Impression von der Vision in Stuttgart

Vom 4. bis 6. Oktober 2022 fand die 30. Ausgabe der Vision, Weltleitmesse für Bildverarbeitung, statt (Quelle: Landesmesse Stuttgart)

„Die Vision 2022 war ein voller Erfolg und übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem – sowohl auf Besucher- als auch auf Ausstellerseite", bilanzierte Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. "Schön zu sehen ist auch, dass die Veranstaltung nach den pandemiebedingten Einschränkungen des Vorjahres wieder eine höhere internationale Beteiligung verzeichnen konnte. Damit entwickelt sich die Vision auch im Kontext veränderter Informationsbeschaffung wieder in Richtung bekannter Strukturen."

Insgesamt wurden Besucherinnen und Besucher aus rund 60 Ländern registriert. Am stärksten vertreten waren nach Angaben Messe Stuttgart Italien, Schweiz, Niederlande, Frankreich, Österreich, Belgien, Polen, Spanien und Großbritannien. Zudem wurde wieder ein größeres Fachpublikum aus Südkorea, Japan und den USA registriert.

Neben den klassischen Anwenderbranchen wie Elektrotechnik/Elektronik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobil- und Automobilzuliefererindustrie weist der Veranstalter auch einen bedeutenden Anteil an Besucherinnen und Besuchern aus nichtindustriellen Branchen vor Ort aus – darunter die Medizintechnik und Pharmaindustrie, die Agrarindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Transport und Logistik. Dementsprechend sei auch das Angebotsinteresse an nichtindustriellen Anwendungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch schlüsselfertige Bildverarbeitungssysteme hätten ein gestiegenes Besucherinteresse verzeichnen können.

Die Qualität der Besucherinnen und Besucher wird nach wie vor mit hoch angegeben: 55 % gaben an, ausschlaggebend oder mitentscheidend an Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen im Unternehmen beteiligt zu sein. 27 % kamen mit festen Investitions- oder Kaufabsichten auf die Messe.

"Die Nachfrage nach Bildverarbeitungskomponenten und -systemen entwickelte sich im Jahr 2021 stärker als erwartet. Der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie stieg in Deutschland um 16 % auf 3,1 Mrd. €. Die europäische Bildverarbeitungsindustrie konnte ebenfalls ein Wachstum von 17 % verzeichnen", heißt es in einer Pressemeldung der Messe Stuttgart. Der VDMA Machine Vision als ideeller Träger der Vision bekräftigte im Rahmen der Messeeröffnung die positive Grundstimmung in der Branche: „Die weiteren Wachstumsaussichten sind trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit positiv. Die VDMA-Fachabteilung Machine Vision rechnet 2022 mit einem Wachstum von acht Prozent für die deutsche und europäische Bildverarbeitungsindustrie“, so Mark Williamson, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Machine Vision. „Die Bildverarbeitungsbranche erobert weiterhin neue Anwendungsfelder zunehmend auch im nichtindustriellen Bereich“. Die positiven Entwicklungen der Bildverarbeitungsindustrie hätten sich auch in der Anzahl der ausstellenden Unternehmen auf der Vision widergespiegelt.

Insgesamt 378 ausstellende Unternehmen präsentierten an drei Tagen das breite Spektrum der Bildverarbeitung. Neben zahlreichen Erstteilnehmern waren die Keyplayer der Branche vor Ort. Für Dr. Dietmar Ley, CEO Basler AG, ist die Vision der wichtigste Computer-Vision-Marktplatz in Europa: „Die Vision ist für uns die zentrale Plattform, um Innovationen vorzustellen und unsere Neupositionierung Richtung Lösungsanbieter zu kommunizieren. Auch in diesem Jahr kamen viele Besucher mit konkreten Neuprojekten auf uns zu. Initiativen wie die Vision Guided Tours für Food & Beverages, Intra-Logistics, Medical & Pharma schufen neue Anreize für Besucher aus Anwendungen außerhalb der Fabrikautomation.“ Technologisch erlebte Basler auf der Messe eine Fortführung der Trendthemen aus den letzten Jahren. „Wir haben eine Weiterentwicklung im Bereich künstliche Intelligenz gesehen. In dem Kontext wird sich Industrie 4.0 mit Cloud-Architektur und KI-basierte Bildverarbeitung auf Edge Devices weiter etablieren. Auch die 3D-Technologie wird weiter reifen und kostengünstiger werden.“

Jan Hartmann, IDS Geschäftsführer, unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Vision als technologische Leitmesse der Branche: „Bildverarbeitung ist eine zentrale Technologie für die Automatisierungstechnik, vor allem in Verbindung mit 3D Vision und künstlicher Intelligenz. Auf der Vision haben die Besucher erfahren, wie wir den Zugang zu diesen Schlüsseltechnologien erleichtern und mit einfach zu handhabenden Komponenten helfen, Automatisierungsprozesse anzustoßen und zu optimieren."

Erstmals als ausstellendes Unternehmen auf der Vision dabei war Beckhoff Automation. Bernd Stöber, Senior Produktmanager Vision, zeigte sich durchweg zufrieden: „Unser Ziel war es, der Vision-Tech Branche erstmals neben unserer bisherigen Vision-Software-Lösung auch die neuen Hardware-Produkte und damit eine integrierte, steuerungssynchronisierte Komplettlösung zu präsentieren. Welche Veranstaltung wäre dafür besser geeignet als die Vision. Mit unserem erweiterten Portfolio konnten wir eine Vielzahl an qualitativ hochwertigen Kontakten knüpfen. Nach den intensiven Gesprächen auf der Vision nehmen die Besucher Beckhoff als Komplettanbieter für Vision-Lösungen wahr. Damit steht für uns fest, auch 2024 wieder als Aussteller dabei zu sein.“

Standards als Grundlage für Wachstum

Weltweit einheitliche Standards gelten als Grundlage für die Akzeptanz von Bildverarbeitungstechnologie in den unterschiedlichsten Anwenderbranchen. Dies betont auch der europäische Bildverarbeitungsverband EMVA. „Als führender europäischer Branchenverband haben wir erneut den Stand ‚International Vision Standards‘ betreut, um die für das weitere Wachstum der Vision-Industrie erforderlichen Standards den Fachbesucherinnen und Fachbesuchern der Vision näher zu bringen. Die Vision ist weiterhin die wichtigste Bildverarbeitungsmesse weltweit. Die vielen neuen Unternehmen und Technologien auf der Messe haben dies eindrücklich bestätigt und untermauern das Leistungspotenzial und die hohe Lebendigkeit der Branche. Wir betreten gerade ein neues makroökonomisches Umfeld und sind zuversichtlich, dass die Bildverarbeitung bestens aufgestellt ist, auch weiterhin langfristigen Mehrwert für unsere Anwenderinnen und Anwender zu schaffen“, fasst Dr. Chris Yates, EMVA Präsident, zusammen.

Eine Einschätzung, die Dr. Dietmar Ley, CEO Basler AG, grundsätzlich teilt: „Aktuell ist die Branche einer starken Marktdynamik ausgesetzt. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass Nachfragerückgänge in der Regel nicht länger als 18 Monate angedauert haben. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt 2024 wieder erholt und sich die Lage auf den Materialmärkten der elektronischen Bauteile noch im Laufe des Jahres 2023 verbessert.“

Die nächste Vision ist für den 8. bis 10. Oktober 2024 geplant.

 

Landesmesse Stuttgart (ih)

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