Abbildung zum Thema Partnerschaft, Zusammenarbeit, Kooperation

(Quelle: Adobe Stock / Vittaya_25)

Schneider Electric und PTC haben am 5. Oktober eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von PTC durch Schneider Electric bekannt gegeben. Das französische Unternehmen will sämtliche PTC-Aktien für 205 US-$ je Aktie in bar erwerben. Dies entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 22,6 Mrd. US-$ beziehungsweise 20,1 Mrd. €. Der daraus resultierende Unternehmenswert beträgt 23,7 Mrd. US-$ beziehungsweise 21,1 Mrd. €.

Der Angebotspreis liegt nach Angaben der Unternehmen 42,3 % über dem letzten Schlusskurs der PTC-Aktie und 46,1 % über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der 30 Handelstage vor Bekanntgabe der Transaktion. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Vereinbarung einstimmig zugestimmt. Der Abschluss wird bis zum dritten Quartal 2027 erwartet und steht unter anderem unter dem Vorbehalt der Zustimmung der PTC-Aktionäre sowie der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Industrielles Software- und KI-Portfolio soll wachsen

Mit der geplanten Übernahme will Schneider Electric nach eigenen Angaben ein führendes, skalierbares, offenes und interoperables Geschäft für industrielle Software und KI schaffen. Ziel sei es, die physische und digitale Welt über den gesamten Lebenszyklus hinweg – vom Design und der Entwicklung bis zu Betrieb und Instandhaltung – miteinander zu verbinden.

PTC ist auf Software für die Entwicklung komplexer Industrieprodukte sowie das Engineering und Datenmanagement spezialisiert. Zum Portfolio gehören unter anderem Lösungen für Computer-aided Design (CAD), Product Lifecycle Management (PLM), Application Lifecycle Management (ALM) und Service Lifecycle Management (SLM). Sie sollen Unternehmen dabei unterstützen, physische Produkte zu entwickeln sowie Produkt- und Engineeringdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu verwalten. PTC zählt weltweit mehr als 30.000 Kunden. Im Kalenderjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Mrd. €.

Schneider Electric sieht das Portfolio als Ergänzung seiner bestehenden Softwareaktivitäten. Dabei verweist das Unternehmen auch auf die geplante Übernahme von Cognite, deren Abschluss noch unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen einschließlich der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen steht. PTC soll die vorhandene Basis aus Prozess- und Energiedaten um Produkt- und Engineeringdaten erweitern.

Digital Thread und KI-fähige Datenbasis

Ein zentraler Punkt der angekündigten Transaktion ist nach Angaben von Schneider Electric die Schaffung eines einheitlichen Digital Thread. PTC bringt über seine CAD-Lösungen Informationen über das Design von Produkten und Maschinen sowie über PLM, ALM und SLM weitere Produkt- und Engineeringdaten ein. Damit soll die bestehende Expertise von Schneider Electric bei Betriebs- und Energiedaten um das Wissen darüber ergänzt werden, wie Produkte entwickelt und gebaut werden.

Daraus soll eine vertrauenswürdige, kontextualisierte und einheitliche, für KI nutzbare Datenbasis entstehen, die Produkte und Maschinen ebenso wie Prozesse und Energiesysteme umfasst. Durch die Verbindung von Engineeringvorgaben mit dem Kontext aus dem realen Betrieb sollen zudem jene vertrauenswürdigen Informationen entstehen, die KI-Agenten benötigen. Schneider Electric zufolge sollen KI-Agenten auf dieser Grundlage Produktivität, Resilienz, Effizienz und Nachhaltigkeit bei Kunden unterstützen.

Olivier Blum, CEO von Schneider Electric, sagt: „Die Übernahme von PTC stellt einen wichtigen Schritt auf unserem Weg dar, die neue Ära der Energie- und Industrieintelligenz anzuführen. Gemeinsam schaffen wir das umfassendste Software- und KI-Powerhouse der Branche und ein Portfolio von höchster Qualität, das die physische und die digitale Welt miteinander verbindet. Indem wir Daten über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Assets hinweg verknüpfen und kontextualisieren, werden wir einen einzigartigen Digital Thread für die nächste Generation industrieller KI schaffen. Damit helfen wir unseren Kunden, ihre Systeme mit größerer Intelligenz zu optimieren – vom Design und der Entwicklung bis hin zu Betrieb und Instandhaltung. Neil Barua und die Teams von PTC haben eine herausragende Erfolgsbilanz bei Wachstum, Innovation und Kundenerfolg aufgebaut. Bei Schneider Electric haben wir mit AVEVA unter der Leitung von Caspar Herzberg eine starke Führungsposition im Bereich Industriesoftware geschaffen. Gemeinsam und mit den einzigartigen KI-Fähigkeiten von Cognite werden wir Innovationen beschleunigen, neue Möglichkeiten erschließen und langfristigen Mehrwert für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre schaffen, während wir die Zukunft der Energie- und Industrieintelligenz gestalten.“

Neil Barua, President und CEO von PTC, ergänzt: „PTC stellt die Software bereit, auf die sich die weltweit führenden Hersteller und Produktunternehmen verlassen, um hervorragende Produkte zu entwickeln, zu fertigen und instand zu halten und in einer zunehmend von KI geprägten Welt mehr Wert aus ihren Produktdaten zu schöpfen. Der Zusammenschluss mit Schneider Electric ist eine außergewöhnliche Chance, den Umfang und die Wirkung dessen, was wir unseren Kunden weltweit bieten, auf eine neue Ebene zu heben. Wir gewinnen erheblich an Größe und Ressourcen, um Innovationen zu beschleunigen, unsere Vision des Intelligent Product Lifecycle voranzutreiben und unser Geschäft auf weitere Regionen und Endmärkte auszuweiten, um mehr Kunden zu erreichen. Diese vollständig in bar abgewickelte Transaktion ist das Ergebnis des Bestrebens des PTC-Verwaltungsrats, den Wert für die Aktionäre zu maximieren. Sie bietet unseren Aktionären einen sicheren und überzeugenden Wert und spiegelt die Stärke des Geschäfts von PTC, unserer Strategie und unseres herausragenden Teams wider. Ich bin unseren talentierten und engagierten Mitarbeitern auf der ganzen Welt zutiefst dankbar für alles, was sie dazu beigetragen haben, PTC zu dem Unternehmen zu machen, das es heute ist. Wir freuen uns darauf, auf diesem starken Fundament aufzubauen und gemeinsam mit Schneider Electric ein spannendes neues Kapitel zu beginnen.“

Softwaregeschäft gewinnt an Gewicht

Durch die Kombination würde der Bereich Software & Services nach Angaben von Schneider Electric pro forma auf schätzungsweise 24 % des Konzernumsatzes wachsen. Insgesamt würden mehr als 15.000 Softwarebeschäftigte über 50.000 Softwarekunden adressieren. Gleichzeitig erwartet Schneider Electric, seinen adressierbaren Markt für industrielle Software durch die Transaktion ungefähr zu verdreifachen.

Das Unternehmen rechnet bis zum dritten Jahr nach Abschluss mit jährlichen Kostensynergien von 250 Mio. € sowie mit Umsatzsynergien von rund 800 Mio. €. Diese sollen unter anderem aus Cross-Selling, zusätzlichen Vertriebskanälen und Endmärkten, einer größeren geografischen Reichweite sowie der gemeinsamen KI-gestützten Entwicklung von Digital-Thread-Lösungen resultieren.

Zur Finanzierung des Kaufpreises von insgesamt rund 22 Mrd. € steht Schneider Electric nach eigenen Angaben eine vollständig zugesagte Brückenfinanzierung zur Verfügung. Geplant sind eine Eigenkapitalaufnahme von etwa 5 Mrd. € bis 6 Mrd. € sowie neue Schulden in Höhe von etwa 16 Mrd. € bis 17 Mrd. €.

Anmerkung: Meldung wurde aus dem Englischen übersetzt. Die Originalmeldung gibt es hier: Schneider Electric to acquire PTC creating the next level of Energy and Industrial Intelligence

Schneider Electric (ih)

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