Bild zeigt vor einer Wand mit dem AER-Logo: Patrick Schwarzkopf (VDMA), Susanne Bieller (IFR), Carlos Méndez (AER Automation) and Jeff Burnstein (A3). Carlos Méndez hält ein Schriftstück in die Kamera

Patrick Schwarzkopf (VDMA), Susanne Bieller (IFR), Carlos Méndez (AER Automation) and Jeff Burnstein (A3) freuen sich (Quelle: AER Automation, optimiert mit KI)

Die vier Robotik- und Automatisierungsorganisationen haben in Barcelona offiziell die „Barcelona Declaration on Robotics and Automation 2026“ unterzeichnet. Die Vereinbarung bündelt eine globale Initiative mit dem Ziel, gegenüber Regierungen eine gemeinsame politische Agenda zu vertreten und Robotik als strategische Priorität für die wirtschaftliche, industrielle und gesellschaftliche Entwicklung zu etablieren.

Die Unterzeichnung führt die im vergangenen Jahr vorgestellte Erklärung weiter. Aus einer gemeinsamen Vision ist inzwischen ein dauerhaftes Modell für die internationale Zusammenarbeit entstanden. Die beteiligten Organisationen verpflichten sich darin, gemeinsam mit Regierungen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen politische Maßnahmen voranzutreiben, die die Entwicklung und den Einsatz von Robotik und Automatisierung unterstützen.

Unterzeichnet wurde die Erklärung von der Spanish Association of Robotics and Automation (AER Automation), der US-amerikanischen Association for Advancing Automation (A3), der International Federation of Robotics (IFR) sowie dem in Deutschland ansässigen Fachverband VDMA Robotik + Automation.

Die vier Organisationen vertreten zusammen nach eigenen Angaben mehr als 3.000 Unternehmen und Institutionen, die weltweit in der Robotik- und Automatisierungsbranche tätig sind.

„Diese Erklärung steht für die internationale Verpflichtung, gemeinsam mit Regierungen einen politischen Rahmen zu schaffen, der es der Robotik ermöglicht, ihr volles Potenzial als Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Wohlergehen auszuschöpfen“, sagte Carlos Méndez, Präsident von AER Automation.

Internationale Leitlinien für die Politik

Die „Barcelona Declaration on Robotics and Automation 2026“ formuliert zehn Handlungsschwerpunkte für politische Entscheidungsträger. Sie sollen unabhängig von der jeweiligen Industriestruktur eines Landes und vom bisherigen Automatisierungsgrad gelten:

  1. Eine nationale Robotikstrategie verabschieden
  2. Die allgemeinen Investitionsbedingungen durch steuerpolitische Maßnahmen verbessern
  3. Roboter in öffentlichen Einrichtungen einsetzen, statt sie lediglich zu regulieren
  4. Robotik in die Schulen bringen
  5. Die tatsächlichen Auswirkungen von Robotik und Automatisierung auf die Arbeitswelt vermitteln
  6. In Assistenz- und Pflegerobotik investieren
  7. Robotik für alle zugänglich machen
  8. Mit Augenmaß regulieren und mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, ohne unnötige Kosten zu verursachen
  9. Internationale Standards anstelle regionaler Sonderlösungen unterstützen
  10. Die Lücke zwischen Innovation und industrieller Skalierung schließen

Langfristige Zusammenarbeit vereinbart

Die Bedeutung der Barcelona-Erklärung liegt nach Angaben der beteiligten Verbände nicht allein in den formulierten Zielen. Entscheidend sei vor allem die langfristige Verpflichtung der Unterzeichner.

Die Organisationen haben vereinbart, einen dauerhaften Dialog mit Regierungen und öffentlichen Institutionen zu führen. Zudem wollen sie politische Entscheidungsträger mit technischem Fachwissen und Branchendaten unterstützen und regelmäßig über die Fortschritte bei der Umsetzung der zehn Prioritäten berichten.

Darüber hinaus soll die Initiative schrittweise für weitere Robotik- und Automatisierungsverbände aus aller Welt geöffnet werden.

Durch diese kontinuierliche Zusammenarbeit soll sich die Barcelona-Erklärung in den kommenden Jahren als internationaler Orientierungsrahmen für die Gestaltung politischer Strategien rund um Robotik und Automatisierung etablieren.

IFR (ih)

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