Aufmacherbild zur geplanten Altair-Akquisition durch Siemens

Durch die Zusammenführung der Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und KI mit Siemens Xcelerator soll das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio entstehen. (Quelle: Siemens)

Siemens gibt die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Übernahme von Altair Engineering Inc. bekannt. Altair Engineering ist ein weltweit agierendes Unternehmen für Computational Science und künstliche Intelligenz (KI), das Software- und Cloudlösungen in den Bereichen Simulation und Analyse, Datenwissenschaft und KI sowie Hochleistungsrechnen („High-Performance Computing“) anbietet. Es wurde 1985 gegründet, ging 2017 an die Börse (Nasdaq). Der Hauptsitz befindet sich in Troy, Michigan (USA) und weltweit werden mehr als 3.500 Menschen beschäftigt.

Nach Siemens-Angaben erhalten die Aktionäre von Altair 113 US-$ pro Aktie, was einem Unternehmenswert von ungefähr 10 Mrd. US-$ entspricht. Die Transaktion soll den Umsatz im digitalen Geschäft von Siemens um +8 % steigern und den im Geschäftsjahr 2023 berichteten Umsatz im digitalen Geschäft um ungefähr 600 Mio. € erhöhen. Mit einem Umsatzeffekt von mittelfristig mehr als 500 Mio. US-$ pro Jahr, der langfristig auf mehr als 1,0 Mrd. US-$ pro Jahr anwachsen soll, erwartet Siemens signifikante Umsatzsynergien, insbesondere durch Cross-Selling des in hohem Maße komplementären Portfolios und durch den vollen Zugang von Altair zur globalen Präsenz und zum globalen Industrie- und Kundenstamm von Siemens. Darüber hinaus strebt Siemens mit einem EBITDA-Effekt von mehr als 150 Mio. US-$ pro Jahr im zweiten Jahr nach Vollzug der Transaktion kurzfristig Kostensynergien an.

KI-gestütztes Design- und Simulationsportfolio

„Die Akquisition von Altair ist ein bedeutender Meilenstein für Siemens. Diese strategische Investition steht im Einklang mit unserem Engagement, die digitale und nachhaltige Transformation unserer Kunden durch die Verbindung der realen und digitalen Welt zu beschleunigen. Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio“, sagte Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Es ist ein logischer nächster Schritt: Wir haben in den vergangenen 15 Jahren unsere Führungsrolle bei industrieller Software ausgebaut und zuletzt die Vorteile von Daten und KI für ganze Industrien nutzbar gemacht.“

„Die Akquisition von Altair bietet signifikante Synergieeffekte und unterstreicht die stringente Kapitalallokation von Siemens, auf der Grundlage einer starken Bilanz ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Investitionen und Aktionärsrendite anzustreben. Wir erwarten, dass die Transaktion ab dem zweiten Jahr nach Vollzug positiv zum Ergebnis je Aktie (vor PPA-Effekten) beitragen wird“, sagte Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG.

„Diese Akquisition markiert den Höhepunkt von fast 40 Jahren Altair, in denen sich das Unternehmen von einem Start-up in Detroit zu einem weltweit führenden Software- und Technologieunternehmen entwickelt hat. Wir haben Tausende von Kunden weltweit in den Bereichen Fertigung, Biowissenschaften, Energie und Finanzdienstleistungen hinzugewonnen und eine großartige Belegschaft sowie eine innovative Unternehmenskultur aufgebaut“, sagte James Scapa, Gründer und CEO von Altair. „Wir glauben, dass diese Kombination von zwei sich stark ergänzenden Marktführern im Bereich der Engineering-Software das breite Portfolio von Altair in den Bereichen Simulation, Datenwissenschaft und Hochleistungsrechnen mit der starken Position von Siemens in den Bereichen Mechanik und EDA-Design zusammenbringt. Die herausragende Technologie, die strategischen Kundenbeziehungen und die technologiegeprägte Kultur von Siemens passen hervorragend zu Altair, um den Innovationspfad mittels Computational Intelligence weiter fortzusetzen.“

Das Simulationsportfolio von Altair wird als "im hohen Maße komplementär" bezeichnet. "Insbesondere mit den ausgeprägten Fähigkeiten in der mechanischen und elektromagnetischen Simulation, erweitert Siemens seinen umfassenden digitalen Zwilling und kann so ein vollständiges, physikbasiertes Simulationsportfolio als Teil von Siemens Xcelerator anbieten", heißt es in einer Meldung. So würden es die datenwissenschaftlichen und KI-gestützten Simulationsfunktionen von Altair jedermann ermöglichen, mit Simulations-Tools zu arbeiten. Das beschleunige Design-Iterationen und verkürze Markteinführungszeiten. Darüber hinaus würden die Fähigkeiten von Altair im Bereich der Datenwissenschaft die Nutzung der Branchenexpertise von Siemens in Produktlebenszyklen und Fertigungsprozessen weiter beschleunigen.

Weitere Details zur Akquisition

Es wird erwartet, dass sich die Transaktion ab dem zweiten Jahr nach Vollzug positiv auf das Ergebnis je Aktie (vor PPA-Effekten) auswirken wird. In einer Pressemeldung teilt Siemens mit: "Die Akquisition wird vollständig in bar mit bestehenden Mitteln von Siemens sowie den sich durch seine starke Bilanz ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten durchgeführt. Diese Möglichkeiten werden durch das hervorragende Rating untermauert, zu dessen Beibehaltung sich Siemens verpflichtet fühlt. Ein proaktiver Abbau des Verschuldungsgrades wird dabei durch erhebliche liquide Mittel aus dem bereits abgeschlossenen Verkauf von Innomotics unterstützt. Darüber hinaus verfügt Siemens über erhebliches Finanzierungspotenzial durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und wird für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2025 erwartet."

Siemens (ih)

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