Bild zeigt Cedrik Neike von Siemens und Aiman Ezzat von Capgemini am Tisch sitzend

Cedrik Neike, CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, und Aiman Ezzat, CEO der Capgemini Group (v.l.), geben die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit bekannt. (Quelle: Siemens AG)

Siemens und Capgemini wollen branchenspezifische Lösungen für Herausforderungen in der Industrie entwickeln, die bislang nur schwer zu bewältigen waren. Als Beispiel werden genannt:  IT- und Produktionssysteme zusammenzuführen, die häufig noch isoliert voneinander laufen. Dazu bringt Siemens seine Kompetenzen und Lösungen rund um Industriesoftware, Automatisierung, Elektrifizierung und Nachhaltigkeit ein. Capgeminis liefert Ingenieurskompetenz, Branchenwissen und Erfahrung in der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen.

Beide Unternehmen werden KI-native Lösungen einsetzen, die Siemens-Technologien sinnvoll ergänzen. So sollen etwa orchestrierte KI-Agenten – also ein System, bei dem verschiedene spezialisierte KI-Programme gezielt kooperieren – die Zusammenarbeit in Entwicklung und Fertigung über Abteilungsgrenzen hinweg fördern.

„Für unsere Kunden ist Capgemini wie ein Kompass, der ihre Herausforderungen und Ziele genau kennt“, sagt Cedrik Neike, CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. „Siemens liefert den Antrieb: Technologien wie industrielle KI, digitale Zwillinge und Automatisierung. Gemeinsam navigieren wir unsere Kunden durch ihre digitale Transformation – schnell, präzise und mit einem klaren Blick in die Zukunft.“

Aiman Ezzat, CEO der Capgemini Group, ergänzt: „Die Kombination unserer Kompetenzen hilft unseren Kunden dabei, komplexe Situationen zu meistern und spürbaren Geschäftsnutzen zu erzielen – insbesondere durch effizientere Abläufe. Als führendes Unternehmen in der Verbindung der physischen und digitalen Welt helfen wir unseren Kunden, ihre Entwicklungs- und Fertigungsprozesse schnell und gezielt weiterzuentwickeln. Die Vertiefung unserer Partnerschaft zeigt unser gemeinsames Engagement für industrielle KI sowie eine zukunftsfähige intelligente Fertigung.“

Erfolge der bisherigen Partnerschaft  

In einer Meldung führt Siemens drei erfolgreiche Beispiele aus der bisherigen Partnerschaft an: 

Für Airbus arbeiten die beiden Partner an der Dekarbonisierung von vier Industriestandorten in den USA und Großbritannien. Ziel ist: Bis 2030 mit Siemens-Technologien den Energieverbrauch um 20 % und die CO2-Emissionen um 85 % zu reduzieren. Zudem werden digitale Zwillinge des Energiesystems eingesetzt, um skalierbare Lösungen zu entwickeln. Capgemini unterstützt die Initiative mit Beratungsleistungen, Projektmanagement und Planung.

Sanofi, ein weltweit tätiges Pharma- und Fertigungsunternehmen, standardisiert seine Produktionsprozesse mit Unterstützung von Siemens und Capgemini und beschleunigt die Einführung von Fertigungssteuerungssystemen an zahlreichen Standorten. "Die grundlegende Veränderung des Produktionsmanagements durch künstliche Intelligenz zeigt sich darin, dass digitale Chargenprotokolle statt Papierdokumente genutzt werden. Außerdem verkürzt sich die Überprüfungszeit um 70 %, die Fehlerquote sinkt um 80 %. Das Projekt setzt neue Maßstäbe für Effizienz, Qualität und Einhaltung von Vorschriften in der gesamten Branche", gibt Siemens an.

Für den französischen Eisenhersteller GravitHy digitalisieren Siemens und Capgemini industrielle Prozesse. Die Zusammenarbeit soll Abläufe effizienter machen, die Flexibilität erhöhen und die komplexen Herausforderungen der Energiewende wirkungsvoll angehen. Dabei sollen die Wasserstoffproduktionskosten um bis zu 10 % sinken.

Fokusierung auf Schlüsselbranchen

Im Rahmen ihrer erweiterten Partnerschaft wollen sich Siemens und Capgemini auf Schlüsselbranchen konzentrieren, zum Beispiel Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Life Sciences, sowie auf Zukunftsmärkte, wie Wasserstoff und Wasser-, bzw. Abwasserwirtschaft. "Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, wird Capgemini seinen Pool an zertifizierten Experten in zahlreichen Technologien, Branchen und Ländern erweitern, um seine Kompetenzen im Bereich Siemens-Technologien zu stärken. Aufbauend auf einer seit fast zwei Jahrzehnten bestehenden Partnerschaft haben die Partner bereits ein Go-to-Market-Modell etabliert, das derzeit über 100 Kunden in 20 Ländern betreut", heißt es in einer Siemens-Meldung.

Siemens (ih)

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