Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands, und Finanzvorstand Ralf P. Thomas auf der Siemens-Jahrespressekonferenz im November in München

Auf seiner Jahrespressekonferenz am 11. November in München gaben Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands, und Finanzvorstand Ralf P. Thomas (v.r.) die Zahlen für Q4 sowie das GJ 2021 bekannt (Quelle: Siemens AG)

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 (30. September 2021) seine Ergebnisprognose mit einem Gewinn nach Steuern von 6,7 Mrd. € übertroffen. Das Unternehmen verzeichnete Zuwächse über alle vier Industriellen Geschäfte sowie alle Regionen hinweg. Die Umsatzerlöse wurden um 11,5 % auf 62,3 Mrd. € gesteigert. Der Auftragseingang stieg um 21 % auf 71,4 Mrd. €. 

„Wir haben als fokussiertes Technologieunternehmen einen sehr erfolgreichen Start hingelegt. In einem herausfordernden Umfeld haben wir Marktanteile gewonnen und unsere Ergebnisprognose deutlich übertroffen“, sagte Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. „Wir werden mit diesem Momentum im Geschäftsjahr 2022 weitermachen. Denn wir sind optimal aufgestellt, um unsere Kunden zu unterstützen und von den großen Wachstumstreibern der Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu profitieren. Wir haben die richtige Strategie und vor allem das beste Team. Ich danke allen unseren Kolleginnen und Kollegen weltweit für ihr herausragendes Engagement.“

In einer Pressemeldung gibt das Unternehmen an, die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Coronavirus-Pandemie und anhaltende Risiken in der Versorgungskette – überwiegend in Zusammenhang mit elektronischen Bauteilen und Rohmaterialien – erfolgreich bewältigt zu haben.
Zudem habe man von einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung und anhaltendem Wachstum insbesondere in Schlüsselmärkten wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Elektronikindustrie sowie den meisten infrastrukturbezogenen Branchen profitiert. Aufsichtsrat und Vorstand schlugen vor, die Dividende von 3,50 € im Vorjahr auf 4,00 € zu erhöhen. 

„Mit einem Free Cash Flow auf Rekordniveau, starkem Umsatzwachstum und gleichzeitig hoher Profitabilität stellen wir erneut die Leistungsfähigkeit und Resilienz von Siemens unter Beweis. Das kommt auch unseren Anteilseignern zugute. Mit einer sehr attraktiven Dividende, einer starken Kursentwicklung und dem neuen Aktienrückkaufprogramm bieten wir weiterhin einen hochattraktiven Total Shareholder Return", sagte Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG.

Starker Jahresabschluss in Q4/21

Für das Schlussquartal 2021 gibt Siemens an, seine Wachstumschancen in vielen Schlüsselmärkten in einem weiterhin komplexen makroökonomischen Umfeld vollumfänglich wahrgenommen zu haben. Auch für Q4 wird darauf verwiesen,  anhaltende Herausforderungen in der Lieferkette, vor allem bei Elektronikkomponenten und Rohstoffen, erfolgreich gemeistet zu haben. Zudem wird der Auftragseingang mit 19,1 Mrd. € (Q4 2020: 15,1 Mrd. €) als weiterhin stark angegeben und habe sich durch Zuwächse in allen industriellen Geschäften und Berichtsregionen ausgezeichnet, angeführt von Digital Industries und Mobility. Auch die Umsatzerlöse seien auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 17,4 Mrd. € (Q4 2020: 14,8 Mrd. €) gestiegen. "Dieser Anstieg war vor allem auf ein prozentual zweistelliges Wachstum bei Digital Industries und Siemens Healthineers zurückzuführen. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt mit 1,09 weiter deutlich über 1", heißt es in einer Pressemeldung.

"Das angepasste Ebita der industriellen Geschäfte belief sich auf 2,3  Mrd. € nach 2,6 Mrd. € im Vorjahresquartal. Im Vorjahr hatte das Angepasste Ebita von einem positiven Effekt in Höhe von 0,5  Mrd. € im Zusammenhang mit der Beteiligung an Bentley Systems, Inc. profitiert. Zudem verzeichnete Smart Infrastructure im Vorjahresquartal einen Gewinn in Höhe von 0,2 Mrd. € aus dem Verkauf eines Geschäfts. Siemens erreichte im vierten Quartal eine solide Ergebnismarge von 13,8 %(angepasste Ebita-Marge) – bereinigt um die beiden genannten Effekte blieb die Ergebnismarge im Vergleich zum Vorjahresquartal stabil", wird von Unternehmensseite angegeben.

Weiter heißt es: "Der Gewinn nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 22 % auf 1,3  Mrd. € (Q4 2020: 1,0 Mrd. €). Hingegen wirkte sich ein deutlich niedrigeres Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zu Q4/2020 negativ aus. Im Vorjahresquartal wurde ein Gewinn aus der Abspaltung von Siemens Energy ausgewiesen. In der Folge belief sich der Gewinn nach Steuern auf 1,3 Mrd. € (Q4 2020: 1,9 Mrd. €."

Ausblick auf Geschäftsjahr 2022

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 basiert auf der Annahme eines − wenn auch mit nachlassender Dynamik − anhaltenden gesunden Wachstums des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Ferner erwartet Siemens, dass Herausforderungen für die Geschäfte aus Covid-19 sowie Engpässe in den Versorgungsketten im Verlauf des Geschäftsjahrs 2022 nachlassen werden. Unter diesen Voraussetzungen und ausgehend von dem bereits starken Geschäftsjahr 2021 wird erwartet, dass die industriellen Geschäfte weiter profitabel wachsen werden. 

Es wird prognostiziert, dass der Siemens-Konzern auf vergleichbarer Basis (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) ein prozentual mittleres einstelliges Wachstum der Umsatzerlöse und ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1 erreichen wird.

Digital Industries erwartet im Geschäftsjahr 2022 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzerlöswachstum von 5 % bis 8 % sowie eine Ergebnismarge zwischen 19 % und 21 % zu erreichen, einschließlich der bekannten Belastungen von bis zu 2 Prozentpunkten in Verbindung mit der strategischen Umstellung eines Teils seines großen Softwaregeschäfts auf Software-as-a-Service (SaaS).

Smart Infrastructure erwartet im Geschäftsjahr 2022 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzerlöswachstum von 5 % bis 8 % und eine Ergebnismarge zwischen 12 % und 13 %.

Mobility erwartet im Geschäftsjahr 2022 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzerlöswachstum von 5 % bis 8 %  und eine Ergebnismarge zwischen 10,0 % und 10,5 %. 

Siemens erwartet durch dieses profitable Wachstum der industriellen Geschäfte ein höheres unverwässertes Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach Steuern) vor Effekten aus der Kaufpreisallokation in einer Bandbreite von 8,70 € bis 9,10 € zu erreichen, gegenüber 8,32 € im Geschäftsjahr 2021. Das Unternehmen geht davon aus, dass durch die konsequente Umsetzung seiner Strategie zur Portfoliooptimierung ein ähnliches Ergebnis erzielt wird wie im Geschäftsjahr 2021, in dem ein Gewinn nach Steuern von 1,5 Mrd. € aus dem Verkauf des Flender-Geschäfts, der Veräußerung der Anteile an Bentley Systems, Inc. und ChargePoint Holdings, Inc. sowie der Neubewertung des Anteils an Thoughtworks Holding, Inc. erzielt wurde.

 

Siemens (ih)

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