Zentrales Tool-Management und NC-Datenorganisation

„Echte“ Werkzeugdaten für CAM und Simulation – Der Coscom Tooldirector VM versorgt den gesamten CAD/CAM/Simulations-Prozess mit digitalen Werkzeugdaten und ist gekoppelt mit dem CAM-System Proficam VM (Quelle: Stromag/Coscom)

„Echte“ Werkzeugdaten für CAM und Simulation – Der Coscom Tooldirector VM versorgt den gesamten CAD/CAM/Simulations-Prozess mit digitalen Werkzeugdaten und ist gekoppelt mit dem CAM-System Proficam VM (Quelle: Stromag/Coscom)

Der Vorteil des CAM-Systems ist die Unabhängigkeit von der Konstruktion. Mit dem CAD-Modul von Proficam VM wird teilweise nachmodelliert und korrigiert, um die Werkzeugwege zu optimieren. Das programmierte Bauteil und die Technologie gibt es dann auf Knopfdruck. Für die CAM-Programmierung ist es wichtig zu wissen, welche Standardwerkzeuge einer Maschine zugeordnet und auch vorhanden sind, was ein dezidiertes Toolmanagement auf den Plan gerufen hat. Hierfür hat Stromag bewusst den Tooldirector VM von Coscom gewählt, um die Prozesskette möglichst homogen aus einer Hand auszubauen. „Unsere Strategie ist, mit möglichst wenig verschiedenen Werkzeugen möglichst viel zu produzieren, wobei wir streng darauf achten, in erster Linie Standardwerkzeuge zu verwenden“, betont Marko Rosenthal. Michael Grammel als Fertigungsleiter der Mechanischen Produktion ergänzt: „Ein wichtiges strategisches Ziel war es auch, die Rüst- und Einfahrzeiten dauerhaft zu reduzieren. Hierzu haben wir ein Projekt auf den Weg gebracht, um unser Know-how in der Zerspanung digital zu sichern und im kompletten Prozess zu nutzen.

Im Coscom Tooldirector VM und Ware- house werden alle Werkzeugdaten digital gespeichert und verwaltet. Hierzu gehören die Bestandsregulierung und Umlaufkontrolle, auch der anderen Betriebsmittel, etwa der Spannbacken. Die Werkzeug- anforderung vonder Maschine an das Einrichte-Center ist bei Stromag heute vollständig digital über Coscom abgebildet! Die Werkzeugvielfalt wurde durch die Definition von Standardwerkzeugen drastisch reduziert. Der Tooldirector VM versorgt den gesamten CAD/CAM-Prozess mit digitalen Werkzeugdaten. Der Factorydirector VM verwaltet alle Artikeldaten, Arbeitspläne und -gänge mitsamt den Einrichteblättern und bildet so das zentrale Fertigungs-Informationssystem. Dieses Tool verfügt über eine Schnittstelle zum ERP- System. Nach folgendem Schema findet der Datenaustausch statt: Zu bearbeitende Artikel, Arbeitspläne, Daten zu Rohteilen und Lieferanten werden vom ERP übergeben, der Factorydirector VM meldet den Bearbeitungsstatus gemäß des Freigabeprozesses, genutzte NC-Programme, fertige Artikel und verwendete Werkzeuge zurück ans ERP – alles mit dem Ziel einer möglichst papierarmen Fertigung. Das Erreichte ist beachtlich, inzwischen sind etwa 6.000 Komplettwerkzeuge im Tooldirector VM und ca. 80.000 Datensätze insgesamt, unter anderem über etwa 15.000 NC- Programme die im Factorydirector VM hinterlegt, abrufbar. Interessantes Detail am Rande: „Die hohe Anzahl an Komplettwerkzeugen ergibt sich dadurch, dass auch Werkzeuge mit unterschiedlichen Platten- stärken aufgelistet sind, die physisch nach der Benutzung wieder komplett zerlegt werden. Pro Artikel können beliebig viele Arbeitspläne hinterlegt sein, je nachdem, ob konventionell (NC) oder per CNC gefertigt wird. Dies hängt von der Stückzahl und von der Historie des Artikels ab, weil in der Vergangenheit andersgefertigt wurde als heute“, betont Marko Rosenthal.

Klare Ziele vor Augen

Michael Grammel formuliert die Aufgaben der zentralen Coscom-Datenplattform folgendermaßen: „Werkzeugvielfalt reduzieren, bevorzugt Standardwerkzeuge verwenden und möglichst den Papierverbrauch in der Fertigung senken.“ Ersteres verringert Kosten, letzteres dient der Fehlerbeseitigung und der Know-how Sicherung. PC-Terminals mit Coscom Info-Point Software in unmittelbarer Nähe der Werkzeugmaschinen sorgen dafür, Informationen aus der Arbeitsvor- bereitung den Werkern zu übermitteln. Es gibt ältere NC-Maschinen, die von den Werkern direkt programmiert werden. Auch diese Programme werden über eine bereitgestellte Eingabemaske an den Factorydirector VM übertragen und so auch digital und zentral gespeichert. Die Info- Points haben den Vorteil, dass sie in die unternehmensweite und vereinheitlichte Datenablagestruktur eingebunden sind. „Zuvor konnte jeder Werker nach eigenem „Gusto“ handeln, wie die Daten abgelegt wurden. Die Intransparenz führte zu sehr aufwendigen NC-Code-Suchen und verursachte teilweise sogar Doppelarbeit auf- grund permanenter Neuprogrammierungen. Heute können die Daten für einen Artikel nur in die Maschine geladen werden, wenn alle Informationen dafür freigegeben sind und keine Änderungsbearbeitung mehr vorliegt. Es werden alle NC-Programme wirklich nur einmal erzeugt“, resümiert Michael Grammel zufrieden. Sein Mitarbeiter Marko Rosenthal ergänzt: „Den Coscom Factorydirector VM begreifen wir als zentrale Datenplattform für digitale Fertigungsinformationen. Unser Ansinnen ist es, alle notwendigen Informa- tionen dort zentral einzupflegen und von dort aus jedem Prozessteilnehmer zur Verfügung zu stellen. Unterstützt wird dies durch den verknüpften ToolDirector VM, der die Daten aller Werkzeuge und Betriebsmittel bevorratet. “ Hinter dieser Aussage ver- birgt sich eine klare Absage an die oftmals übliche Zettelwirtschaft an den Maschinen, denn „zuvor war bei uns der Papierausdruck das, was wirklich zählte: Der Werker nutzte für den Auftrag ein Werkzeug nach seinem „Geschmack“. Entsprechende An- merkungen wurden dann auf Papier festgehalten. Für uns war diese intransparente Situation unbefriedigend, weil oft nicht ans Tageslicht kam, welche Ursachen zu einem Fehler führten“, weiß Marko Rosenthal. In der neuen Bearbeitungslinie mit Dreh- und Bearbeitungszentren ist nun überhaupt kein Papierdokument mehr im Umlauf – Stromag ist der digitalen Fertigung wieder einen Schritt näher gekommen!

Ausbau und Integration für höhere OTD

Zusammen mit der globalen Strategie der Standardisierung von Prozessen steht bei Stromag nach wie vor ganz oben auf der Agenda, die Rüst- und Einfahrzeiten zu reduzieren, unterstützt durch die Coscom-Prozess-Lösung. Die Integration wird fortgesetzt und Schritt für Schritt weiter ausgebaut, was bereits analysiert wurde. Alles dient dem Ziel, die OTD-Rate (OTD: On Time Delivery), also die Liefertermintreue noch weiter zu erhöhen.

PR-Lead/Coscom (hz)
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