Bild vom Hannover-Messe-Stand der Open Industry 4.0 Alliance

Die Open Industry 4.0 Alliance stellt auf der Hannover Messe 2024 den digitalen Zwilling, den Digital Product Passport und gemeinsame Industrie-Initiativen in Fokus. (Quelle: OI4)

Vor fünf Jahren wurde die Open Industry 4.0 Alliance (OI4) auf der Hannover Messe gegründet. Durch die Umsetzung der OI4-Projekte soll die Interoperabilität zwischen Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen noch weiter erhöht und dadurch vorhandene sowie zeitnah geltende Regularien für eine Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz optimal genutzt werden. Als einer der Hauptschwerpunkte wird weiterhin der digitale Zwilling angegeben. Hierbei geht es insbesondere um die Frage, wie sich die Vorbereitung von Industrieunternehmen auf zeitnah inkraft tretende EU-Regularien – etwa den Digital Product Passport und den Cyber Resilience Act – auf technologischer Ebene gestaltet.

Digital Twin spielerischer erleben

Um das Thema digitaler Zwilling spielerisch erlebbar zu machen, wird die Community Aktivität und der Wettbewerb „Follow The Digital Twin“ stattfinden. Die teilnehmenden Organisationen erstrecken sich aus bestehenden Mitgliedsfirmen, Partnerorganisationen sowie Endanwendern. "Ziel des Wettbewerbs ist es, allen Messebesuchern die Möglichkeit zu geben, sich über das Konzept des digitalen Zwillings zu informieren, dieses in spielerischer Weise praktisch zu erleben und Bedenken vor einer vermeintlich hohen Komplexität zu zerstreuen", heißt es in einer Meldung. Und so geht es: An den Messeständen der Aussteller markieren QR-Codes den digitalen Zwilling eines Geräts, den Messebesucher scannen können, worauf sich anschließend eine dazugehörige Web-App mit weiteren Informationen öffnet. Teilnehmer, die die digitalen Zwillinge identifizieren und scannen konnten, nehmen am Stand der Allianz an einer Verlosung teil. Am Stand der Open Industry 4.0 Alliance werden auch Produkte und Lösungen von Mitgliedsunternehmen wie AS-Schneider, Concept Reply, Dunkermotoren, Hilscher, Kuka und deren Tochterunternehmen Device Insight sowie Kübler gezeigt.

Der Digital Product Passport im Fokus

Ein zweiter Themenschwerpunkt wird der Digital Product Passport (DPP) – eine EU-Initiative im Rahmen der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)-Richtlinie – sein. "Der DPP wird derzeit durch die europäische Standardisierungsorganisation CEN/CENELC definiert und soll ab 2026 für erste Produktgruppen – etwa Batterien in Elektroautos – verpflichtend werden", informiert die OI4. Um sich dieser regulatorischen Herausforderung praxisorientiert zu stellen, hat die Allianz bereits im vergangenen Jahr ein arbeitsgruppenübergreifendes Projekt gestartet. In diesem beschäftigen sich Experten neben der technischen Grundlagenarbeit ganz bewusst mit der Frage, wie mit Blick auf die Aufwandsaspekte dieser Regulierung ein produzierendes Unternehmen aus der Not eine Tugend machen kann. Besucher erhalten am Stand, im Rahmen einer praxisnahen Demonstration am Beispiel einer Fahrradproduktion, konkrete Einblicke, wie die Ausgestaltung des Produktflusses und des End-to-End-Lifecycle-Managements mit DPP prozessual konkret umsetzbar ist.

„Die Umsetzung dieser neuen Richtlinie macht es erforderlich, stets korrekte, aktuelle Daten im richtigen Format aus verschiedenen Systemen an die richtige Stelle zu adressieren. Ein sehr aufwändiger und für jedes Unternehmen individuell zu betrachtender Prozess. Wir stellen uns deshalb der Frage, auf welche Weise dieser Komplex mithilfe effizienter Musterlösungen angegangen werden kann“, erklärt Rüdiger Fritz, Director Product Management bei SAP und einer der aktivsten Mitwirkenden bei der Open Industry 4.0 Alliance. „Unser Augenmerk liegt darüber hinaus darauf, Unternehmen zu befähigen, auf dem Weg der Implementierung maximale Vorteile für ihre Produkte oder die zugrundeliegenden Business-Prozesse zu schaffen. Beispielsweise, indem man Synergieeffekte identifiziert und entlang der Pflichtübung DPP auch Mehrwerte – etwa in Form von Prozessoptimierungen oder durch neue Geschäftsmodelle – schafft.“

Neben dem Digital Twin und DDP ist das Vulnerability Management im Rahmen des kommenden Cyber Resilience Act [1] der Europäischen Union auch ein Thema auf der Hannover Messe für die Allianz. "Mit diesem sollen ,horizontale Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen' reguliert werden. In diesem Zusammenhang hat das BSI technische Richtlinien (TR-03183, beziehungsweise TR-03183-2) [2] zu den Cyber-Resilienz-Anforderungen an Hersteller und Produkte herausgegeben, in denen formelle und fachliche Vorgaben für die Software Bill of Materials (SBOM) beschrieben sind. Bislang ist Vulnerability Management – vor allem geräteübergreifend – noch kaum automatisiert", heißt es in der Meldung weiter.

Darüber hinaus werden die Industrieinitiativen Manufacturing-X und Factory-X sowie das Remote Device Management und Instrumentationsmanagement in herstellerübergreifenden Umfeldern als wichtige Themen der Allianz auf der diesjährigen Hannover Messe angegeben.

Hannover Messe: Halle 15, Stand E40

OI4 (ih)

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