Industrie 4.0 wird aus Sicht von Bosch zum wichtigen Wirtschaftsfaktor. 2019 hat das Unternehmen mehr als 750 Mio. € Umsatz mit vernetzten Lösungen für Fertigung und Logistik erzielt – ein Wachstum von 25 % gegenüber dem Vorjahr

Industrie 4.0 wird aus Sicht von Bosch zum wichtigen Wirtschaftsfaktor. 2019 hat das Unternehmen mehr als 750 Mio. € Umsatz mit vernetzten Lösungen für Fertigung und Logistik erzielt – ein Wachstum von 25 % gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Bosch)

Bosch verweist darauf, seit 2012 Produktion und Logistik zu vernetzen – sowohl in den eigenen Werken als auch in denen seiner Kunden. Damit seien Produktivitätssteigerungen von bis zu 25 % möglich. Einen Schub verspricht sich das Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, etwa in der Planung und Optimierung von Produktionsprozessen. Zudem mache das industrielle Internet der Dinge Unternehmen widerstandsfähiger, robuster, krisenfester. Es helfe dabei, Auslastung und Zustand einzelner Maschinen zu überwachen und sorge für Transparenz über die Lieferkette.

Außerdem setzt sich Bosch für die klimaneutrale Produktion ein und verweist auf die entscheidende Rolle, die die Industrie im Kampf gegen den Klimawandel übernehme: Nach der Energiewirtschaft ist sie die zweitgrößte Emissionsquelle. Zugleich entwickelt die Industrie technische Lösungen, den eigenen Kohlendioxidausstoß und den in anderen Sektoren zu reduzieren. Bis Ende 2020 will Bosch klimaneutral sein. Über 400 Standorte weltweit sollen dann keinen CO2-Fußabdruck mehr hinterlassen. Welche Maßnahmen Bosch-Werke ergreifen, um den Energiebedarf zu reduzieren und Ressourcen zu schonen, zeigen Projekte aus Deutschland, Frankreich, Indien und Mexiko. Basierend auf den Erfahrungen der eigenen Klimaneutralstellung hat Bosch eine Geschäftseinheit gegründet, die Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität begleitet. Bosch Climate Solutions nutzt verschiedene Hebel und greift auf Produkte aus dem Industrie-4.0-Portfolio von Bosch zurück. Beispiel Energy Platform: Die cloudbasierte Softwarelösung steuert den Energiebedarf und -verbrauch angebundener Maschinen und Anlagen. Auch smarte Hydraulikaggregate leisten einen wichtigen Beitrag. Die CytroBox von Bosch Rexroth etwa benötigt nach eigenen Angaben 80 % weniger Energie als konventionelle Antriebe.

Offen, kompatibel, vernetzt

Aus Sicht von Bosch ist in der Fabrik der Zukunft für technische Insellösungen kein Platz mehr; Produkte und Prozesse müssen anpassungsfähig und kompatibel sein. Neu auf den Markt bringt Bosch Rexroth eine softwarebasierte, 5G-fähige Steuerungstechnik, die über 30 Datenprotokolle versteht: ctrlX Automation wird als Schaltzentrale der Fabrik der Zukunft präsentiert. Die unterschiedlichen Softwareapplikationen des Nexeed Industrial Application System können nach Bedarf geordert, genutzt und miteinander verknüpft werden. Alle Daten der Maschinen stehen standardisiert und übersichtlich zur Verfügung. Die langjährige Fertigungskompetenz von Bosch und Flexibilität halfen dem Unternehmen auch, rasch und angemessen auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Innerhalb weniger Wochen konzipierte der Bosch-Sondermaschinenbau Spezialanlagen zur vollautomatisierten Fertigung von Mund-Nasen-Bedeckungen. Die Produktion mit fünf Linien an weltweit vier Standorten ist inzwischen angelaufen mit dem Ziel, mehr als eine halbe Million Masken pro Tag zu fertigen.

Bosch setzt auf 5G und hat frühzeitig mit Forschungsaktivitäten in diesem Bereich. Nun beginnt das Unternehmen mit dem Aufbau lokaler 5G-Campusnetze. Zudem kommen nun nach eigenen Angaben erste 5G-fähige Produkte auf den Markt. Dazu zählt neben der Steuerung ctrlX Automation ein autonomes Transportsystem: Active Shuttle navigiert sich selbstständig und sicher durch die Hallen und bringt Waren aus dem Lager direkt an die Produktionslinien, wo sie benötigt werden. Bosch beteiligt sich zudem an „crossindustriellen“ Projekten und Initiativen wie der Plattform Industrie 4.0 oder der europäischen Dateninfrastruktur Gaia-X. Mit ihr soll ein offenes, digitales Ökosystem entstehen, das Unternehmen hilft, Daten zu teilen und Geschäftsmodelle weltweit zu skalieren. Als Grundlagen dienen gemeinsam definierte „Spielregeln“ und einheitliche Standards.

Mitarbeiter qualifizieren

Bosch-Mitarbeiter können aus rund 200 Schulungen, Trainings und Lehrgängen speziell für Industrie 4.0 und zu Aspekten rund um die Digitalisierung der Fertigung wie Programmierung oder Datenanalyse für ihre Aus- und Weiterbildung wählen. Darüber hinaus sind zahlreiche Weiterbildungen über die Drive and Control Academy und Angebote von Bosch Connected Industry für Kunden und interessierte Unternehmen zugänglich. Welche Vorteile Industrie 4.0 mit sich bringt, zeigt Manufacture #LikeABosch. Auf humorvolle Art, mit einem Augenzwinkern, liefert die IoT-Kampagne Einblicke in die zukunftsweisende Produktion. Die Hauptrollen in den Anfang März im Rexroth-Werk in Nürnberg gedrehten Videoclips übernehmen Testimonial Shawn, intelligente Roboter wie APAS und Bosch-Mitarbeiter.

Bosch (ih)

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