KI-generiertes Bild einer Elektronikfertigung, bei dem oben Icons die einzelnen Schritte der Wertschöpfungskette abbilden

SEF e.V. zeigt Use Case zur digitalisierten und KI-gestützten Wertschöpfungskette in der Elektronikfertigung. (Quelle: KI-generiert)

Unter dem Leitgedanken „Vom Angebot zur Auslieferung“ verknüpfen dikon Elektronik & IT, Dualis, iTAC, Limtronik, Optimum data management solution, Perzeptron, PS Industry und znt-Richter ihre Lösungen zu einer durchgängigen Prozesskette. Daten werden dabei über Systemgrenzen hinweg weitergegeben, anstatt sie an einzelnen Stationen erneut zu erfassen oder manuell zu übertragen.

KI übernimmt die Kontrolle von Auftragsbestätigungen

Der dargestellte Prozess beginnt mit der Kundenanfrage. Im ERP-System des Elektronikfertigers Limtronik stehen Auftrags- und Produktdaten für die weiteren Prozessschritte bereit. ODB++-Daten liefern die Grundlage für Stücklisten- und Fertigungsinformationen. Über eine Valor-Anbindung greift der Prozess auf den BOM-Connector von znt-Richter zu, der Materialanfragen an Lieferanten unterstützt und Informationen zu benötigten Bauelementen, Verfügbarkeiten und Kosten zusammenführt. Daraus entsteht ein digital beschriebener Fertigungsauftrag, dessen Informationen anschließend durch die weiteren Stationen der Wertschöpfungskette laufen.

Nach Auftragseingang schließt sich die Materialbeschaffung an. Ganttplan von Dualis übernimmt anschließend die Feinplanung. Das APS-System plant Fertigungsaufträge unter Berücksichtigung verfügbarer Ressourcen und Kapazitäten sowie von Termin- und Kostenfaktoren und tauscht dazu Daten mit dem MES von iTAC aus. Parallel führt die Software MiG von Perzeptron Informationen aus dem ERP-System in einer zentralen Sicht zusammen, sodass unter anderem Änderungen bei Materialverfügbarkeit oder Terminen entlang der Prozesskette verfügbar werden.

An dieser Stelle kommt eine erste KI-Anwendung ins Spiel: Das Modul OCC.AI von Perzeptron digitalisiert und automatisiert die Kontrolle von Auftragsbestätigungen. Routinetätigkeiten in diesem Prozess sollen damit automatisiert und Mitarbeitende entlastet werden.

KI unterstützt Montage und Qualitätskontrolle

Auch auf dem Shopfloor bleibt die Prozesskette digital verbunden. Arbeits-, CAD- und Prozessinformationen gelangen über die entsprechenden Systemanbindungen zum Montagearbeitsplatz. Dort kommt das kamerabasierte KI-Assistenzsystem „Der Schlaue Klaus“ von Optimum zum Einsatz. Es führt Mitarbeitende Schritt für Schritt durch den Montageprozess und kontrolliert gleichzeitig die korrekte Ausführung.

Die Verbindung mit der Fertigungs-IT wird durch einen weiteren KI-gestützten Service ergänzt. iTAC.Cati kann über die Anbindung an das MES Fragen zur Fertigungshistorie, zu Materialchargen und zu Prozessparametern in natürlicher Sprache beantworten. Wird ein Arbeitsschritt nicht ordnungsgemäß ausgeführt, kann der Prozess entsprechend abgesichert beziehungsweise verriegelt werden. Damit verbindet der Demonstrator Werkerassistenz, Qualitätsprüfung und Rückmeldung an die Fertigungs-IT.

Weitere Informationen am Arbeitsplatz stellt dikon über ein mobiles Cockpit bereit. Mitarbeitende können dort aktuelle Prozessschritte, Bilder und Videos abrufen sowie Rückmeldungen zum Produktionsfortschritt oder zur Qualität geben. PS Industry ergänzt die Prozesskette um eine anpassbare Arbeitsplatzbeleuchtung, die automatisch an unterschiedliche Arbeitsschritte angepasst werden kann.

Digitale Prozesskette bis zur Auslieferung

Nach Montage und Freigabe können Folgeprozesse wie der Druck von Versanddokumenten und Versandetiketten, Lagerbuchungen oder die Übergabe an die Logistik angestoßen werden. Damit bildet der Live-Use-Case den Ablauf vom eingehenden Auftrag bis zur Auslieferung ab.

„Viele Unternehmen beschäftigen sich nicht mehr mit der Frage, ob sie ihre Fertigung digitalisieren, sondern wie sie ihre bestehenden Systeme sinnvoll miteinander verbinden. Unser Messe-Use-Case macht genau dieses Zusammenspiel sichtbar“, sagt Christina Hild, Geschäftsführerin des SEF Smart Electronic Factory e. V. Ein realistischer Elektronikauftrag durchlaufe dabei eine durchgängig digitalisierte Prozesskette, in der verschiedene Technologien und Partner ihre Stärken einbringen.

Der SEF Smart Electronic Factory e. V. präsentiert den Live-Use-Case vom 6. bis 8. Oktober 2026 auf der EFX, Halle 9, Stand 9C60 in Stuttgart. Der Verein entwickelt gemeinsam mit Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen Lösungen für Digitalisierung und KI in der Industrie und erprobt digitale und KI-gestützte Anwendungen in der Smart Electronic Factory in Limburg unter realen Produktionsbedingungen.

SEF (ih)

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