(Quelle: Siemens Financial Services)
Es steht außer Frage, dass das verarbeitende Gewerbe bereits in nachhaltigere Vorgehens-weisen investiert – und das weltweit. Dabei spielen folgende Faktoren die Hauptrolle:
- Viele Maschinenbauunternehmen haben sich entschlossen, eine ethische Haltung einzunehmen, um die Nachhaltigkeit in ihren Betrieben und Produkten zu verbessern. Laut dem jüngsten CxO Sustainability Report von Deloitte Global 1 geben mehr als 60 % der befragten Führungskräfte an, dass der Klimawandel in den nächsten drei Jahren einen großen Einfluss auf die Strategie und den Betrieb ihres Unternehmens haben wird. In einer ähnlichen Studie 2, die sich speziell an Hersteller richtete, gaben 70 % der Befragten an, dass ökologische Nachhaltigkeit für ihre Geschäftsstrategie von großer oder sehr großer Bedeutung ist.
- Regulierungsbehörden verlangen immer umfangreichere Berichterstattungen darüber, wie größere Unternehmen ihre Nachhaltigkeit verbessern. Die Behörden fordern beispielsweise eine kontinuierliche Verbesserung in der gesamten Lieferkette, um die jeweiligen Klimaziele zu erreichen. Hersteller müssen nun auch die Nachhaltigkeit in den von ihnen belieferten Branchen (wie Einzelhandel, Elektronik, Mode, Verkehr usw.) unterstützen. Im Gegenzug sollen die Anbieter von Fertigungstechnologien und -maschinen ihren Kunden aus der Fertigungsindustrie nachhaltigkeitsfördernde Funktionen anbieten.
- Es wird nun eine engere Verbindung zwischen Digitalisierung (bzw. Industrie 4.0) und dem effektiven Einsatz einer nachhaltigeren Fertigung hergestellt. Das führt dazu, dass in den meisten Fällen Anstrengungen für Nachhaltigkeit auch finanzielle Gewinne mit sich bringen. So können beispielsweise Kosteneinsparungen durch die Verringerung des Abfalls erzielt werden, während die Verbesserung ihres Umweltbewusstseins Maschinenbauunternehmen weitere Wettbewerbsvorteile bietet. So berichten immer mehr Unternehmen über ESG-bezogene Bedingungen – ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) – um so Stakeholdern, Kunden, und NGOs einen Einblick in ihre Nachhaltigkeitsinitiativen zu verschaffen 3.
- Bei der Beschaffung von Finanzmitteln auf den Kapitalmärkten ergeben sich Potenziale bei der Gewinnung von Investorengeldern durch „grüne“ und „nachhaltige“ Anleihen. Unabhängige Analysten bewerten dabei die Nachhaltigkeitsbehauptungen eines Unternehmens, und für die Anleihen gilt manchmal ein „Greenium“ – ein geringfügig niedrigerer Zinssatz. Die Kapitalbeschaffung verbessert auf diese Weise das Nachhaltigkeitsprofil eines Unternehmens.
Warum die Transformation nicht warten kann
Wie dringend ist es also für Maschinenbauunternehmen, in eine nachhaltigere Produktion zu investieren? Sowohl finanzielle Vorteile als auch die Aussicht auf eine bessere Wettbewerbsposition treiben Unternehmen zum Handeln an.
Zunächst die finanziellen Vorteile: Wer früher anfängt, profitiert auch schneller von den finanziellen Vorteilen und Einsparungen zum Beispiel durch geringere Kosten für Energie, Rohstoffe, Wasser, Verbrauchsmaterialien, Katalysatoren, Schmiermittel usw.
Darüber hinaus können Hersteller einen Wettbewerbsvorteil erlangen, indem sie, noch während der Markt sich entwickelt, auf Nachhaltigkeit setzen. Für Maschinenbauunternehmen, die sich frühzeitig für nachhaltige Produkte entschieden haben, kann dies der Faktor sein, der Ihnen im Wettbewerb um einen Auftrag den entscheidenden Vorteil ein¬bringt. Denn Regulatoren, Investoren, und Kunden fordern vermehrt überprüfbare Nachhaltigkeit 4.
Technologie, die Nachhaltigkeit ermöglicht, ist fast immer mit digitaler Transformation verbunden. Der Markt für eine digital unterstützte, nachhaltigere Fertigung erreicht seinen Wendepunkt, sobald etwa die Hälfte der Hersteller „erheblich“ in die digitale Transformation investiert haben. Die Unternehmen, die also schon in der ersten Hälfte des Zyklus investieren, dürften einen klaren Wettbewerbsvorteil erlangen, während die Unternehmen, die bis zur zweiten Hälfte des Zyklus warten, ihren Rückstand schlicht aufholen werden müssen.
Derzeit haben 25 % bis 30 % der weltweiten Hersteller aller Größenordnungen digitale Technologien 5 – die wesentliche technologische Grundlage für eine nachhaltige Fertigung – in einem nennenswerten Umfang eingeführt. All dies zeigt uns, dass Investitionen in nachhaltige Technologien immer noch ein großes Potenzial für Wettbewerbsvorteile im Maschinenbau bieten.