Vom einzelnen Werk zum lernenden Produktionsnetzwerk

Per Kamera wird die Chips-Produktion überwacht. (Quelle: Siemens)
Und die Skalierung auf andere Werke ist auch schon geplant: Pringles überträgt erste Erfahrungen bereits auf einen weiteren Standort in Belgien. Zugleich untersucht das Unternehmen, welche Modelle sich auf andere Linien und Werke übertragen lassen.
Langfristig sollen Fertigung, Engineering, Forschung und Entwicklung sowie Beschaffung auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen. Ein durchgängiger Digital Thread soll die Informationen aus den verschiedenen Bereichen bündeln.
Dadurch möchte man einen kontinuierlichen Lernkreislauf etablieren: Produktionsdaten verbessern die Modelle, die Modelle unterstützen neue Rezepturen und Maschinenkonzepte, und deren Ergebnisse liefern wiederum neue Daten. Daraus ergeben sich dann weitere Vorteile, wie: Lieferanten und alternative Rohstoffe lassen sich schneller qualifizieren, Anpassungen können früher bewertet und erfolgreiche Anwendungen über mehrere Werke hinweg skaliert werden.
Industrial AI beginnt mit einer konkreten Aufgabe
Das Beispiel Pringles zeigt, wie Industrial AI in einer bereits hochautomatisierten Fabrik zusätzlichen Nutzen erschließen kann. Ausgangspunkt war eine klar umrissene Aufgabe aus der Produktion: Schwankungen in der Teigqualität sollten früher erkannt und besser beherrscht werden.
Die Umsetzung erfolgte schrittweise. Pringles und Siemens priorisierten wenige Anwendungen, definierten messbare Ziele und überprüften regelmäßig, ob der erwartete Nutzen erreicht wird. Erst danach begann die Übertragung auf weitere Bereiche und Standorte.
Darauf aufbauend entstanden weitere Anwendungen für Energie und Instandhaltung. KI übernimmt dabei keine isolierte Steuerungsfunktion. Sie verdichtet Prozessdaten zu Prognosen und Empfehlungen, auf deren Grundlage die Mitarbeitenden schneller und gezielter handeln können. Darin liegt der entscheidende Schritt von einer automatisierten zu einer lernenden und anpassungsfähigen Produktion.
Sehen Sie dazu auch das Youtube-Video, in dem Christian Phildius, Associate Solution Partner bei Siemens Advanta, Details zur Lösung erklärt und berichtet, wie das Pringles-Werk profitieren konnte: Siemens auf der Hannover Messe 2026 - KI optimiert Pringles-Produktion