Porträt von Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG (Quelle: Schaeffler)

Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat seine Zwischenmitteilung für die ersten neun Monate des Jahres 2021 vorgelegt. Im Berichtszeitraum lag der Umsatz der Schaeffler-Gruppe bei 10.346 Mio. € (Vorjahr: 8.964 Mio. €). Der währungsbereinigte Anstieg um 15,9 % ist vor allem auf die deutliche Erholung im ersten Halbjahr zurückzuführen. "Aufgrund eines im dritten Quartal 2021 einsetzenden starken Rückgangs der Kundenabrufe in der Sparte Automotive Technologies verzeichnete die Schaeffler-Gruppe in diesem Zeitraum einen Umsatzrückgang um währungsbereinigt 3,0 %. Der Umsatzrückgang zeigte sich in allen Regionen mit Ausnahme von Asien/Pazifik", verlautbart das Unternehmen. Entgegen dem Trend in der Sparte Automotive Technologies entwickelten sich die Umsätze in den anderen beiden Sparten der Schaeffler-Gruppe positiv. Die Umsatzerlöse der Sparten Automotive Aftermarket und Industrial stiegen währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,7 % beziehungsweise 15,8 % an. "Die Auswirkungen von Rohstoffpreisanstiegen auf den Beschaffungsmärkten, die im ersten Halbjahr 2021 noch begrenzt waren, führten im dritten Quartal 2021 insbesondere bei den Sparten Automotive Technologies und Industrial zunehmend zu einer Ergebnisbelastung", wird weiter berichtet.

Automotive Technologies: in Q3 marktbedingt rückläufig

Die Sparte Automotive Technologies erzielte während der ersten neun Monate Umsatzerlöse in Höhe von 6.286 Mio. € (Vorjahr: 5.425 Mio. €). "Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr volumenbedingt vor allem aufgrund der niedrigen Vergleichsbasis im ersten Halbjahr um 16,1 %. In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze in allen Unternehmensbereichen und allen Regionen, wobei der Unternehmensbereich E-Mobilität mit währungsbereinigt 22,4 % die höchste Wachstumsrate erzielte. Im dritten Quartal führten die zunehmenden Engpässe in den globalen Lieferketten, insbesondere bei Halbleitern, zu einem erheblichen Rückgang der Kundenabrufe und einem deutlichen Rückgang des Umsatzvolumens um währungsbereinigt 12,2 %", heißt es in einer Pressemeldung. Insbesondere im Laufe des dritten Quartals wurde deshalb die Markterwartung für die Automobilproduktion im Jahr 2021 deutlich nach unten korrigiert.

Automotive Aftermarket: zweistelliges Umsatzwachstum

Die Sparte Automotive Aftermarket verzeichnete im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 1.411 Mio. € (Vorjahr: 1.204 Mio. €), was auf währungsbereinigter Basis einem Umsatzwachstum um 18,3 % entspricht.

In allen Regionen entwickelten sich die Umsätze nach Unternehmensangaben deutlich positiv. Die Umsatzentwicklung sei maßgeblich durch den deutlichen Volumenanstieg in den Regionen Europa und Americas getrieben worden. "In der Region Greater China konnte das E-Commerce-Geschäft ausgeweitet werden und hatte insgesamt den wesentlichen Anteil am Wachstum in der Region. In der Region Asien/Pazifik resultierte das Wachstum maßgeblich aus der Erholung des Independent Aftermarket- und OES-Geschäfts in Indien, auch infolge der niedrigen Vergleichsbasis insbesondere im zweiten Quartal 2020", wird weiter angegeben.

Industrial steigert Umsatz und EBIT-Marge

Die Sparte Industrial erzielte in den ersten neun Monaten Umsatzerlöse in Höhe von 2.649 Mio. € (Vorjahr: 2.335 Mio. €), was auf währungsbereinigter Basis einem Umsatzwachstum um 14,2 % entspricht.

Der deutliche Anstieg der Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten wird zum größten Teil auf die gestiegene Nachfrage bei den Sektorclustern Wind, Power Transmission sowie Industrial Automation in der Region Greater China zurückgeführt. Die Nachfrage bei Industrial Distribution sowie im Sektorcluster Offroad in der Region Europa führte nach Unternehmensangaben gegenüber einer niedrigen Vergleichsbasis ebenfalls zu deutlichen Wachstumsraten. Auch in den übrigen Regionen zeigte sich eine deutliche Markterholung. "Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik resultierte im Wesentlichen aus dem Volumenanstieg in Indien und war insbesondere auf die Sektorcluster Wind, Two-Wheelers, Offroad sowie auf Industrial Distribution zurückzuführen. Die Umsatzentwicklung in der Region Americas war maßgeblich auf das Wachstum bei Industrial Distribution zurückzuführen", heißt es in der Pressemeldung.

Die Sparte Industrial erzielte in den ersten neun Monaten ein Ebit vor Sondereffekten in Höhe von 321 Mio. € (Vorjahr: 202 Mio. €), was einer Ebit-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 12,1 % entspricht (Vorjahr: 8,6 %). "Die positive Margenentwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf Skaleneffekte zurückzuführen. Zudem zeigten die im letzten Jahr erweiterten Kostensenkungsmaßnahmen Wirkung", gibt das Unternehmen an.

Prognose für 2021 

Die Schaeffler-Gruppe geht weiterhin davon aus, im Geschäftsjahr 2021 eine Ebit-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 8 % bis 9,5 % zu erzielen. Zudem erwartet das Unternehmen einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von über 400 Mio. €.

Beim Umsatz wird für das Geschäftsjahr 2021 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von mehr als 7 % erwartet (im Juli 2021 wurden noch mehr als 11 % prognostiziert). "Dieser Rückgang ist auf den signifikanten Volumenrückgang für die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Markt zurückzuführen. Das Basis-Szenario von Oktober 2021 von IHS Markit geht derzeit von einem Wachstum um 0,3 % im Jahr 2021 aus", heißt es von Unternehmensseite. Die Prognose zur Outperformance für Automotive Technologies liegt dabei unverändert bei 2 bis 5 Prozentpunkten. Die Markteinschätzungen für die Sparte Automotive Aftermarket gelten im Wesentlichen unverändert. Die Umsatzprognose für die Sparte Industrial wurde von 9 % bis 11 % Umsatzwachstum auf 11 % bis 13 % angehoben.

„Die Schaeffler-Gruppe konnte sich nach einer starken ersten Jahreshälfte im dritten Quartal dem stark nachlassenden Wachstum der globalen Automobilproduktion nicht entziehen. Gleichwohl erzielte die Sparte Automotive Technologies in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 eine solide Outperformance und wuchs stärker als der Markt. Erfreulich ist zudem das starke operative Ergebnis der Sparte Industrial und der positive Beitrag der Sparte Automotive Aftermarket. Die Entwicklung im dritten Quartal zeigt, wie richtig und wichtig es ist, dass wir ein Automobil- und Industriezulieferer sind“, bilanzierte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG.
 

Schaeffler (ih)

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