Lieferanten und Hersteller Hand in Hand

Abbild Vural Kurutas

Bild: Vural Kurutas ist Projektingenieur bei der Arcelor Mittal Auto Processing Deutschland GmbH (Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.)

Abbild Ingo Baumgardt

Bild: Ingo Baumgardt ist Head of Sensor Communication bei der Leuze Electronic GmbH & Co. KG (Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.)

Welche Erwartungshaltung haben die Anlagenbauer und Betreiber in Zukunft im Kontext der Maschinendaten an die Komponentenhersteller? Aus Sicht der Maschinenbauer nennt J. Detampel hier neben Produktverbesserungen, zum Beispiel in Bezug auf die Datenbereitstellung, auch Empfehlungen der Komponentenlieferanten hinsichtlich des bestmöglichen Einsatzes. M. Munk führt die Standardisierung der Schnittstellen als wünschenswert an und verweist dabei insbesondere auf OPC UA: „Mit einheitlichen Standards können auf lange Sicht auch Komponenten und Geräte problemlos ausgetauscht werden.“ Und wenn IT-Firmen das Geschäft mit den Daten übernehmen? „Wir sollten an dieser Stelle disruptive Technologien und disruptive Geschäftsmodelle nicht vermischen“, antwortet R. Stockmann- Fuchs. „Die vorhandenen Technologien können wir auch verwenden, um unser Geschäft zu erweitern. Disruptive Technologien, wie Cloudanwendungen mit nahezu unbegrenztem Speicher oder KI, sind erst heute wirklich realisierbar. Diese neuen Möglichkeiten bergen aber auch die Gefahr, dass ein bestehendes, etabliertes Geschäft zusammenbricht, da es jetzt Alternativen dazu gibt.“ Trotzdem sei es wichtig, disruptive Technologien zu nutzen.

Blick in die Zukunft

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dürfen allerdings Träume auch nicht mit Zielen verwechseln, nicht zuletzt wegen der begrenzten personellen Ressourcen. „Dennoch ist es notwendig, sich jetzt mit diesen Zukunftsthemen auseinanderzusetzen“, betont M. Munk. „Kleinere und mittlere Unternehmen sollten sich helfen lassen und einen vertrauensvollen Partner suchen.“ Immer nur zu rechnen, ob und wann sich entsprechende Investitionen lohnen, hilft in diesem Fall nicht. V. Kurutas berichtet von der Erfahrung eines Unternehmens, das erst einmal alle Mitarbeiter dazu motiviert hat, eigene Problemfelder zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten: „Eine in gewissem Sinne spielerische Herangehensweise kann durchaus auch erfolgreich sein.“ Für ihn kann der „Fachkräftemangel an qualifizierten Instandhaltern durch neue Technologien wie Fernwartung kompensiert werden.“ Ebenso bieten Automatisierungsunternehmen Unterstützung an: „Monitoring und Predictive Maintenance minimieren den Einsatz von Spezialisten für Servicefälle und vermeiden Stillstände“, so R. Stockmann-Fuchs. „Unser Arbeitskreis ‚Maschinendaten‘ initiiert gemeinsame Workshops im VDMA, in denen für beide Seiten gewinnbringende Lösungen zusammen erarbeitet werden.“ M. Munk schildert dazu seine Vision: „Meine Maschine spricht mit mir und berichtet über ihren Zustand. Das richtige Ersatzteil und der passende Service-Technologe stehen schon bereit, bevor der Anwender überhaupt weiß, dass seine Maschine überhaupt ausfällt. Das wäre Predictive Maintenance par excellence.“ „Unsere Vision ist es, dem Betreiber eine hohe Verfügbarkeit zur Verfügung zu stellen und ihn hinsichtlich etwaiger Probleme schon im Vorfeld beraten zu können“, betont J. Detambel. „Das sollten Maschinenhersteller nicht Dritten überlassen.“ Für V. Kurutas ist es aus Betreibersicht „besonders interessant, die Anlagenverfügbarkeit zu gewährleisten.“ „Wir lernen voneinander, indem wir Informationen austauschen und daraus gemeinsam einen Mehrwert generieren“, schließt I. Baumgardt ab. „Neue Technologien helfen uns dabei, die Geräte für die Kunden intuitiver bedienbar zu machen und Informationen einfacher zugänglich zu gestalten.“

www.vdma.org

 

Ronald Heinze (Redaktion digital-factory-journal)
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