Ein Überblick über die Gewinner des Microsoft Intelligent Manufacturing Awards 2026 (Quelle: Microsoft Deutschland)
Künstliche Intelligenz ist endgültig in der industriellen Praxis angekommen – und zwar nicht mehr als Pilotprojekt, sondern als produktiver Hebel für Effizienz, Resilienz und Nachhaltigkeit. Das unterstreichen die Gewinner des Microsoft Intelligent Manufacturing Award (MIMA) 2026, den Microsoft Deutschland gemeinsam mit der Strategieberatung Roland Berger bereits zum siebten Mal vergeben hat.
Aus zahlreichen Einreichungen aus der EMEA-Region wählte eine hochkarätige Jury sieben Projekte aus, die den digitalen Wandel in der Fertigungsindustrie besonders wirkungsvoll vorantreiben. Auffällig: Nahezu alle prämierten Lösungen setzen konsequent auf KI – und zwar entlang konkreter industrieller Anwendungsfälle.
„Künstliche Intelligenz ist der Schlüsselfaktor für die industrielle Transformation und entscheidet darüber, wie wettbewerbsfähig die Industrie morgen ist“, betont Gabriele Eder, General Manager Manufacturing bei Microsoft Deutschland. „Mit dem Microsoft Intelligent Manufacturing Award 2026 rücken wir Lösungen in den Fokus, die nicht nur technologisch führend sind, sondern bereits heute messbaren Mehrwert liefern. Die ausgezeichneten Unternehmen zeigen, wie KI dazu beiträgt, Effizienz, Transparenz, Resilienz und Nachhaltigkeit zugleich voranzubringen – und so schnelle, belastbare Geschäftsergebnisse zu ermöglichen.“ Entscheidend sei dabei nicht nur die Technologie selbst, sondern ihr nachweisbarer Nutzen im Betrieb – etwa durch bessere Entscheidungen, höhere Transparenz und effizientere Prozesse.
„Künstliche Intelligenz ist in der Industrie vom Pilotprojekt zur produktiven Realität geworden“, sagt Jochen Gleisberg, Partner bei Roland Berger und Mitglied der Fachjury. „Die Gewinner des MIMA 2026 zeigen, wie konsequent Industrieunternehmen heute KI einsetzen, um ihre Operations neu zu denken. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie an sich, sondern ihre Wirkung im Betrieb: schnellere Entscheidungen, robustere Prozesse und spürbare Produktivitätsgewinne.“
Von AI Hubs bis digitalen Zwillingen
Die Bandbreite der ausgezeichneten Projekte zeigt, wie vielfältig KI heute in industriellen Umgebungen eingesetzt wird.
So treibt der Automobilzulieferer Aumovia mit einem unternehmensweiten AI Hub die Integration von KI direkt in Arbeitsprozesse voran. Mehr als 1.500 KI-Agenten unterstützen bereits über 21.000 Mitarbeitende – von der Softwareentwicklung bis zur Instandhaltung.
Einen anderen Ansatz verfolgen Yara International und Kongsberg Digital: Mit ihrer Industrial Work Surface schaffen sie einen umfassenden digitalen Zwilling von Produktionsanlagen. Dieser vereint jahrzehntelange Betriebsdaten, 3D-Modelle und Dokumentationen in einer einheitlichen Umgebung und ermöglicht so fundierte Entscheidungen in Echtzeit.
Auch Tetra Pak setzt auf durchgängige Datenintegration. Mit Factory OS entsteht eine offene, skalierbare Plattform, die heterogene Anlagenlandschaften zusammenführt und in eine konsistente, KI-fähige Betriebsumgebung überführt. Ziel ist es, fragmentierte Daten in verwertbare Erkenntnisse zu transformieren und so die digitale Transformation im großen Maßstab zu beschleunigen.
KI als Enabler für Transparenz, Nachhaltigkeit und Compliance
Neben Effizienzsteigerungen rücken zunehmend auch Transparenz und Nachhaltigkeit in den Fokus. EssilorLuxottica etwa wurde für einen digitalen Produktpass ausgezeichnet, der Verbraucherinnen und Verbrauchern detaillierte Informationen zu Herkunft, Spezifikation und Nachhaltigkeit von Brillen bereitstellt – und damit zugleich zukünftige regulatorische Anforderungen antizipiert.
Beim Klebebandhersteller tesa steht die Energietransformation im Mittelpunkt: Eine KI-basierte Plattform optimiert Energieflüsse, senkt Emissionen und unterstützt den Weg zur klimaneutralen Produktion. Dabei werden sowohl operative Prozesse als auch Beschaffungsstrategien datenbasiert gesteuert.
Im regulierten Umfeld der Medizintechnik zeigt Erbe Elektromedizin, wie KI administrative Last reduzieren kann. Die Plattform „EvidenceStream“ automatisiert die Auswertung wissenschaftlicher Literatur und beschleunigt regulatorische Prozesse erheblich – ohne Personalabbau, dafür mit Fokus auf höherwertige Tätigkeiten.
Gesamtsieger: Digitale Zwillinge werden handlungsfähig
Den Gesamtsieg sicherte sich Krones mit einer besonders weitreichenden Vision: agentenbasierte digitale Zwillinge, die physikalisch präzise Simulationen mit KI kombinieren.
Diese Systeme gehen über klassische Visualisierung hinaus. Sie analysieren eigenständig Szenarien, optimieren Parameter wie Geschwindigkeit oder Temperatur und spielen die Erkenntnisse direkt in reale Produktionsprozesse zurück. Simulationszyklen, die früher Stunden dauerten, werden so auf Minuten reduziert.
Für Jochen Gleisberg, Partner bei Roland Berger, zeigt sich hier exemplarisch der Reifegrad der Technologie: „Entscheidend ist nicht die Technologie an sich, sondern ihre Wirkung im Betrieb: schnellere Entscheidungen, robustere Prozesse und spürbare Produktivitätsgewinne.“
Netzwerk für die industrielle Zukunft
Neben den Preisträgern wurden weitere Finalisten in den sogenannten „MIMA Champions Circle“ aufgenommen – ein Netzwerk technologisch führender Unternehmen der Fertigungsindustrie. Ziel ist es, den Austausch über Best Practices und Innovationen weiter zu fördern.
Der MIMA 2026 macht damit deutlich: Die industrielle Transformation wird zunehmend von KI getragen – nicht als Selbstzweck, sondern als konkreter Business-Enabler. Die ausgezeichneten Projekte liefern den Beweis, dass datengetriebene, intelligente Produktionssysteme längst Realität sind und die Wettbewerbsfähigkeit von morgen entscheidend prägen.