Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstandes der Schaeffler AG, gibt Details zum Geschäftsjahr 2024 bekannt. (Quelle: Schaeffler/VDE VERLAG)
Für das Geschäftsjahr 2024 weist die Schaeffler AG ein Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragssteuern (EBIT) und Sondereffekten von 811 Mio. € (Vorjahr: 1.187 Mio. €) aus. Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 4,5 % (Vorjahr: 7,3 %). Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten der Schaeffler-Gruppe wird im Berichtszeitraum mit 363 Mio. € (Vorjahr: 421 Mio. €) angegeben und übertraf damit die angepasste Prognose vom 22. Juli 2024 (200 Mio. € bis 300 Mio. €). Das Konzernergebnis lag im Geschäftsjahr 2024 bei minus 632 Mio. € (Vorjahr: 309 Mio. €) und war durch Sondereffekte in Höhe von 725 Mio. € belastet, die unter anderem aus Restrukturierungskosten resultierten. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,86 €(Vorjahr: 0,46 €). Das Konzernergebnis vor Sondereffekten lag bei 93 Mio. € (Vorjahr: 623 Mio. €).
Die Sparten im Überblick
Automotive Technologies – Wachstum bei E-Mobilität
Trotz eines schwachen Automobilumfelds, das von einem Rückgang der Fahrzeugproduktion geprägt war, lag der Umsatz der Sparte Automotive Technologies im Berichtszeitraum mit einem währungsbereinigten Minus von 0,1 % nur leicht unter Vorjahr. Insgesamt erzielte die Sparte Umsatzerlöse in Höhe von 6.955 Mio. € (Vorjahr: 7.035 Mio. €). Gegenüber einem Rückgang der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (minus 1,1 %) betrug die Outperformance der Sparte 1,0 Prozentpunkte. Im Unternehmensbereich (UB) E-Mobilität wuchs der Umsatz in allen Regionen – besonders stark in den Regionen Europa und Americas – und erreichte auf Jahressicht ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 12,6 %. Erfreulich entwickelte sich ebenfalls erneut der Auftragseingang des UB E-Mobilität. Dieser lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 4,7 Mrd. €. Die UB Motor & Getriebesysteme sowie Fahrwerksysteme verzeichneten währungsbereinigte Umsatzrückgänge von 2,9 % und 3,8 %.
Das EBIT vor Sondereffekten der Sparte belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 294 Mio. € (Vorjahr: 339 Mio. €), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 4,2 % (Vorjahr: 4,8 %) entspricht.
Vehicle Lifetime Solutions – Anhaltend starke Entwicklung
Die Sparte Vehicle Lifetime Solutions erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein deutliches währungsbereinigtes Wachstum der Umsatzerlöse um 16,9 % auf 2.579 Mio. € (Vorjahr: 2.241 Mio. €). Dies war im Wesentlichen auf positive Volumeneffekte zurückzuführen.
Im Berichtszeitraum stieg das EBIT vor Sondereffekten der Sparte um 30,1 % auf 427 Mio. € (Vorjahr: 328 Mio. €), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 16,6 %(Vorjahr: 14,6 %) entspricht. Der Anstieg der EBIT-Marge vor Sondereffekten resultierte hauptsächlich aus positiven Volumen- und Verkaufspreiseffekten.
Bearings & Industrial Solutions – Wachstum in zwei Regionen
In der Sparte Bearings & Industrial Solutions gingen die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 4,5 % zurück, auf 6.570 Mio. € (Vorjahr: 6.960 Mio. €). Dies war vor allem auf Volumeneffekte in der Region Europa sowie auf Verkaufspreiseffekte in der Region Greater China zurückzuführen. In den Regionen Americas (3,0 %) und Asien/Pazifik (2,1 %) wurde hingegen ein währungsbereinigtes Wachstum verzeichnet.
Das EBIT vor Sondereffekten ging im selben Zeitraum um 48,2 % zurück, auf 273 Mio. € (Vorjahr: 527 Mio. €). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 4,2 % (Vorjahr: 7,6 %).
Others – Konsolidierung von Vitesco
Die Sparte Others beinhaltet unter anderem das Ergebnis der at-equity-Beteiligung an der Vitesco Technologies Group AG (rund 38,9 %) für die ersten neun Monate sowie die Aktivitäten der Tochtergesellschaften der infolge der Verschmelzung erloschenen Vitesco Technologies Group AG, die seit dem 1. Oktober 2024 vollständig in den Konzernabschluss der Schaeffler AG einbezogen werden. Deren Umsatzbeitrag belief sich im vierten Quartal 2024 auf 1.949 Mio. €. Insgesamt verzeichnete die 2024 neu eingeführte Sparte Umsatzerlöse in Höhe von 2.084 Mio. €, ein EBIT vor Sondereffekten von minus 183 Mio. € und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von minus 8,8 %.
„Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz eines widrigen Umfelds wichtige Meilensteine für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens erreicht. Gleichwohl lag das operative Geschäftsergebnis unter unseren Ansprüchen, was sich in der unterschiedlichen Performance unserer Sparten spiegelt. Während sich die Sparte Automotive Technologies resilient zeigte und vor allem Vehicle Lifetime Solutions erneut ein starkes Ergebnis erzielen konnte, verzeichnete Bearings & Industrial Solutions einen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Mit den am 5. November 2024 vorgestellten strukturellen Maßnahmen reagieren wir auf diese Herausforderungen und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit. Ausgehend von unserer neuen Aufstellung mit den vier produktorientierten Sparten blicken wir optimistisch in die Zukunft. Wir werden der Hauptversammlung im April eine Dividende in Höhe von 25 Cent vorschlagen”, so K. Rosenfeld.
Ausblick – Neuorganisation mit vier Sparten
Ab dem 1. Januar 2025 weist die Schaeffler AG ihre Ergebnisse zusätzlich zur Gruppenebene für die vier Sparten E-Mobility, Powertrain & Chassis, Vehicle Lifetime Solutions, Bearings & Industrial Solutions sowie Others aus. Das im Jahr 2024 in der Sparte Others konsolidierte Vitesco-Geschäft wird zukünftig in die anderen Sparten überführt. In der Sparte Others werden verschiedene Geschäftsaktivitäten zusammengefasst dargestellt, die sich in folgende drei wesentliche Elemente gliedern: Start-up-Geschäfte, Externes Geschäft ausgewählter funktionaler Einheiten sowie Geschäftsaktivitäten, aus denen sich die Schaeffler Gruppe in der Regel innerhalb von 12 bis 18 Monaten zurückziehen wird.
„Schaeffler ist nach dem erfolgreichen Zusammenschluss mit Vitesco Technologies gut aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Auch das Geschäftsjahr 2025 wird von Volatilitäten geprägt sein. Unser vorsichtig optimistischer Ausblick trägt diesem Umstand Rechnung. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir mit unseren acht Produktfamilien und unserem Fertigungstechnologieportfolio gut unterwegs sind, um die führende Motion Technology Company zu werden“, sagt K. Rosenfeld.
Die Schaeffler-Gruppe rechnet für das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 23 Mrd. € bis 25 Mrd. €. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2025 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 3 % und 5 % zu erzielen.
Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet die Schaeffler-Gruppe einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von minus 200 Mio. € bis 0 Mio. €. Hierbei sind wesentliche Auszahlungen für Integrationsaktivitäten und Restrukturierungen berücksichtigt.