(Quelle: Technische Universität München)

(Quelle: Technische Universität München)

An der roboterunterstützten Grundsteinlegung im Deutschen Museum in München nahmen unter anderem der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger und TUM-Präsident Thomas F. Hofmann teil. Die auf zehn Jahre angelegte Leuchtturminitiative ist Teil der Hightech Agenda des Freistaats Bayern und wird an der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) der TUM unter Führung von Prof. Sami Haddadin, Direktor der MSRM, umgesetzt.

Konsortium mit Industriepartnern

Ein erstes vierjähriges Verbundvorhaben für Forschung und Entwicklung an der KI.Fabrik bindet zudem BMW, Franka Emika, Linde Material Handling, Reactive Robotics, TQ-Systems und Wittenstein als Konsortialpartner ein. Die KI.Fabrik wird im Deutschen Museum entstehen, mit anderen Standorten vernetzt arbeiten und als Schaufenster für „KI zum Anfassen“ in der Gesellschaft dienen. Ein signifikanter Unterschied zu bisherigen Konzepten ist die direkte physische Interaktion der zentralen KI der Fabrik mit der Fabrikumgebung mittels Robotern und ähnlichen Systemen sowie die intuitive und transparente Verbindung zwischen Mensch und Maschine unter anderem mittels Wearable-Technologien.

TUM-Präsident T. Hofmann betonte: „In Zeiten, in denen sich die Arbeitswelt rapide wandelt, eröffnet die KI.FABRIK eine enorme Chance für den Technologiestandort Bayern. KI-Roboter dienen künftig als eine Erweiterung unserer Laptops und können aus der Ferne gesteuert werden. Eine solche dezentrale Produktion reduziert die Arbeitsbelastung für die Menschen bei komplexer werdenden, ermüdenden Vorgängen und ermöglicht gleichzeitig eine höhere Präzision und konstante Produktqualität.“

Investition in die Zukunft

Wirtschaftsminister Aiwanger sagte: „Bayern wird zum KI-Land. Unsere 15-Millionen-€-Finanzierung im Rahmen der Hightech Agenda ist deshalb eine ausgezeichnete Investition in die Zukunft. Eine KI.FABRIK zur Entwicklung neuer Produktideen und Produktionsmethoden mit Hilfe modernster KI-gestützter Robotertechnik bringt den Standort Bayern auf ein ganz neues Level. Forschung, Entwicklung und Produktion eröffnen sich damit noch nie da gewesene Perspektiven. Die Produktion wird so flexibler, ohne dass für neue Produkte stets auch neue Maschinen und Produktionshallen benötigt oder Kapazitäten ins Ausland verlagert werden müssen. Durch einfach bedienbare Apps kann jeder Produktionsauftrag an die anpassungsfähige KI.FABRIK übermittelt und individuell gesteuert werden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur lokalen, krisensicheren und wirtschaftlichen Herstellung modernster Produkte bei uns in Bayern.“

Wissenschaftsminister Bernd Sibler sendete eine Videobotschaft: „Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie der Zukunft. Die TUM bündelt an der MSRM herausragende Kompetenzen, um unter anderem die Bedeutung neuer Digitaltechnologien für unsere Arbeit zu erforschen. Um die neuen Chancen umfassend nutzen zu können, ist es entscheidend, die Kenntnisse der Wissenschaft in die Gesellschaft zu tragen. Genau diese Brücke schlägt die neue KI.FABRIK mit ihrem Showroom im Deutschen Museum: Hier können wir Zukunftsforschung hautnah erleben und verstehen, wie die Technologien arbeiten. Ich freue mich sehr, dass wir heute mithilfe von Mitteln aus der Hightech Agenda Bayern den Grundstein für dieses Zukunftsprojekt legen können.“

Roboter unterstützt Zeremonie

Bei der symbolischen Grundsteinlegung platzierte ein Roboterarm einen gravierten Edelstahlzylinder, die sogenannte Zeitkapsel, im Grundstein. Der Roboter wurde dabei durch Teleoperation von einem Mitarbeiter aus der Ferne gesteuert – symbolisch für den künftigen Home-Arbeitsplatz für Fabrikarbeiter. Prof. Haddadin sagte: „Für uns ist die KI-Fabrik Prototyp und Forschungslabor zugleich. Sie bietet Wissenschaftlern wie Unternehmen die Möglichkeit, ihre Technologien unter ‘realen’ Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln.“ Eine große Besonderheit der Initiative KI.FABRIK im Vergleich zu etablierten Fertigungshallen ist die Multifunktionalität der dort eingesetzten feinfühligen Maschinen und Roboter. Sie können viele verschiedene Produkte auch in kleiner Stückzahl herstellen und sind nicht auf klar definierte Bewegungsabläufe beschränkt.

Die Zeremonie fand parallel zur Messe automatica sprint im Rahmen von munich_i, der neuen KI- und Robotik-Hightechplattform für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft statt.


 

TU München (hz)

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