Insgesamt kamen 69.856 Fachbesucher zur Logimat 2026 nach Stuttgart. (Quelle: VDE VERLAG)
„Es war angesichts der herausfordernden Weltwirtschaftslage nicht zu erwarten, dass wir die Logimat 2026 in allen Bereichen mit neuen Bestmarken beenden würden“, zeigt sich Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Messeveranstalter Euroexpo zufrieden. „Im Markt hat sich offenbar das Bewusstsein durchgesetzt, dass man in Krisenzeiten antizyklisch investieren sollte. Dafür bietet die LogiMAT traditionell einen Überblick über die jüngsten Innovationen und aktuellen State-of-the-Art-Lösungen.“
1.671 Ausstellern aus 46 Ländern nutzten die komplett ausgebuchten zehn Messehallen auf dem Stuttgarter Messegelände als Präsentationsplattform der aktuellen Neuentwicklungen für effiziente Intralogistik. Als Erstaussteller waren 296 Unternehmen auf der Logimat vertreten. "Allein im Vorfeld der Messe meldeten die Aussteller der 68.969 m2 Nettoausstellungsfläche mehr als 120 Welt- und Europapremieren. Der Auslandsanteil unter den Unternehmen lag in diesem Jahr bei 37 % (Vorjahr: 35,9 %) – davon jedes fünfte Unternehmen mit Sitz in Übersee und Asien. Insgesamt besuchten an den drei Messetagen 69.856 Fachbesucher (+4.137 zum Vorjahr) die Logimat 2026. Das übersteigt noch einmal deutlich die bisherige Bestmarke von 67.420 Fachbesuchern im Jahr 2024", heißt es von Veranstalterseite. „Die Logimat ist für Branche und Fachpublikum gleichermaßen Kontaktbörse, Informations- und Präsentationsplattform“, fasst Messeleiter Michael Ruchty zusammen. „Als Trend- und Branchenbarometer setzt sie mit den hervorragenden aktuellen Spitzenwerten ein Zeichen für die Resilienz der Branche und bietet Zuversicht in schwierigen Zeiten.“
Die führenden Produktgruppen kamen in diesem Jahr aus den Branchensegmenten Förder- und Lagertechnik (38,2 %), Software für Simulation, Lagersysteme und Bestandsmanagement (37,1 %) sowie Flurförderzeuge und Zubehör (34,8 %). Unter den möglichen Mehrfachnennungen gaben zudem 30,2 % der Aussteller an, Exponate im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik präsentiert zu haben, 28,2 % der Aussteller zeigten auch fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und autonome mobile Roboter (AMR).
Den Auswertungen des unabhängigen Baseler Marktforschungsinstituts Wissler & Partner zufolge war mehr als die Hälfte der Fachbesucher (56 %) als Entscheider vor Ort – 35,9 % des Fachpublikums kam mit konkreten Investitionsvorhaben nach Stuttgart. Insgesamt gaben 25,3 % der Besucher an, auf der Messe einen Zuschlag erteilt zu haben oder Aufträge unmittelbar nach der Messe zu vergeben. Folglich meldeten zahlreiche Aussteller Vertragsabschlüsse vor Ort. So hat etwa der norwegische Sensorhersteller Sonair AS, diesjähriger Preisträger „Logimat BEST PRODUCT“, einen Deal über den ersten Einsatz seines neuartigen ADAR-Sensors (Acoustic Detection and Ranging) in einem versandfertigen autonomen Roboter bekannt gegeben. Wiferion meldete einen Abschluss mit SEER Robotics aus China über induktive Ladetechnik für Roboter. Die Brabender Group und der Softwareanbieter PTV Logistics unterzeichneten einen Partnerschaftsvertrag. Der niederländische Systemintegrator Syncore und das Stuttgarter KI-Robotik-Unternehmen Sereact einigten sich auf den Rollout von 100 KI-gesteuerten Robotersystemen. „Die Logimat ist nicht allein Schaufenster für Innovationen und State-of-the-Art-Lösungen, sondern auch Arbeitsmesse mit erfolgreichen Geschäftsabschlüssen und Anbahnung strategischer Allianzen“, kommentiert Messeleiter Ruchty.
Nach Branchen differenziert arbeiten 55,2 % der Messebesucher in Industrieunternehmen, 14,2 % im Groß- und Einzelhandel. Das Gros der Fachbesucher (42 %) nahm einen Anreiseweg von mehr als 300 Kilometern auf sich. Rund ein Viertel der Gäste (26,7 %), reiste aus dem Ausland zur Logimat 2026 an. Das Plus von 3,6 % unterstreicht den wachsenden Internationalisierungsgrad auch unter den Messebesuchern.
Auch das Thema „humanoide Robotik“ wurde gezeigt: "Mehrere Aussteller präsentierten erste Entwicklungen nicht nur als Eyecatcher, sondern in intralogistischer Umgebung. Darüber hinaus stellte das Fraunhofer IML auf der Logimat eine aktuelle Studie zur humanoiden Robotik vor. Überdies wurde das Thema im Rahmenprogramm der Messe aufgenommen, das unter anderen um eine zweite Logimat -Arena im ICS erweitert wurde", gibt Euroexpo an. Mit drei gezielt ausgewiesenen Formaten hat der Messeveranstalter zudem Impulse gegen den Fachkräftemangel gesetzt. Mit dem Format Young Innovators, Vorstellung und Pitch der Finalisten eines Start-up-Wettbewerbs sowie dem Logimat-CareerDay am dritten Messetag fokussierte die Messe aufstrebende Start-ups, Innovatoren und Fachkräfte in der Intralogistik. Flankierend zum Karrieretag, der das Image der Intralogistik heben und junge Talente sowie Berufsumsteiger für sie begeistern soll, wurde die von der Logimat und der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ initiierte Studie „Arbeitswelt (Intra)Logistik“ veröffentlicht. Ihre Ergebnisse zeigen auf, wie „Intralogistik made in Germany“ zum Erfolgs- und Exportschlager werden kann.
„Interessiertes, investitionsbereites Fachpublikum und zufriedene Aussteller haben zu einem außerordentlich positiven Gesamtergebnis für die Logimat 2026 geführt“, resümiert Messeleiter Michael Ruchty. „Das dient dem gesamten Team der Euroexpo als Ansporn, die beschrittenen Erfolgsfaktoren weiter auszubauen, um der Branche auch im kommenden Jahr wieder ein innovatives Messeumfeld zu bieten.“