trumpf, Turck, Volkswagen und Wittenstein.

Lesen Sie weitere Hintergründe und Einzelheiten zu IDTA im Exklusivinterview mit G. Koschnick hier: https://www.smart-production.de/digital-factory-journal/news-detailansicht/nsctrl/detail/News/vdma-und-zvei-gruenden-industrial-digital-twin-association-20202412/

VDMA/ZVEI (ih)

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