Porträt von Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG (Quelle: Schaeffler)

Die Schaeffler-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2021 eine Ebit-Marge vor Sondereffekten von 9,1 % (Vorjahr: 6,3 %). Wesentliche Treiber hierfür werden die weitere Verbesserung des Ergebnisses bei der Sparte Industrial sowie bei der Sparte Automotive Technologies im ersten Halbjahr angegeben. Zudem hätten strukturelle Maßnahmen zur Kostensenkung ihre positive Wirkung gezeigt.

Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis im Berichtszeitraum wird mit 756 Mio. € nach minus 428 Mio. € im Vorjahr angegeben. Das Ergebnis je Vorzugsaktie lag bei 1,14 € (Vorjahr: minus 0,64 €).

Sparte Industrial steigert Ergebnisbeitrag weiter

Für die Sparte Industrial wird ein Umsatz von 3.568 Mio. € (Vorjahr: 3.132 Mio. €) ausgewiesen. Damit konnte der der profitable Wachstumskurs erfolgreich fortgeführt werden. Schaeffler verweist auf eine unterschiedliche Sektorcluster-Entwicklung:  Besonders starkes Wachstum sein in den Sektorclustern Industrial Automation, Power Transmission und Offroad sowie beim Handelsgeschäft (Industrial Distribution) erzielt worden.

Für die Region Europa wird ein währungsbereinigter Umsatzanstieg um 12,3 % angegeben. Insbesondere im zweiten Halbjahr hätten die Sektorcluster Industrial Automation und Power Transmission sowie Industrial Distribution deutliche Wachstumsraten verzeichnet. Das Wachstum in der Region Americas um währungsbereinigt 13,8 % sei im Wesentlichen auf Industrial Distribution zurückzuführen. In der Region Greater China wird eine Umsatzsteigerung um währungsbereinigt 14,5 % angegeben, obwohl sich auslaufende Subventionen auf die Nachfrage im Sektorcluster Wind erwartungsgemäß ausgewirkt hätten. In der Region Asien/Pazifik sei der Umsatz um währungsbereinigt 18,3 % über dem Vorjahr gewachsen. Der Anstieg wird maßgeblich auf den Volumenanstieg im Sektorcluster Wind in Indien zurückgeführt.

"Das Ebit vor Sondereffekten stieg um 54,4 % auf 426 Mio. € (Vorjahr: 276 Mio. €). Die Ebit-Marge vor Sondereffekten verbesserte sich auf 12,0 % (Vorjahr: 8,8 %)", gibt das Unternehmen an.

Starker Auftragseingang bei E-Mobilität in Automotive Technologies

Die Sparte Automotive Technologies erzielte nach Schaeffler-Angaben einen Umsatz in Höhe von 8.436 Mio. € (Vorjahr: 7.816 Mio. €). Währungsbereinigt sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 % gestiegen. Die positive Umsatzentwicklung im Berichtsjahr sei durch die Erholungstendenzen nach der Coronavirus-Pandemie vor allem im ersten Halbjahr getrieben worden, während sich die weltweite Automobilproduktion im zweiten Halbjahr gegenläufig entwickelt habe. Auf dieser Basis sei die Automobilproduktion im Berichtszeitraum um rund 3,4 % gestiegen.

Insgesamt wird für die Sparte Automotive Technologies eine Outperformance von 4,0 Prozentpunkten gegenüber der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen ausgewiesen. Die Sparte habe im Berichtsjahr ein Auftragseingangsvolumen von 10,2 Mrd. € erzielt. Hiervon würden 3,2 Mrd. € auf den Unternehmensbereich E-Mobilität entfallen. Damit wurde das ursprüngliche Ziel von 1,5 Mrd. € bis 2 Mrd. € überschritten.

"Obwohl das Wachstum der weltweiten Automobilproduktion entgegen den ursprünglichen Erwartungen im Jahr 2021 verhalten ausfiel, konnte die Sparte Automotive Technologies in allen Regionen deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen", heißt es von Unternehmensseite. "Die Region Europa, wo der Umsatz um währungsbereinigt 7,1 % anstieg, wuchs absolut am stärksten. In den Regionen Americas, Greater China und Asien/Pazifik stiegen die Umsätze währungsbereinigt um 6,8 %, 5,7 % und 13,8 %."

Das Ebit vor Sondereffekten wird mit 585 Mio. € (Vorjahr: 263 Mio. €) angegeben. Die Ebit-Marge vor Sondereffekten sei auf 6,9 % (Vorjahr: 3,4 %) gestiegen.

Automotive Aftermarket steigert Umsatz

Für die Sparte Automotive Aftermarket wird ein währungsbereinigtes Wachstum um 13,0 % angegeben. Volumenbedingt seien die Umsatzerlöse mit 1.848 Mio. € (Vorjahr: 1.642 Mio. €) auf das Niveau von 2019 angestiegen. "Die Umsatzentwicklung verlief in allen Regionen spürbar positiv", so Schaeffler.

"In der Region Europa stieg der Umsatz um währungsbereinigt 8,1 %, womit die Region absolut gesehen das stärkste Wachstum verzeichnete. In den Regionen Americas, Greater China und Asien/Pazifik stiegen die Umsätze währungsbereinigt um 26,1 %, 27,5 % und 37,9 %", heißt es in einer Pressemeldung.

Das Ebit vor Sondereffekten wird mit 254 Mio. € (Vorjahr: 258 Mio. €) angegeben. Aufgrund von gestiegenen Produktkosten und zusätzlichen Vertriebskosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des neuen Montage- und Verpackungszentrums für Europa sei die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 13,8 % zurück (Vorjahr: 15,7 %) zurückgegangen.

Transformation weitergeführt

Mit den Vorbereitungen zum Bau des Zentrallabors, dem Aufbau des Kompetenzzentrums für Wasserstofftechnologie am Standort in Herzogenaurach sowie dem Baubeginn für das neue Werkzeugtechnologiezentrum am Standort Höchstadt setzt die Schaeffler-Gruppe ihre geplanten Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit weiter um. Die Sparte Industrial realisiert ebenfalls die im September 2020 beschlossenen Maßnahmen zur Konsolidierung der deutschen Standorte. "In diesem Zusammenhang wurden Produktionskapazitäten am Hauptsitz in Schweinfurt gebündelt, die Wertschöpfungstiefe am Standort deutlich ausgebaut und mit der Produktion von hochpräzisen Getriebeteilen für Roboter begonnen", gibt das Unternehmen an. Gleichzeitig würde die Stärkung der Regionen außerhalb Europas durch die Verlagerung lokal notwendiger Fertigungs- und Montagelinien fortgesetzt. In Nanjing/China, wurde eine neue Produktionshalle zur Fertigung von Großlagern für die Windenergie eröffnet. "Diese Erweiterung stärkt den asiatischen Werkverbund der Gruppe und festigt die Position von Schaeffler als führender Anbieter in diesem wichtigen Wachstumsmarkt", heißt es aus dem Haus Schaeffler. Bei der Sparte Automotive Technologies werden die begonnene Bündelung der Kompetenzen für E-Mobilität am Standort in Bühl und die Aufnahme der Produktion im neuen Werk für Komponenten und Systeme für elektrifizierte Antriebsstränge in Szombathely in Ungarn als erfolgreiche Meilensteine des vergangenen Geschäftsjahrs angegeben. Zudem sei es der Schaeffler-Gruppe gelungen, entscheidende Einigungen mit den Arbeitnehmervertretern zu erreichen. "Für alle von den im September 2020 angekündigten Maßnahmen betroffenen Standorte sind die entsprechenden Restrukturierungen vereinbart und in Teilen bereits umgesetzt. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen unterhalb der ursprünglich geplanten Aufwendungen", heißt es in der Pressemeldung.

Prognose für das Jahr 2022 ausgesetzt

Der Vorstand der Schaeffler AG hat aufgrund der Ereignisse in der Ukraine und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die globale Wirtschaft die am 8. März 2022 veröffentlichte Prognose für das Jahr 2022 für die Schaeffler-Gruppe und ihre Sparten ausgesetzt. "Der Vorstand der Schaeffler AG hatte am 22. Februar 2022 bei Aufstellung des Jahresabschlusses einen Ausblick für das Geschäftsjahr 2022 verabschiedet, der sich aufgrund der Ereignisse in den Tagen seit dem Aufstellungsdatum nicht aufrechterhalten lässt. Aus heutiger Sicht sind weder der weitere Verlauf noch die wirtschaftlichen Auswirkungen verlässlich abzuschätzen. Eine neue Prognose wird abgegeben, sobald dies möglich ist", wird in der Pressemeldung verlautbart.

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, sagte: „Das Geschäftsjahr 2021 war für die Schaeffler-Gruppe trotz eines schwierigen Umfelds ein erfolgreiches Jahr, in dem wir den Umsatz der Gruppe währungsbereinigt um rund 10 % und unser operatives Ergebnis vor Sondereffekten um rund 60 % steigern konnten. Aufgrund der dramatischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ukraine und den hieraus resultierenden zunehmenden Unsicherheiten und Verwerfungen haben wir uns dazu entschieden, unsere vom Vorstand am 22. Februar 2022 noch vor der Invasion intern verabschiedete Prognose auszusetzen. Unsere diversifizierte Aufstellung mit drei Divisionen und vier Regionen, die Qualität unseres operativen Geschäfts und die soliden Finanzen werden uns helfen, auch durch die aktuelle Krise zu kommen. Die in unserer Roadmap 2025 definierten strategischen Initiativen und Prioritäten behalten weiterhin Gültigkeit. Das gilt vor allem für das Thema Nachhaltigkeit.“

Schaeffler (ih)

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