Impression von der Hannover Messe Preview 2026 mit Dr. Jochen Köckler auf der Bühne

Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, gab auf der Hannover Messe Preview am 25. Februar Einblicke in die diesjährigen Besonderheiten und Highlights der Messe. (Quelle: Deutsche Messe)

„Jetzt ist die Zeit zu handeln und konsequent in neue Technologien zu investieren. Wer heute mutig in KI, Automatisierung und digitale Systeme investiert, schafft die Grundlage für Effizienzsprünge, Resilienz und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. „Die Hannover Messe ist die Plattform, auf der Besucherinnen und Besucher konkrete KI-Anwendungen erleben und im direkten Austausch mit den ausstellenden Unternehmen erfahren, wie sie ihre Produktivität durch den Einsatz von KI steigern können.“

Auf der Hannover Messe 2026 wird erstmals auch das Thema Physical AI eine zentrale Rolle spielen. Gemeint sind KI-Systeme, die unmittelbar mit der physischen Welt interagieren – etwa in Maschinen, Anlagen oder Robotern. „KI wird damit zur produktiven Kraft in der Fabrik – insbesondere bei industriellen und humanoiden Robotern. Das werden wir auf den Ständen der Robotikaussteller der Hannover Messe eindrucksvoll erleben“, so Dr. J. Köckler.

KI im Zentrum

Die Deutsche Messe erwartet rund 3.500 Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie Energiewirtschaft zur diesjährigen Veranstaltung. Bei ihren Lösungen für die Produktion und Energieversorgung von heute und morgen wird KI eine zentrale Rolle spielen.

Zu den Ausstellern zählen globale Tech-Unternehmen wie AWS, Microsoft, SAP, Schneider Electric oder Siemens sowie mittelständisch geprägte Technologieführer wie Beckhoff, Festo, Harting, ifm, Lapp, Phoenix Contact, Rittal, Schaeffler oder SEW-Eurodrive. Namhafte Forschungsinstitute wie Fraunhofer oder das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) skizzieren die Industrielösungen für morgen und mehr als 200 Start-ups aus unterschiedlichen Technologiefeldern zeigen ihre Lösungen.

Im Bereich Robotik gibt es spannende Neuzugänge: Zum ersten Mal stellt das Unternehmen Agile Robots auf Messe aus. Gezeigt werden sowohl industrielle als auch humanoide Robotersysteme. Neu auf der Messe ist zudem DMG Mori. Der Hersteller von Werkzeugmaschinen nutzt seine Messepremiere, um aktuelle Entwicklungen rund um vernetzte Fertigung, digitale Zwillinge und automatisierte Produktionslösungen vorzustellen. Ebenfalls neu als Aussteller dabei ist Bosch Connected Industry. Das Unternehmen präsentiert praxisnahe IoT- und KI-Lösungen für industrielle Anwendungen – von intelligenter Instandhaltung über vernetzte Produktionsprozesse bis hin zu datenbasierten Services. Neuzugang Schwarz Digits ist auf souveräne digitale Lösungen spezialisiert. Im Fokus stehen der Aufbau KI-gestützter, sicherer Daten- und Cloudinfrastrukturen für industrielle Anwendungen sowie die Entwicklung leistungsfähiger KI-Ökosysteme. Als weitere namhafte neue Aussteller werden unter anderem Jumo, Denso, Wandelbots und German Edge Cloud genannt.

Neue Themenstruktur und Formate

Darüber hainaus wurde auf der Preview die überarbeitete Themenstruktur vorgestellt, die in ein neues Hallenlayout mündet. "Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das eine direktere Orientierung, für die ausstellenden Unternehmen eine stärkere Sichtbarkeit im relevanten Umfeld", gibt die Deutsche Messe an.

Neben der räumlichen Neuausrichtung will die Hannover Messe 2026 mit neuen Wissens- und Networking-Formaten noch stärker auf inhaltliche Tiefe setzen. So sollen sich Experten und Anwender praxisnah über konkrete Herausforderungen und deren Lösungen austauschen können. Mit dabei: Masterclasses, Roundtables, Expert Stages oder Matchmaking.

"Auf der neuen Center Stage kommen führende Köpfe aus Industrie, Politik und Forschung zusammen, um konkrete Lösungsansätze für die Zukunft der Industrie zu diskutieren. Die Hannover Messe bestätigt damit ihr Profil als strategische Plattform für die industrielle KI-Transformation mit einen sichtbaren Schulterschluss von Industrie und Politik sowie klarer industriepolitischer Ambition für Deutschland und Europa", berichten die Messeverantwortlichen.

Zu den Sprecherinnen und Sprechern zählen:

  • Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, beleuchtet die Rolle von Automatisierung, industrieller KI und digitaler Infrastruktur für wettbewerbsfähige Industrieunternehmen.
  • Unternehmerin Verena Pausder setzt Impulse zur Innovationskultur und zur Stärkung des Startup-Ökosystems in Deutschland und Europa.
  • Die Zukunftsforscherin Amy Webb analysiert technologische Megatrends und zeigt auf, wie Unternehmen sich strategisch auf disruptive Entwicklungen vorbereiten können.
  • Julie Sweet, CEO von Accenture, thematisiert die Transformation globaler Organisationen durch KI, Cloud und datengetriebene Geschäftsmodelle.
  • Bundesdigitalminister Karsten Wildberger spricht über digitale Souveränität und Leistungsfähigkeit als Rahmenbedingungen für Innovation in Europa.
  • Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, ordnet schließlich die Bedeutung industrieller Leistungsfähigkeit im Spannungsfeld von Sicherheit, Geopolitik und technologischer Unabhängigkeit ein.

Defense Production Park

Erstmals wird es in diesem Jahr die Defense Production Park geben. Hier soll gezeigt werden, wie moderne Produktionstechnik die Anforderungen sicherheitskritischer Fertigung erfüllt und zugleich hochgradig skalierbar bleibt. "Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Industriezweige – müssen jedoch infolge der ,Zeitenwende' ihre Kapazitäten in kürzester Zeit deutlich ausweiten. Wie dies gelingt, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Qualität einzugehen, bildet den Fokus dieses neuen Ausstellungsthemas", so die Messevertreter.

Partnerland Brasilien

Partnerland der diesjährigen Hannover Messe ist Brasilien. Die Messe wird feierlich von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva eröffnet.

"Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage gewinnt Brasilien – und mit ihm ganz Südamerika – als verlässlicher Handels- und Industriepartner für Deutschland und Europa weiter an Bedeutung. Diversifizierte Lieferketten, Zugang zu Rohstoffen sowie gemeinsame Industrie- und Klimaprojekte rücken stärker in den Fokus", heißt es in einer Meldung.

Neben internationalen Delegationen sollen auch führende Vertreter der deutschen Politik und der EU-Kommision auf der Messe präsent sein. Angekündigt wurden u.a. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Forschungsministerin Dorothee Bär sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius. Weitere hochrangige Delegationen aus Europa, Amerika, Asien und Afrika werden erwartet.

„Die Zusammenarbeit mit Brasilien ist mehr als Handel – sie ist ein strategisches Bündnis“, betont Dr. J. Köckler. „Gerade in Zeiten globaler Spannungen müssen wir auf verlässliche Partner setzen. Die Hannover Messe bietet dafür die ideale Plattform.“

Deutsche Messe (ih)

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