Konstruktionsprozesse mit KI verbessern

Abbild Thomas Lantermann

Bild: Thomas Lantermann, Senior Business Development Manager bei Mitsubishi Electric Europe B.V.: „Produktionsbasierte KI existiert auf allen Ebenen“ (Quelle: Mitsubishi Electric Europe B.V)

Ein Beispiel, wie die Produktivität gesteigert und konkret Kon­struktionsprozesse verbessern werden können, präsentiert Siemens, das seine NX-Software um KI und maschinelles Lernen erweitert hat.

„Die neuen Funktionen sind in der Lage, anstehende Schritte vorherzusehen und die Benutzeroberfläche entsprechend anzupassen. So können Anwender die Software effizienter nutzen und produktiver arbeiten“, heißt es von Siemens. Insgesamt soll damit nicht nur das CAx-System hochwertiger werden, sondern auch der digitale Zwilling wird stabiler abgebildet. „NX bleibt weiter innovationsstark. Es ist das erste CAD-Produkt, das Fähigkeiten auf Basis von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen bietet. Ich sehe in der neuen adaptiven NX-Benutzeroberfläche Wert für unsere kausalen Anwender: Sie hilft ihnen bei der Auffindbarkeit und trägt zur Verbesserung der Produktivität bei“, betont zum Beispiel HyunMin Kim, leitender Ingenieur bei Samsung Electronics Co., LTD.

Dank ML lassen sich große Datenmengen verarbeiten und analysieren, aus denen Wissen gewonnen werden kann. KI und ML können zudem dazu verwendet werden, Aktivitäten eines Benutzers und seine Arbeitsergebnisse auszuwerten, um dynamisch zu bestimmen, wie NX-Befehle bereitgestellt werden sollten, oder um die Benutzeroberfläche zu modifizieren und das erlernte Wissen für eine individuelle Personalisierung der CAx-Umgebung zu nutzen. Die Integration von ML und KI in die NX-Software bietet Vorteile bei Geschwindigkeit, Leistung, Effizienz und Intelligenz durch Lernen, ohne dass diese Eigenschaften explizit programmiert werden müssen.

„Umfangreiche Forschungen auf dem Gebiet der Mensch-Computer-Interaktion haben zu einer exzellenten statischen Oberfläche geführt. Es fehlt allerdings ­immer noch eine perfekt zugeschnittene dynamische Oberfläche, die sich für alle Be­nutzer eignet“, so Bob Haubrock, Senior Vice President, Product ­Engineering Software bei Siemens PLM Software. Das NX Command Prediction Modul ist die erste Markteinführung der adaptiven Benutzeroberflächenarchitektur von NX (kurz UI), die lernfähig ist und die Grundlage für zusätzliche ML-orientierte UI-Lösungen bildet.

Produktion auf allen Ebenen optimieren

Im Zuge der Digitalisierung entstehen auch in der Produktion Unmengen an Daten, die genutzt werden können. Dafür kommen zunehmend Konzepte der KI zum Einsatz. Im Wesent­lichen geht es darum, menschenähnliche Intelligenz nachzubilden. Algorithmen sollen einen lernähnlichen Effekt abbilden. Mitsubishi Electric hat sich daher gefragt: Wie kann KI die Produktion optimieren? „KI muss zur Anwendung gebracht wer­-den, und zwar ‚lean‘ und flexibel“, betont Thomas Lantermann, Senior Business Development Manager bei Mitsubishi Electric Europe B.V.. Produktionsbasierte KI soll auf allen Ebenen existieren – und zwar von der Produktion bis in die Cloud. Mit skalierbaren KI-Systemen lassen sich Berechnungen reduzieren, was zu einer Verringerung des Speicherplatzes führt. Die Nutzung von KI wird in verschiedenen Geräten und Sensoren möglich. Mitsubishi hat daher das Maisart-Konzept geschafften, mit dem KI per Software auf dem Chip in alle Geräte implementiert wird, sozusagen „kompakte KI at the edge“. Anwendungsbeispiele sind laut T. Lantermann die automatische Kommissionierung im Logistikzentrum, der „Griff in die Kiste“ mit Roboter ohne Anlernen sowie die Wartung mit Augmented Reality Glasses.

www.plattform-i40.de
www.vdma.org
www.siemens.com/plm 
www.mitsubishi-automation.de

Ronald Heinze (Redaktion digital-factory-journal)
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