Dr. Johannes Gernandt, VDMA-Chefvolkswirt: "„Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt aufgrund von handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Konflikten sowie der daraus resultierenden weltweit hohen Unsicherheit angespannt." (Quelle: VDMA)
Mit 29 % der Unternehmen sind jedoch mehr für die aktuelle Konjunkturerhebung Befragte optimistisch als pessimistisch mit Blick auf die zweite Jahreshälfte. Als weitere Ergebnisse vermeldet der VDMA: Etwa 15 % erwarten eine Eintrübung der Lage. Im laufenden Jahr rechnen weniger als die Hälfte der Unternehmen (42 %) mit einem nominalen Umsatzwachstum. Rund 30 % erwarten einen Umsatzrückgang und knapp 28 % eine Seitwärtsbewegung. Für 2026 sind die Unternehmen optimistischer. Hier sehen 58 % ein nominales Wachstum als möglich an.
„Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt aufgrund von handelspolitischen Spannungen und geopolitischen Konflikten sowie der daraus resultierenden weltweit hohen Unsicherheit angespannt. Verhaltener Optimismus zeigt sich in den Unternehmen mit Blick auf die zweite Jahreshälfte. Unter dem Strich dürfte das laufende Jahr für die Mehrheit der Unternehmen durchwachsen verlaufen und sich ein Umsatzwachstum erst wieder 2026 einstellen“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.
Unterschiedliches Bild über Absatzregionen
"Trotz der Handelsstreitigkeiten mit den USA werden die aktuellen Absatzchancen in Nordamerika als besonders günstig gesehen", berichtet der Branchenverband und nennt als Zahlen: 31 % der Unternehmen bewertet die Situation mit „gut“ oder sogar „sehr gut“, jedes vierte Unternehmen meldet jedoch schlechte oder sehr schlechte Absatzchancen. Eine ähnlich positive Beurteilung liege nur für den Nahen und Mittleren Osten vor. "In Deutschland sind die aktuellen Absatzchancen weiterhin besonders schlecht: 43 % sagen hier ,schlecht' oder ,sehr schlecht', während nur 18 % ein positives Fazit ziehen können", berichten die VDMA-Experten. Für China sehe es nur unwesentlich besser aus: 41 % melden schlechte oder sehr schlechte aktuelle Absatzchancen und etwa jedes fünfte Unternehmen gab eine positive Rückmeldung.
Mit Blick auf das nächste halbe Jahr erwartet die Mehrzahl der Unternehmen laut VDMA keine großen Veränderungen. Europa schneide noch am besten ab: "31 % sehen eine Verbesserung der Absatzchancen in der EU und in Deutschland als realistisch an, in Nordamerika sind es 27 %. In Nordamerika erwarten 15 % der Unternehmen eine Verschlechterung im nächsten Halbjahr (Deutschland: 7 %, restliche EU: 3 %). Die asiatischen Regionen werden durchgehend schlechter bewertet. In China erwarten beispielsweise 18 % eine Verbesserung und 16 % eine Verschlechterung der Absatzchancen über diesen Zeitraum."
Prognose zu Kurzarbeit und Personalabbau
Die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen führen dazu, dass sich der Personalabbau im zweiten Halbjahr nach Einschätzung der Experten fortsetzen könnte: 27 % der befragten Mitglieder erwarten einen weiteren Abbau der Stammbelegschaft, während jedes fünfte Unternehmen eine positive Beschäftigtenentwicklung sieht.
Die Kurzarbeit dürfte hingegen abnehmen, verlautbart der VDMA: 29 % der Unternehmen erwarten, dass sich die Kurzarbeit im eigenen Unternehmen im nächsten halben Jahr reduziert (März: 23 %). Mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 %) erwartet eine gleichbleibende Kurzarbeit. „Die Unternehmen holen vermehrt ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück, um wieder eingehende Aufträge abzuarbeiten, was die Hoffnung nährt, dass sich der Beschäftigtenabbau in den nächsten Monaten etwas abschwächt“, sagt Florian Scholl, Volkswirtschaft und Statistik.