Vorteile auch bei Hochlauf und im Betrieb

Eine einheitliche Kommunikation und einheitliche Werkzeuge für Simulation und Modellierung unterstützen nicht nur die Phasen bis zur Inbetriebnahme. So lässt sich der digitale Zwilling der fertigen Linie auch für die Schulung der Anlagenbediener oder der Servicetechniker nutzen. Die Mitarbeiter können bereits vorab mit realen oder simulierten Bediengeräten und dem Maschinenmodell an der virtuellen Linie geschult werden, um ein schnelles Ramp-Up der Produktion zu unterstützen und die Einarbeitungszeit an der Linie zu verkürzen. Daher sollten Anlagenbetreiber auch bei der Anlagenvisualisierung frühzeitig entsprechende Standards definieren. Für das maschinennahe Bedienen und Beobachten bis hin zu Scada-Anwendungen auf Linienebene hat Siemens ein neues Visualisierungssystem entwickelt, das dank Webtechnologien unabhängig vom verwendeten Gerät und dem aktuellen Standort eingesetzt werden kann. Durch die Unterstützung von IoT-Systemen und -Technologien verbindet „WinCC Unified“ die Scada- mit der MES- und der IT-Ebene und lässt sich daher als Integrationsplattform in Produktionslinien nutzen.

Schnelleres Feedback für Optimierung und Modernisierung

Die Simulation von Prozessen mit einem digitalen Zwilling unterstützt zudem dabei, Feedback-Prozesse zu verkürzen. So kann das Feedback der Bediener aus den Schulungen noch während der Engineering-Phase in die Entwicklung der Lösung einfließen, zum Beispiel, um die Benutzeroberfläche zu optimieren. Während der Betriebsphase kann der Anlagenbetreiber das Modell nutzen, um Varianten bei Parametern oder beim Aufbau der Linie durchzuspielen – sei es, um die Taktrate zu erhöhen, oder um die optimale Lösung für eine Erweiterung oder einen Umbau zu identifizieren. Und da der Anlagenbetreiber die entsprechenden Schnittstellen bereits spezifiziert hat, ist er auf der sicheren Seite, dass sich eine neue Maschine gut in die vorhandene Linie integrieren lässt. So helfen Standards und einheitliche Werkzeuge am Ende auch, Investitionen in Maschinen und Anlagen zu schützen.

Helmut Staufer, Siemens
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