Die richtigen Entscheidungen treffen
Weitreichend vernetzte und automatisierte Fabriken bestimmen den Alltag. Fehlerquellen können hier praktisch überall liegen. Es ist aber weder sinnvoll und schon gar nicht wirtschaftlich, den Zustand jedes einzelnen Geräts in einer Produktion zu überwachen, das gilt auch für die Leitungen. Deshalb stehen Betriebsleiter vor der Frage, welche Geräte sie zuerst überprüfen sollen – und entscheiden sich oft falsch. Denn meist werden Predictive-Maintenance-Lösungen für hochpreisige Geräte, wie Antriebe, ausgewählt. Der Vortex-Report 2021 zeigt aber, dass mehr als die Hälfte der Maschinenausfälle auf Fehler bei der Konnektivität zurückgehen. Leitungen und Steckverbinder – Komponenten, bei denen gerne Budget eingespart wird – verursachen also die größten Schäden. Dementsprechend sollte nicht der Preis entscheiden, was überwacht wird, sondern die Ausfallwahrscheinlichkeit und die Wichtigkeit einer Komponente. „In Sachen Konnektivität sollte besonderes Augenmerk auf Kabeln liegen, die bewegt werden, etwa in Schleppketten“, erklärt J. Greger, der an der Produktentwicklung des Etherline Guard beteiligt war. Dieses Gerät wird in eine Ethernet-Leitung eingeschleift und überwacht den Abfall der Übertragungsparameter. Somit liefert es Entscheidern Informationen, wann ein Austausch in dieser konkreten Anwendung ratsam ist. „In vernetzten Produktionsumfeldern geht es darum, ebenso vernetzte Entscheidungen zu treffen – nur wenn Daten aus allen Bereichen gesammelt, geordnet und hinsichtlich ihrer Priorität in der Anlage analysiert werden, kann aus dem Big Picture eine gute Entscheidung gefällt werden“, sagt J. Greger. Denn oftmals beeinflusst eine Stellschraube nicht nur ein einzelnes Produkt oder Maschine, sondern den ganzen Prozess.
Den Gesamtüberblick erlangen
Doch wie kommen Entscheider nun an das Big Picture bzw. den Gesamtüberblick, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können? „Es ist nicht zumutbar, dass jedes Detail und jede Verbindung in der Anlage in seiner Gesamtheit zu jeder Zeit von einer Person überblickt wird – hier kommen also Datenaustausch im großen Stil und Automatisierung zum Einsatz“, weiß Dr. P. Olivan und verweist auf den Health Check Service, an dessen Entwicklung er maßgeblich innerhalb des FutureLabs beteiligt war. Dabei handelt es sich um ein Forschungs- und Innovationsformat zur Erkennung und Entwicklung neuer Services und Produkte. Dr. P. Olivan erklärt: „Unsere Kunden sind spezialisiert auf ihr Tagesgeschäft und ihre Branche – warum sollten sie sich auch noch mit der Optimierung ihrer Konnektivität beschäftigen? Unser Health Check Service vereint unser Wissen aus über 60 Jahren und setzt genau hier an.“ Die Dienstleistung wird von Lapp-Experten durchgeführt. Dabei kann es sich um eine Abnahme handeln oder eine Vorsorgeuntersuchung für Maschinen und Netzwerke. Das Spektrum reicht von der Untersuchung der Netzwerktypologie über die Analyse der Datenpakete und der elektromagnetischen Verträglichkeit bis hin zur Überprüfung der Echtzeitstabilität des Netzwerks. Die Produktionswartung oder Maschinenhersteller bekommen damit einen Gesamtüberblick im abschließenden Abnahmebericht inkl. Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung und Planung ihrer Maschinennetzwerke. Besonders Maschinenhersteller haben ein Interesse, ihren Kunden einen Nachweis zu liefern, dass das gesamte Maschinennetzwerk sicher und robust geplant, installiert und betriebsfähig ist und damit ein hochverfügbarer Betrieb der Maschinen sichergestellt ist. Maschinenhersteller können Anwendern somit eine zusätzliche Sicherheit bieten, da ihr Maschinennetzwerk von Lapp zertifiziert wurde. „Das kann man natürlich auch selbst erledigen, wenn die eigenen Angestellten über das entsprechende Wissen verfügen. Aber die Erfahrung zeigt uns, dass, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, kaum jemand die Zeit dazu hat“, so der Experte für die Gesundheit von Maschinennetzwerken.

