Interview mit Mike Hughes

Mike Hughes, seit Februar 2025 neuer DACH Zone President und mehr als 20 Jahre bei Schneider Electric tätig: „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass wir unsere Nachhaltigkeitsbemühungen beschleunigen und gleichzeitig mehr Menschen Zugang zu Energie und Chancengleichheit geben müssen.“ (Quelle: Panousi_Fotografie)

Das Programm Schneider Sustainability Impact (SSI) wurde für den Zeitraum von 2021 bis 2025 definiert. Ziel dessen ist es, eine bessere Zukunft für alle zu schaffen und zu jedem durch die Vereinten Nationen definierten Ziel für nachhaltige Entwicklung beizutragen. Darüber hinaus enthält es sechs langfristige Verpflichtungen. Unterstützt durch elf globale und begleitende lokale Ziele, ebnen sie den Weg für eine signifikante, doppelte Wirkung. Damit möchte Schneider Electric nicht lediglich für sich selbst und seine Partner Maßnahmen schaffen, sondern auch für seine Kunden und lokale Gemeinschaften. (Quelle: Schneider Electric)
Können Sie bitte ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis nennen, das Ihre Lösungen sowie den Kundennutzen (CO2-Einsparung usw.) verdeutlicht?
M. Hughes: Als konkretes Beispiel fällt mir da die Wienerberger AG ein, der weltweit größte Ziegelproduzent. Deren Tochter, die Wienerberger GmbH, betreibt 23 Werke in Deutschland zur Herstellung von Tonbaustoffen. Diese Herstellung erfordert immense Prozesswärme, ein Kostentreiber in Deutschland, wo die Energiepreise europaweit zu den höchsten zählen. Die Partnerschaft zwischen der Wienerberger GmbH und Schneider Electric begann im Jahr 2014 mit einem klaren Ziel: die Herausforderungen des Unternehmens im Bereich Energiemanagement und Energieeffizienz zu lösen. Im Fokus stand die Einführung eines Energiedatenerfassungssystems, um die Anforderungen der ISO 50001 für 17 Standorte in Deutschland zu erfüllen.
Unterstützt von unserem EcoConsult Service ging es insbesondere darum, den Energieverbrauch transparent zu visualisieren und kontinuierlich zu optimieren. Aufgrund begrenzter eigener Ressourcen setzte die Wienerberger GmbH auf cloudbasierte Services, um effiziente Lösungen und eine hohe Skalierbarkeit zu gewährleisten. In den letzten zehn Jahren konnte Wienerberger so 20 % Energie einsparen.
Schneider Electric hat auf seinem Weg zum nachhaltigsten Unternehmen der Welt sicherlich auch einige Herausforderungen bewältigen müssen. Bitte nennen Sie drei Beispiele und zeigen Sie Kunden Ihre Erfahrungen und Lösungswege auf.
M. Hughes: Die größte Herausforderung, nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen, war sicherlich die Energiekrise, die Unternehmen, Regierungen und Haushalte dazu zwang, viel intensiver darüber nachzudenken, wie sie ihren Energiebedarf und ihre Treibhausgasemissionen reduzieren können. Dies hat uns aber zugleich darin bestärkt, unsere Strategie auch im Industriesektor weiter voranzutreiben. Hier muss das Ziel sein, so schnell und viel als möglich zu elektrisieren und zu digitalisieren, um energieeffizient und nachhaltig zu arbeiten, also die Energie so effektiv wie möglich zu nutzen und die Energieströme kontrollierbar zu machen. Damit sind die Unternehmen dann auch resilienter aufgestellt und erhöhen gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität.
Zu Beginn erwähnten Sie, dass Ihr Programm Schneider Sustainability Impact (SSI) Ende dieses Jahres ausläuft. Hinzu kommt, dass Sie bereits viele Auszeichnungen für Ihr Nachhaltigkeitsstreben erhalten haben. Ziehen Sie sich nun mit weiteren Maßnahmen und Bestrebungen rund um das Thema Nachhaltigkeit zurück?
M. Hughes: Nein, natürlich nicht. Bei Schneider Electric ist Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unsere Produkte, Softwarelösungen und Dienstleistungen unterstützen Haushalte, Unternehmen, Gebäude, Rechenzentren, Infrastruktur, Infrastrukturprojekte und ganze Industrien dabei, das Beste aus ihrer Energie zu machen sowie Ressourcen optimal zu nutzen und ihre Energieresilienz zu stärken. Durch unsere Lösungen haben wir eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung der Energiewende und Bekämpfung der Klimakrise und gleichzeitig einen langfristigen positiven Einfluss auf den Planeten und die Gesellschaft.
Aktuell bereiten wir uns auf unseren nächsten Nachhaltigkeits-Transformationszyklus vor, der uns von 2026 bis 2030 führen wird. Diese kommende Phase wird auf unseren grundlegenden Erfolgen aufbauen und noch ehrgeizigere Ziele setzen, um sicherzustellen, dass wir an der Spitze der nachhaltigen Innovation bleiben.
Bitte geben Sie abschließend noch ein motivierendes Statement in Richtung all jener ab, die aktuell zögerlich sind, in Nachhaltigkeit zu investieren.
M. Hughes: Die Einführung nachhaltiger Maßnahmen lohnt sich und kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Energieeffizienz senkt die Energiekosten, während schlanke Produktionsmethoden Abfall minimieren und somit Kosten sowie Umweltauswirkungen reduzieren. Investitionen in nachhaltige Technologien fördern Innovationen und ermöglichen es den Herstellern, neue Produkte zu entwickeln und die Rentabilität zu steigern.
Aber, um klimafreundlich zu produzieren, bedarf es einer Strategie, denn damit ist ein wesentlicher, grundsätzlicher Wandel verbunden. Das Gute – Sie sind nicht allein. Holen Sie sich Unterstützung, lassen Sie sich beraten. Techniken und Lösungen sind bereits vorhanden, Sie müssen diese nur nutzen!