Harald Müller präsentiert während einer PI-Pressekonferenz auf der SPS Neuigkeiten zu SPE und APL

Auf einer PI-Pressekonferenz auf der SPS 2025 gab Harald Müller, Vorstand von PI und Leiter der Joint Working Group, Einblicke in die Arbeiten rund um SPE und APL. (Quelle: VDE VERLAG)

"Diese Fortschritte stärken die Grundlage für eine zuverlässige, herstellerunabhängige Kommunikation und gewährleisten eine nahtlose Datenverfügbarkeit von der Feldebene aufwärts – und ermöglichen so eine intelligentere industrielle Automatisierung und digitale Transformation", verlautbaren die Verbände in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Nach intensiver technischer Abstimmung und internen Reviews innerhalb der beteiligten Organisationen wurden wichtige Spezifikationen fertiggestellt. Für SPE umfasst dies die Erweiterung des Stromversorgungskonzepts, einschließlich Power over Data Line (PoDL), geeigneter Leistungsklassen und der Definition geeigneter Steckverbinder. Im Bereich Ethernet-APL wurde die Leistungsklasse B, die Geräte mit bis zu 1,16 W unterstützt, spezifiziert und in die zweite Ausgabe der IEC TS 63444 aufgenommen.

Als weiterer Meilenstein wird die Vorbereitung von Zertifizierungssystemen genannt: Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem APL-Projekt wurden Testfälle und ein Testsystem entwickelt, um einen hohen Qualitätsstandard und die Interoperabilität des Physical Layer sicherzustellen. Parallel dazu laufen bereits gemeinsame Marketingaktivitäten: technische Leitfäden, Anwenderseminare und Demonstratoren werden derzeit umgesetzt.

Diese Fortschritte sind das Ergebnis einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten SDO. "Ein breiter Konsens und gebündeltes Fachwissen haben eine gemeinsame Grundlage geschaffen, die sowohl für Anwender als auch für Hersteller von entscheidender Bedeutung ist. Dieses Leitprinzip gewährleistet eine zuverlässige und zukunftssichere Umsetzung in der industriellen Praxis", sind sich die Beteiligten einig.

Weitere Verbesserungen, wie die Erweiterung der Bandbreite auf 100 Mbit/s für 2-Draht-Ethernet-Anwendungen (100BASE-T1L), sind in Arbeit. Die Integration in den IEC-Zyklus, insbesondere in die IEC IS 61158-100, ist ebenfalls geplant.

Die gemeinsame Initiative zur Standardisierung von SPE und Ethernet-APL soll erfolgreich fortgesetzt werden. "Mit der Fertigstellung der Spezifikationen ist SPE nun standardisiert und Ethernet-APL weiter verbessert worden. Dies ebnet den Weg für eine breite Umsetzung durch Anwender und Hersteller – unterstützt durch ein robustes und qualitätsgesichertes Konformitätstest-Framework", wird weiter berichtet.

„Durch die Ergänzung der Ethernet-APL-Spezifikationen um Single Pair Ethernet Support (SPE) können Anwender Ethernet auf die Feldebene ausweiten und dabei frei zwischen den besten Geräten aller Anbieter in IS- und Nicht-IS-Umgebungen wählen. Es unterstützt gemischte Protokollnetzwerke, einschließlich HART-IP, auf einem einzigen Physical Layer und bietet IT-Geschwindigkeiten sowie eine nahtlose Integration und den Datenaustausch für Unternehmen über FDI und PA-DIM. Dies gibt der Industrie die Flexibilität und das Vertrauen, sowohl Brownfield- als auch Greenfield-Anlagen zu modernisieren, da Ethernet-APL zum neuen Physical-Layer-Standard der Zukunft wird", so Ted Masters, President und CEO,  FieldComm Group.

Dr. Al Beydoun, President und Executive Director, ODVA, erklärt: „Die ODVA freut sich, die Weiterentwicklung von Ethernet-APL und SPE zu unterstützen, um die enormen Vorteile der digitalen Ethernet-Kommunikation bis auf die Feldebene voranzutreiben. Die Physical Layer von Ethernet-APL und SPE ermöglichen eine vereinfachte Verkabelung, geringere Kosten und längere Kabelwege für EtherNet/IP-Netzwerkanwender in der Fabrik- und Prozessautomatisierung weltweit.“

„Die Abstimmung von Ethernet-APL und SPE bildet eine solide Grundlage für eine einheitliche, herstellerunabhängige Ethernet-Kommunikation in der industriellen Automatisierung. Gemeinsam mit OPC UA ermöglichen diese Technologien einen durchgängigen und interoperablen Informationsaustausch über alle Systemebenen hinweg", meint Stefan Hoppe, President und Executive Director, OPC Foundation.

Und Harald Müller, Vorstand von PI und Leiter der Joint Working Group, ergänzt: „Dank der engagierten Zusammenarbeit der SDO konnte die Standardisierung von Ethernet-APL und SPE innerhalb des geplanten Zeitrahmens erfolgreich abgeschlossen werden. Dieser Meilenstein schafft die Grundlage für eine herstellerunabhängige Kommunikation auf Basis von SPE und Ethernet-APL und ebnet den Weg für die entscheidende und notwendige Digitalisierung der Industrie. Darauf aufbauend haben wir Profinet over APL bereits in Produktionsanlagen implementiert und werden die Einführung mit diesen neuen Verbesserungen weiter vorantreiben.“

PI (ih)

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