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Auf der Aveva World betonte das Unternehmen, dass der Druck auf Industrieunternehmen, KI einzusetzen, wachse – ebenso wie die damit verbundenen Herausforderungen. Als solche wurden komplexe regulatorische Umfelder, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, alternde Infrastrukturen und fragmentierte Daten genannt. Mit Verweis auf die Gartner-Meldung „Lack of AI-Ready Data Puts AI Projects at Risk" wurde unterstrichen, dass Unternehmen bis 2026 rund 60 % ihrer KI-Projekte aufgeben werden, weil die Datenbasis dafür nicht KI-tauglich ist.
„Für Industrieunternehmen liegt die Herausforderung nicht im fehlenden Ehrgeiz, sondern in der Infrastruktur. Das Potenzial von KI bleibt für die meisten Industrieteams weitgehend ungenutzt, weil Betriebsdaten, Engineering-Daten, Workflows und Compliance-Rahmenwerke, die für einen sicheren KI-Einsatz im großen Maßstab erforderlich sind, selten an einem Ort zusammengeführt wurden“, sagte Rob McGreevy, Chief Product Officer bei Aveva, auf der Konferenz. „Die Innovationen, die wir heute ankündigen, zielen darauf ab, diese Lücke zu schließen – auf jeder Ebene des industriellen Technologie-Stacks.“
Industrial Intelligence ausbauen
Rund um seine Plattform für industrielle Intelligenz kündigte das Unternehmen Integrationen mit führenden Enterprise-Datenplattformen an. So soll Connect in Snowflake und ServiceNow integriert werden. Dadurch sollen Kunden den Zugriff auf hochwertige OT-Daten innerhalb der Tools erhalten, die sie bereits für Analysen, industrielle KI, Automatisierungen und maschinelles Lernen nutzen.
Für Q1 2027 wurde ein umfangreiches Connect-Release angekündigt, das eine Reihe neuer Funktionen mit sich bringt. Dazu zählt ein industrieller Knowledge Graph, der die Erstellung, Anreicherung und Operationalisierung digitaler Zwillinge beschleunigen soll. "Durch die Modellierung von Beziehungen und Eigenschaften realer Industrieanlagen bewahrt und stärkt der Knowledge Graph den operativen Kontext, der ihnen zugrunde liegt. Mit KI angereichert, erleichtert er Teams die Fehlersuche und unterstützt Entscheidungen, die sich direkt auf Betrieb und Effizienz auswirken", so die Experten.
Das Knowledge-Graph-Modell wird über einen Twin Builder befüllt, der agentische KI einsetzt, um intelligente Zuordnungen vorzuschlagen, die vorhandene Datenquellen an ein standardisiertes Datenmodell angleichen. Damit bleiben Informationsherkunft und Daten-Governance erhalten, sodass jede Entscheidung nachvollziehbar ist.
Darüber hinaus sollen ab Q2 2026 Flows (aus der Crosser-Akquisition) die Zusammenstellung und den Einsatz von Datenverarbeitungs-Pipelines für Echtzeit-Bereinigung, -Filterung und -Transformation ermöglichen. Das vereinfacht den Datenaustausch zwischen Systemen und Quellen. Flows bringen mehr als 800 Konnektoren mit und erweitern damit die Datenquellen, die Connect integrieren kann, erheblich. Gleichzeitig werden DataOps-Prozesse und hybride Architekturen gestrafft.
"Die Kombination aus Flows, Twin Builder und industriellem Knowledge Graph ergänzt die bestehenden Datenmanagement-, Visualisierungs- und KI-Funktionen von Connect und beschleunigt die Realisierung des industriellen digitalen Zwillings mit KI-tauglichen Daten", wird weiter berichtet.
Diese Integrationen werden durch eine vertiefte strategische Partnerschaft mit Microsoft unterstützt, Platin-Sponsor der Aveva World 2026. Die Partnerschaft besteht seit mehr als 40 Jahren und hat das Ziel, die OT/IT-Konvergenz in einigen der anspruchsvollsten industriellen Umgebungen weltweit voranzutreiben. Zu den gemeinsamen Kernfunktionen zählen in industrielle Abläufe eingebettete KI sowie eine Customer-Hosted-SaaS-Option für große Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an Datensouveränität, Sicherheitsrichtlinien und privaten Netzwerkzugang.
„Die Ankündigungen auf der Aveva World spiegeln unser Engagement wider, mit dem Fortschritt unserer Kunden Schritt zu halten. Wir vertiefen die Funktionen, auf die sie sich verlassen, um sicherer, intelligenter und effizienter zu arbeiten“, sagt R. McGreevy. „Von Engineering über Operations bis hin zu Compliance betten wir KI und Intelligenz weiter in industrielle Workflows ein und helfen unseren Kunden, schneller voranzukommen, Komplexität zu beherrschen und sicher zu skalieren.“
KI in den industriellen Betrieb bringen
Aveva verankert KI direkt in den Tools und Workflows, in denen Industrieteams ihre Zeit verbringen – von der Bedienoberfläche bis zum Engineering-Desktop. "So können Teams schnellere und fundiertere Entscheidungen treffen, ohne ihre Arbeitsweise zu ändern", heißt es von Expertenseite.
Ab Juni 2026 sollen Updates für Aveva Operations Control eine einheitliche Visualisierung über den gesamten operativen Stack liefern: HMI, Scada und Unternehmenssysteme werden nahtlos über Connect verbunden, mit einer einheitlichen Design-Sprache und einer konsistenten operativen Datenbasis. "Die native Unterstützung von C# und Python in der HMI/Scada-Plattform ermöglicht es Unternehmen, anspruchsvolle KI-Algorithmen direkt am Edge einzusetzen und Echtzeit-Intelligenz dorthin zu bringen, wo Entscheidungen getroffen werden. Offene Vorlagen, Datenmodelle und Grafiken können nun auch als Grundlage für generative KI-Anwendungen dienen und den Engineering-Aufwand von Monaten auf Tage reduzieren", so die Experten.
Künftig will Aveva MCP-Integrationen sowie erweiterte KI-Server- und Client-Management-Funktionen für On-Premises- und Cloud-Systeme bereitstellen. Damit können dann Large Language Models und KI-Plattformen für Unternehmen kontextualisierte Betriebsdaten nutzen.
Avevas KI-Tools innerhalb von Unified Engineering wurden auf der Aveva World in Mailand vorgestellt, darunter der industrielle KI-Assistent, der generative Design-KI-Assistent, der prädiktive Design-KI-Assistent sowie das intelligente Point-Cloud-Framework. Als News wurde verkündet: Ingenieure können Unified Engineering nun auch direkt über jeden Browser aufrufen, wobei Projektdaten aus der Cloud und aus On-Premises-Umgebungen nahtlos in beiden Umgebungen verfügbar sind.
Aveva kündigte zudem zwei neue Unified-Engineering-Updates an: Flows über Connect werden bis Q2 2026 integriert und Unified Engineering für das Marine-Design wird in Q4 2026 verfügbar sein. Es bringt Rumpfdesign, Ausrüstung und 2D-Schemaproduktion in einer vernetzten Lösung zusammen.
Datenbasis für KI steuern
Über sein gesamtes Aveva-PI-System-Portfolio kündigte Aveva eine Reihe von Updates an, um hochwertige Betriebsdaten zugänglicher und skalierbarer zu machen und für KI-Workloads vorzubereiten – bei gleichzeitiger Einhaltung der Sicherheits- und Governance-Standards, die regulierte Branchen erfordern.
Als die wesentlichen Neuerungen wurden genannt: Leistungs- und Skalierbarkeitsverbesserungen für Aveva PI Server zur Unterstützung von Analyse- und KI-intensiven Workloads im Unternehmensmaßstab; eine effizientere Übertragung von PI-Server-Daten in Connect, einschließlich Massendatenübertragung und vereinfachtem unternehmensweiten Management; sowie neue webbasierte Management-Oberflächen für Aveva Adapter, die die Konfiguration und Skalierung der industriellen Datenerfassung vereinfachen.
Aveva PI Vision erhält Verbesserungen bei der Trendanalyse, Navigation und Benutzerfreundlichkeit, die eine schnellere Gewinnung von Erkenntnissen aus datenintensiven PI-Umgebungen ermöglichen. Darüber hinaus führt Aveva den AVEVA PI Audit Reporter ein – eine neue webbasierte Lösung zur Überprüfung und Berichterstellung von Audit-Trails, die in Zusammenarbeit mit Cognizant entwickelt wurde.