Abbildung zum Thema Künstliche Intelligenz KI Köpfe

(Quelle: fotolia.com / carloscastilla)

Aus Sicht der IFS-Experten markiert 2026 einen Wechsel in der Art und Weise, wie Unternehmen KI nutzen. "Nach einer Phase des Testens und Experimentierens stehen jetzt praktische Fortschritte und messbare Ergebnisse im Vordergrund. Die Erwartungen steigen, aus KI ein echtes Effizienzwerkzeug zu machen. Führungskräfte wollen eine KI, die Produktivitätssteigerungen liefert, Kosten senkt und die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten stärkt. Gleichzeitig steigt die technische Reife, etwa multimodale KI, die neue Einsatzkonzepte möglich macht", sind sie überzeugt. Als Botschaft geben sie mit, dass 2026 Innovation auf Pragmatismus treffe. Dazu werden sechs Thesen aufgestellt:

  1. KI wird unsichtbar: 2026 wird KI in ihre industrielle Phase eintreten und so zur instrumentellen Selbstverständlichkeit werden. Sie wird sich von einer eigenständigen Funktion zur Grundlage vieler Arbeitsbereiche entwickeln. Das wichtigste Kriterium ist die praktische Unterstützung bei der Planung, der Bestandsoptimierung oder der vorausschauenden Wartung in Bereichen wie Fertigung, Energie oder Dienstleistungen. Effizienz- und Effektivitätssteigerungen sind Trumpf.
  2. Agentic AI geht in Serie: Agentenbasierte KI schafft 2026 den Sprung von Pilotprogrammen zum Serieneinsatz. Autonome Agenten werden zum Rückgrat vieler Geschäftsabläufe und kooperieren zunehmend miteinander. So kommunizieren Wartungsagenten zum Beispiel mit Planungsagenten und Beschaffungsagenten mit Logistikagenten. Damit wird ein neues Level erreicht, operative Aufgaben kontextbezogen und autonom auszuführen, die aber auch neue Herausforderungen in Bezug auf Governance, Sicherheit und Interoperabilität bedeuten.
  3. Die Belegschaft wird hybrid: 2026 erlebt die Arbeitswelt den Aufstieg hybrider Teams, in denen Menschen und KI-Agenten Seite an Seite arbeiten. Rollen und Arbeitsteilung werden sich verändern. Die KI übernimmt Routineaufgaben, während Menschen sich auf höherwertige Tätigkeiten verlagern. Das kann das Management von Agenten sein, deren Weiterentwicklung, die Sicherstellung ethischer Standards oder das Treffen strategischer Entscheidungen. Viele Arbeitsabläufe müssen daher neu gestaltet werden.
  4. Der Effizienzdruck wächst: Der Ressourcenbedarf von KI wird 2026 zu einem kritischen Thema. Entscheidend sind dabei einerseits die Wirtschaftlichkeit, sprich die ökonomische Effizienz, und anderseits die Nachhaltigkeit, sprich die ökologische Verantwortung. Unternehmen werden nach neuen energiebewussten Modellen, Infrastrukturen und Architekturen suchen, um Leistung und Kosten in Einklang zu bringen. Effizienz wird damit zum neuen KI-Benchmark.
  5. Ergebnisse werden zum Maßstab: Plattformen werden sich zunehmend in vernetzte Architekturen integrieren. Unternehmen werden eine neue Form von „Best-of-breed“-Ansätzen nutzen, die KI über alle Systeme orchestriert. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse, die damit de facto erreicht werden. Der Schwerpunkt wird auf Verfügbarkeit, Effizienz und Ausfallsicherheit liegen, unterstützt durch Architekturen, die sich kontinuierlich weiterentwickeln.
  6. Technologien konvergieren: Nicht zuletzt wird sich die Technologielandschaft 2026 in Richtung Konvergenz entwickeln. Multimodale KI, agentenbasierte Systeme und Emboddied AI werden zu einheitlichen Umgebungen verschmelzen. Digitale Intelligenz interagiert über Sensoren, Roboter, Drohnen und vernetzte Infrastruktur direkt mit der physischen Welt. Unternehmen werden im Zuge dieser Entwicklung zu selbstoptimierenden Systemen, die in Echtzeit wahrnehmen, entscheiden und handeln.

„KI tritt 2026 in eine neue Phase ein: Sie wird zu einer operativen Notwendigkeit“, erklärt Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS. „KI wird dabei Unternehmenssoftware nicht ersetzen, sondern neu definieren. Erfolgreiche Unternehmen werden KI nicht als Technologieprojekt betrachten, sondern als operative Transformation, die jeden Prozess und jeden Menschen betrifft.“

IFS (ih)

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