Die Kuka Group, bekannt für ihre tiefgehende Fertigungsexpertise, wandelt sich vom Maschinenhersteller zu einem Unternehmen für Physische KI. (Quelle: Kuka Group)
Kuka hatte auf der GTC von Nvidia seine neue Automation Management Platform Kuka AMP öffentlich vorgestellt. Die Softwareplattform soll klassische, deterministische Automatisierung mit intent-basierter Automatisierung und Physical-AI-Ansätzen verbinden.
Damit adressiert das Unternehmen einen Wandel, der in der industriellen Automatisierung derzeit an Dynamik gewinnt: KI-Systeme sollen künftig nicht mehr nur analysieren und vorhersagen, sondern zunehmend auch die physische Welt wahrnehmen, Entscheidungen treffen und Handlungen ableiten. Kuka will sich in diesem Umfeld als Anbieter positionieren, der bestehende Automatisierungslösungen nicht ersetzt, sondern um neue KI-Fähigkeiten erweitert.
Christoph Schell, CEO der Kuka Group, erklärt: „Roboter und Automatisierungssysteme entwickeln sich von programmierbaren Maschinen zu intelligenten Mitwirkenden, die lernen, sich anpassen und sicher an der Seite von Menschen arbeiten können. Mit neuen offenen Software-Plattformen wie Kuka AMP, die traditionelle deterministische Automatisierung – etwa regelbasierte, vorprogrammierte Systeme – mit absichtsbasierter (intent-basierter) Automatisierung verbinden, wird der Weg von der Idee bis zum Einsatz schneller, präziser, kosteneffizienter und autonomer.“
Das Unternehmen beschreibt diese Entwicklung als Übergang von Automation 1.0 zu Automation 2.0. Dabei betont es zugleich die weiterhin zentrale Rolle klassischer, regelbasierter Automatisierung – insbesondere in hochvolumigen und sicherheitskritischen Anwendungen.
„Auf dem Weg zu Automation 2.0 und Physical AI bleibt Automation 1.0 essenziell – für Kuka und für die gesamte Industrie“, sagt Schell. „Bewährte, regelbasierte Automatisierung liefert weiterhin die Stabilität und Produktivität, auf die unsere Kunden angewiesen sind, insbesondere in Hochvolumen und sicherheitskritischen Umgebungen. Wir ersetzen sie nicht. Wir erweitern sie um intent-basierte und KI getriebene Fähigkeiten. Automation 1.0 bleibt das Rückgrat, während Automation 2.0 neue Flexibilität hinzufügt. Kuka wird in beiden Bereichen ein zentraler Akteur bleiben.“
Die Vorstellung von Kuka AMP ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die das Unternehmen seit dem Amtsantritt von Schell vorantreibt. Wachstumsfelder werden vor allem in intelligenter Automatisierung sowie in software- und KI-definierten Infrastrukturen gesehen.
„Wir treiben unsere strategische Ausrichtung konsequent voran. Unsere Wachstumsfelder – intelligente Automatisierung sowie Software- und KI-definierte Infrastrukturen – entwickeln sich dynamisch und bilden eine solide Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Unsere modularen Produktionsplattformen geben dabei die Richtung vor“, so Schell weiter und ergänzt: „Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir ein Jahrzehnt tiefgreifender technologischer Transformation. Kostensenkungsinitiativen, Software und KI sowie Verschiebungen in der geografischen Bedeutung werden zu entscheidenden Treibern für den zukünftigen Erfolg der Kuka Group.“
Nach Unternehmensangaben erzielte die Kuka Group 2025 ein profitables Umsatzwachstum von 4 % und einen steigenden Auftragseingang. Mit 213 Mio. € investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben so viel wie nie zuvor in Forschung und Entwicklung. Auch international baut Kuka seine Präsenz weiter aus – unter anderem in China, Indien, Vietnam und den USA.
In Richtung seiner Kunden formuliert Kuka seine Ausrichtung wie folgt: ein zentraler Automatisierungspartner, der Hardware, Software und digitale Lösungen integriert – von Industrie und mobilen Robotern über Simulation, Shuttle-Systeme, Krane, Warehouse-Lösungen bis hin zur Healthcare-Automatisierung. Dazu biete man nahtlose End-to-End-Automatisierung, die weltweit einfacher eingeführt, skaliert und betrieben werden kann. Darüber hinaus betreibe das Unternehmen im Auftrag von Kunden komplette Produktionsanlagen und automatisierte Auftragsfertigungen und bietet – je nach Branche – auch Robots-as-a-Service-Modelle an. CEO Schell sagt: „Wir gehören zu den sehr wenigen globalen Anbietern, die industrielle End-to-End-Automatisierungslösungen aus einer Hand liefern.“